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Klassische Monologe zum Vorsprechen: 
Monologe für Frauen / Schauspielerinnen 

Rolle: Alkmene 
Stück: Amphitryon
Autor: Heinrich von Kleist 

Erscheinungsjahr: 1807 
Originalsprache: Deutsch 


1. Akt, 4. Auftritt 

Jupiter in der Gestalt des Amphityrons. Alkmene; Charis; Merkur; Fackeln.

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ALKMENE:
Amphitryon! So willst du gehn? Ach, wie
So lästig ist so vieler Ruhm, Geliebter!
Wie gern gäb ich das Diadem, das du
Erkämpft, für einen Strauß von Veilchen hin,
Um eine niedre Hütte eingesammelt.
Was brauchen wir, als nur uns selbst? Warum
Wird so viel Fremdes noch dir aufgedrungen,
Dir eine Krone und der Feldherrnstab?
Zwar wenn das Volk dir jauchzt, und sein Entzücken
In jedem großen Namen sich verschwendet,
Ist der Gedanke süß, daß du mir angehörst;
Doch dieser flüchtge Reiz, kann er vergelten,
Was ich empfinde, wenn im wilden Treffen
Der Pfeil auf diesen teuern Busen zielt?
Wie öd ist, ohne dich, dies Haus! Wie träge,
Bist du mir fern, der muntre Reihn der Stunden,
Wenn sie den Tag herauf mir führen sollen!
Ach was das Vaterland mir alles raubt,
Das fühl ich, mein Amphitryon, erst seit heute,
Da ich zwei kurze Stunden dich besaß.
[...] Geliebter und Gemahl! Was sprichst du da?
Ist es dies heilige Verhältnis nicht,
Das mich allein, dich zu empfahn, berechtigt?
Wie kann dich ein Gesetz der Welt nur quälen,
Das weit entfernt, beschränkend hier zu sein,
Vielmehr den kühnsten Wünschen, die sich regen,
Jedwede Schranke glücklich niederreißt?
[...] Amphitryon! Du scherzest. Wenn das Volk hier
Auf den Amphitryon dich schmähen hörte,
Es müßte doch dich einen andern wähnen,
Ich weiß nicht wen? Nicht, daß es mir entschlüpft
In dieser heitern Nacht, wie, vor dem Gatten,
Oft der Geliebte aus sich zeichnen kann;
Doch da die Götter eines und das andre
In dir mir einigten, verzeih ich diesem
Von Herzen gern, was der vielleicht verbrach.

 


   


Klassische Monologe zum Vorsprechen: 
Monologe für Männer / Schauspieler 

Rolle: Gutwitz 
Stück: Epicoene oder Das stille Frauenzimmer
Autor: Ben Jonson 

Erscheinungsjahr: 1609 
Originalsprache: Englisch 
Übersetzung (Deutsch): Ludwig Tieck 


2. Akt, 2. Szene 

Gutwitz, Morose und Stumm 

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GUTWITZ: (Gutwitz mit einem Posthorn, und einem Stricke in der Hand) Lieber Herr, ich bin nichts als ein Bote, ich sage Euch nur, was Ihr hören müßt. Es scheint, Eure Freunde sind für das Wohl Eurer Seele besorgt, und wünschen, daß Ihr die Gefahr kennen lernt; (aber Ihr mögt demohngeachtet thun, was Euch gefällt, Sir, ich überrede zu nichts.) Wenn nun Euer Weib, nachdem Ihr verheirathet seid, mit einem Luftspringer wegläuft, oder mit einem Französischen Seiltänzer, oder einem Possenreißer, oder einem Fechter, wegen der Geschicklichkeit, seine Waffe zu führen; gut, so ist es nicht Ihre Schuld, Sie haben Ihr Gewissen gereinigt, wenn Ihr erfahren habt, was sich zutragen kann. Nein, erduldet es heldenmüthig, Sir, denn ich muß Euch nun alle die Gefahren schildern, die Euch mit einem Weibe bevorstehn. Ist sie schön, jung und gesund, so kann kein Zuckerwerk mehr Fliegen herbeiziehn; alle gelben Wämmser, alle großen Rosen aus der Stadt werden sich bei ihr finden. Ist sie häßlich und verwachsen, so wird sie Ihnen nachgehn und sich diese Wämmser und Rosen kaufen. Ist sie reich und Ihr heirathet ihre Mitgift, nicht sie, so wird sie im Hause mit allem Ungestüm einer Wittwe herrschen. Ist sie von Adel, so wird ihre ganze Verwandtschaft Euch tyrannisiren. Ist sie fruchtbar, so ist sie so stolz wie der Mai, und so launig, wie der April, sie muß ihre Doktors, ihre Wehmütter, ihre Ammen, ihre Gelüste in jeglicher Stunde haben, und wäre es selbst der kostbarste Bissen, ein Mann. Ist sie gelehrt, so hat es noch nie einen solchen Papagai gegeben, Euer ganzes Vermögen reicht nicht zu, alle die Gäste zu bewirthen, die sie müssen Latein und Griechisch sprechen hören, ja ihr müßt noch dazu in diesen Sprachen bei ihr liegen, wenn Ihr ihr gefallen wollt. Ist sie heilig, so müßt Ihr einen Tag um den andern alle stummgemachten Brüder bewirthen, alle Schwestern grüßen, die ganze Familie, die ganze Sippschaft unterhalten, ihre langgesponnenen Andachtsübungen, ihre Gesänge, ihr Katechisiren mit anhören, dem Ihr nicht ergeben seid und doch vieles dafür geben müßt, um der andächtigen Matrone, Eurem Weibe, zu gefallen, die Euch, zum Besten der heiligen Sache, über und über betrügen wird. Ihr fangt an zu schwitzen lieber Herr, aber das ist wahrhaftig noch nicht die Hälfte; demohngeachtet mögt Ihr, wie ich schon sagte, Eurem Vergnügen folgen, ich komme nicht, um Euch zu überreden. Wahrhaftig, Ihr Herr Bedienter, wenn Ihr Euch rührt, so gebe ich Euch eins.

Stumm schleicht sich fort.

MOROSE: O, was ist mein Verbrechen? Was ist mein Verbrechen?

GUTWITZ: Wenn Ihr nun Eure Frau liebt, oder sie wohl gar anbetet, o wie wird sie Euch da peinigen! welch Vergnügen wird sie in Euren Martern finden! Dann dürft Ihr nur bei ihr liegen, wenn es ihr gefällt; sie will ihre Schönheit, ihre Farben nicht verderben, oder sie muß dieses Juweel, jene Perle dafür haben, wenn sie es thun soll, und das Vergnügen jeder halben Stunde muß wieder von neuem erkauft werden, und wieder mit derselben Mühe und Last, womit Ihr sie zum erstenmale gewannet. Dann müßt Ihr nur Gesinde halten, das ihr gefällt, Gesellschaft, die sie will, der Freund darf Euch nicht ohne ihre Erlaubniß besuchen, und wen sie am meisten liebt, den wird sie scheinen am giftigsten zu hassen, um Eure Eifersucht abzulenken, oder sie wird sich stellen, als wäre sie auf Euch eifersüchtig, deswegen wird sie zu einer Freundin ziehn, zu einer Muhme, im Kollegium, die unterrichtet sie dann in den Geheimnissen Briefe zu schreiben, das Gesinde zu verderben, Spione abzurichten; auch muß sie ein reiches Kleid für diesen Festtag haben, ein anders für den nächsten, noch ein reicheres für den dritten, sie muß von Silber speisen, ihr Zimmer muß mit Vorreitern, Läufern, Bedienten und andern Aufwärtern angefüllt sein, außerdem mit Stickern, Juwelierern, Putzmacherinnen, Nähterinnen, Federhändlern, Parfümverkäufern, indeß sie nicht fühlt, wie die Ländereien fortfließen, wie die Aecker schmelzen; sie bemerkt den Tausch nicht, wenn der Kaufmann Eure Wälder für ihre Sammtkleider hat, sie erwägt nicht, was ihr Stolz kostet, wenn sie nur einen Pagen küssen kann, oder eine weiche Haut, die noch keinen Bart fühlt, wenn sie nur eine Staatsdame ist und alle Neuigkeiten weiß, was zu Salisbury vorfiel, was zu Bath, am Hofe, auf der Reise des Königs; oder wenn sie nur Dichter, Autoren und Schreibarten beurtheilen und mit einander vergleichen kann, Daniel mit Spenser, Jonson mit den andern Menschen, und so weiter; oder in Kontroversen ihre Gelehrsamkeit zeigen, in den verwickeltsten Knoten der Theologie, wenn sie nur oft genug sagen kann: dies ist der Streitpunkt; und dann zur Mathematik übergehn, zu Demonstrationen und Antworten, mit diesem Religion, mit dem Zweiten Staatssachen, mit dem Dritten Liederlichkeit sprechen.

MOROSE: O! o!

GUTWITZ: Alles dieses ist sehr wahr, mein Herr. Und dann geht sie verkleidet zu einem Beschwörer, oder einer weisen Frau, wo ihre erste Frage ist: wie bald Ihr sterben werdet? Die nächste, ob ihr Freund sie liebt? Darnach, ob sie einen neuen Freund bekommen werde? Wie viele sie noch haben wird? Welcher aus ihrer Familie am besten zum Kuppler taugt? Die Antworten hierauf notirt sie sich und glaubt mehr daran, als an die Schrift. Oder, sie studirt die Kunst wohl selber.

MOROSE: Mein sehr werther Herr, seid Ihr fertig? Habt Ihr Eure Lust an mir gebüßt? Ich will mir diese Dinge überlegen.

GUTWITZ: Ja, Sir, und hierauf kommt sie von Hitze und Schweiß dampfend nach Hause, weil sie zu Fuß gegangen ist, und kommt dann in Wochen mit einem neuen Gesicht, das ganz aus Oehl und Vogelleim besteht; in Eselsmilch verjüngt sie sich, und ist durch eine neue Schminke endlich vollkommen hergestellt. Nun Gott befohlen. Noch eins, was ich beinahe vergessen hätte: diejenige, mit der Ihr Euch verheirathen wollt, kann vielleicht auch ihre Jungfrauschaft schon in der Vorhand ausgespielt haben, wie kluge Wittwen ihr Vermögen, ehe sie heirathen, irgend einem Freunde anvertrauen; wer kann das wissen? Oder wenn sie es nicht schon gethan hat, so kann sie es noch am Hochzeitstage thun, oder den Abend vorher, und Euch im voraus zum Hahnrei machen. Man hat dergleichen schon in der Welt gehört. Ein solches Ding ist nichts Unmögliches, Sir. Gott befohlen, ich bin so frei, Euch das Seil als ein Andenken hier zu lassen. Lebe wohl, Stumm!

Er geht, das Horn wird wieder geblasen.



2. Act, 2. Scene 

Truewit, Morose and Mute

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TRUEWIT: I'll tell you, sir, the monstrous hazards you shall run with a wife--for your friends are careful after your soul's health and would have you know the danger; but you may do your pleasure for all of them. If, after you are married, your wife do run away with a vaulter, or the Frenchman that walks upon ropes, or him that dances the jig, or a fencer for his skill at his weapon, why, it is not their fault; they have discharged their consciences, when you know what may happen. If she be fair, young, and vegetous, no sweetmeats ever drew more flies; all the yellow doublets and great roses i' the town will be there. If foul and crooked, she'll be with them, and buy those doublets and roses, sir. If rich, and you marry her dowry, not her, she'll reign in your house as imperious as a widow. If noble, all her kindred will be your tyrants. If fruitful, as proud as May and humorous as April; she must have her doctors, her midwives, her nurses, her longings every hour, though it be for the dearest morsel of man. If learned, there was never such a parrot; all your patrimony will be too little for the guests that must be invited to hear her speak Latin and Greek; and you must lie with her in those languages too, if you will please her. You begin to sweat, sir--but this is not half, i' faith! You may do your pleasure, notwithstanding, as I said before, but if you love your wife, or rather, dote on her, sir, O how she'll torture you, and take pleasure i' your torments! You shall lie with her, but it must always be for this jewel, or that pearl--every half-hour's pleasure must be bought anew, and with the same pain and charge you wooed her at first. Then you must keep what servants she please, what company she will; that friend must not visit you without her licence; and him she loves most, she will seem to hate eagerliest, to decline your jealousy; or feign to be jealous of you first, and for that cause go live with her friend, or cousin at the College, that can instruct her in all the mysteries of writing letters, corrupting servants, taming spies; where she must have that rich gown for such a great day, a new one for the next, a richer for the third; be served in silver; have the chamber filled with a succession of grooms, footmen, ushers, and other messengers, besides embroiderers, jewellers, tire-women, sempsters, feather-men, perfumers; be a stateswoman, know all the news, what was done at Salisbury, what at the Bath, what at court, what in progress; and then her going in disguise to that conjurer, where the first question is how soon you shall die? next, if her present servant love her? next, what precedence she shall have by her next match? and sets down the answers, and believes 'em above the scriptures. Nay, perhaps she'll study the art. Yes, sir, and then come reeking home of vapour and sweat ... God be w' you, sir. One thine more, which I had almost forgot. This too, with whom you are to marry, may have made a conveyance of her virginity aforehand, as your wise widows do of their states, before they marry, in trust to some friend, sir. Who can tell? Or if she have not done it yet, she may do, upon the wedding day, or the night before, and antedate you cuckold. The like has been heard of in nature. 'Tis no devised, impossible thing, sir. God be w' you. I'll be bold to leave this rope with you, sir, for a remembrance. [He produces a noose.] Farewell!

Monologe aus Romanen zum Vorsprechen: 
Monologe für Frauen / Schauspielerinnen 

Rolle: Madame Kaudel
Roman: Madame Kaudel's Gardinenpredigten
Autor: Douglas Jerrold

Erscheinungsjahr: 1846 
Originalsprache: Englisch 
Übersetzung (Deutsch): Friedrich Gerstäcker


6. Predigt - Kaudel hat einem Bekannten den Familienschirm geborgt.

Madame Kaudel und Monsieur Kaudel 

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MADAME KAUDEL: Das ist nun der dritte Regenschirm seit Weihnachten.
Was Du thun solltest? ihn ohne Schirm nach Hause gehen lassen, das versteht sich doch von selbst. Ich möchte nur wissen, was an dem verderben könnte, wenn er naß würde.
Konnte sich einen Katarrh holen? Gott, was Du nicht weißt, der sieht auch gerade wie Einer aus der sich einen Katarrh holte; und immer noch lieber einen Katarrh als unsern einzigen Regenschirm, er würde nicht gleich d'ran gestorben sein. Hörst Du den Regen, Kaudel; hörst Du, wie's draußen an die Fenster schlägt, und – so wahr wie ich lebe, wir haben heute »Siebenschläfer,« sechs ganze Wochen jetzt so, ohne Unterlaß – hörst Du das, Kaudel? O mach' mir nichts weiß, wo könntest Du denn schlafen, wenn's mit solcher Gewalt gegen die Scheiben anwettert. Hörst Du das, Kaudel – hörst Du das?
Oh – Du hörst es? nun das ist ein prächtiger Schauer, um sechs lange Wochen anzuhalten und die ganze Zeit nicht aus dem Hause zu kommen.
Nenn' mich nicht albern, Kaudel; beleidige mich nicht auch noch obendrein. Und der soll den Regenschirm wiederbringen? man müßte wahrhaftig glauben, Du wärest gestern geboren, Kaudel. Als ob jemals Einer einen geborgten Regenschirm zurückbrächte. Hör' nur, wie das stürmt – immer ärger, wie mit Eimern, und das sechs ganze Wochen lang – ohne einen Regenschirm im Hause.
Ich möchte nur wissen, wie die Kinder morgen in die Schule kommen sollen; in der Nässe dürfen sie mir nicht gehen, das weiß ich. Nein, sie sollen zu Hause bleiben und nie wieder 'was lernen, die armen, unglücklichen Geschöpfe – lieber das, als so naß werden. Wenn sie nachher heranwachsen und groß werden, dann soll's mich nur wundern, wem sie es zu verdanken haben, daß sie Nichts wissen; wem sonst, als ihrem eigenen Vater. – Leute, die nicht einmal ein Herz für ihre eigenen Kinder haben, sollten auch nie Väter werden. Ich weiß aber wohl, weshalb Du den Regenschirm ausgeborgt hast – o ja – ich weiß es sehr gut; ich wollte morgen zu meiner guten Mutter gehen und dort eine Tasse Thee trinken – das hast Du wohl gewußt; gerade deshalb hast Du's aber gethan. Schweig' nur, ich weiß, daß Du's nicht leiden magst, wenn ich meine Mutter besuche, und daß Du es auf jede schändliche, nichtswürdige Art zu hintertreiben suchst. Du sollst Dich aber diesmal verrechnet haben, Kaudel – nein – und wenn es Kieselsteine regnete – ich gehe.
Nein, ich will keine Droschke; ich möchte nur wissen, wo auch noch das Geld zu Droschken herkommen sollte; schöne hochtrabende Ideen habt Ihr da in Euerm Klub. Droschke – weiter fehlte gar nichts mehr – Droschke – vier Groschen hin und vier zurück – acht Groschen für Droschken; ich möchte wissen, wer das bezahlen sollte? ich kann es nicht, das weiß ich, und wenn Du so fortfährst, so wird's bei Dir auch nicht mehr lange dauern. Das heißt das Geld zum Fenster hinausgeworfen, Droschken bezahlen, und die Kinder zu Bettlern mit lauter Regenschirmen machen.
Hörst Du den Regen, Kaudel? hörst Du den Regen? mir ist's aber einerlei, das weiß ich; zur Mutter geh' ich morgen, und das zu Fuß – jeden Schritt breit und Du weißt recht gut, daß mir die Nässe den Tod auf den Hals ziehen wird.
Nein, ich bin keine Närrin, Kaudel; wenn hier ein Narr ist, so bist Du's. Du weißt recht gut, daß ich keinen Mantel tragen kann, und ohne Regenschirm muß ich mich in dem Wetter erkälten, das ist gewiß. Was machst Du Dir aber daraus? gar Nichts – ich kann krank werden und mich zu Bette legen, das ist Dir einerlei; so wird's aber auch werden, und eine schöne Doktorrechnung sollst Du zu bezahlen bekommen, darauf verlaß Dich. Ich will Dich lehren, den Regenschirm auszuborgen. Es sollte mich gar nicht wundern, wenn ich mir morgen den Tod holte, deswegen hast Du den Regenschirm aber nur weggeborgt – o ich weiß wohl.
Meine Kleider werden morgen Abend auch gut aussehen, wenn ich durch solch' ein Wetter damit gegangen bin; mein neuer Hut wird auf jeden Fall verdorben.
Ich brauche ihn nicht aufzusetzen? Ja, Kaudel – ich werde ihn aufsetzen, und nun gerade. Nein, wahrhaftig, ich gehe nicht wie eine Schlumpe über die Straße; keinem Menschen zu Gefallen. Der liebe Gott weiß es wie selten ich einmal über die Schwelle komme, ich könnte lieber gleich ein Sclave sein, vielleicht noch eher – aber nein, wenn ich einmal ausgehe, dann will ich auch anständig aussehen. Oh der Regen – es sollte mich gar nicht wundern, wenn er die Fenster zerschlüge. Es schüttelt mich ordentlich, wenn ich an morgen früh denke; wie ich zur Mutter hinkommen soll, ist mir selber noch unbegreiflich, aber gehen muß ich, und wenn ich stürbe.
Nein Kaudel, ich borge mir keinen Regenschirm; ich will nicht, daß mir andere Leute nachsagen, ich wäre so liederlich und liefe in der Stadt herum und borgte Regenschirme.
Du willst einen neuen kaufen? Kaudel – sieh – (sich nach ihm herumwendend und mit starker Betonung) wenn Du mir einen andern Regenschirm in's Haus bringst, so werf' ich ihn aus dem Fenster, so wahr ich Margarethe heiße. Ich will meinen eigenen Schirm haben oder gar keinen.
Erst vorige Woche hab' ich eine neue Spitze daran machen lassen; wenn ich damals nur gewußt hätte was ich jetzt weiß – der hätte meinetwegen keine Spitze und keinen Griff haben können. Da muß man nun Spitzen kaufen, daß Einen andere Leute noch deßwegen auslachen. O ja, Du kannst schlafen, Dir ist Alles gleichgültig; Du denkst weder an Dein armes, geduldiges Weib, noch an Deine unschuldigen Kinder. – Du hast für weiter Nichts Sinn, als Regenschirme auszuborgen. – Männer – o ja – nennen sich Herren der Schöpfung – schöne Herren, können nicht einmal auf einen Regenschirm Acht geben.


6. Lecture 

Mrs. Caudle and Mr. Caudle 

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MADAME KAUDEL: Bah! That's the third umbrella gone since Christmas. What were you to do? Why, let him go home in the rain, to be sure. I'm very certain there was nothing about him that could spoil. Take cold? Indeed! He doesn't look like one of the sort to take cold. Besides, he'd have better taken cold than taken our umbrella. Do you hear the rain, Mr. Caudle? I say, do you hear the rain? And, as I am alive, if it isn't Saint Swithin's day! Do you hear it against the windows? Nonsense, you don't impose upon me. You can't be asleep with such a shower as that! Do you hear it, I say? Oh, you do hear it? Well that's a pretty flood, I think, to last for six weeks; and no stirring all the time out of the house. Pooh! don't think me a fool, Mr. Caudle. Don't insult me. He return the umbrella? Anybody would think you were born yesterday. As if anybody ever did return an umbrella! There--do you hear it? Worse and worse! Cats and dogs, and for six weeks--always six weeks,--and no umbrella! I should like to know how the children are to go to school tomorrow. They shan't go through such weather; I am determined. No! they shall stop at home and never learn anything--the blessed creatures!--sooner than go and get wet. And, when they grow up, I wonder who they'll have to thank for knowing nothing--who, indeed, but their father. People who can't feel for their own children ought never to be fathers. But I know why you lent the umbrella. Oh, yes; I know very well. I was going out to tea at dear mother's tomorrow,--you knew that,--and you did it on purpose. Don't tell me; you hate to have me go there, and take every mean advantage to hinder me. But don't you think it, Mr. Caudle. No, sir; if it comes down in buckets-full, I'll go all the more. No: and I won't have a cab! Where do you think the money's to come from? You've got nice high notions at that club of yours. A cab, indeed! I should like to know who's to pay for 'em? I can't pay for 'em; and I'm sure you can't if you go on as you do; throwing away your property, and beggaring your children, buying umbrellas! Do you hear the rain, Mr. Caudle? I say, do you hear it? But I don't care--I'll go to mother's tomorrow, I will, and what's more, I'll walk every step of the way; and you know that will give me my death. Don't call me a foolish woman; it's you that's a foolish man. You know I can't wear clogs; and, with no umbrella, the wet's sure to give me a cold--it always does. But, what do you care for that? Nothing at all. I may be laid up for what you care, as I dare say I shall--and a pretty doctor's bill there'll be. I hope there will! I will teach you to lend your umbrellas again. I shouldn't wonder if I caught my death: and that's what you lent your umbrella for. Of course! Nice clothes I shall get, too, traipsing through the weather like this. My gown and bonnet will be spoiled, quite. Needn't I wear 'em then? Indeed, Mr. Caudle, I shall wear 'em. No, sir; I'm not going out a dowdy to please you or anybody else. Gracious knows! It isn't often that I step over the threshold; indeed I might as well be a slave at once--better, I should say. But, when I do go out, Mr. Caudle, I choose to go as a lady. Oh! that rain--if it isn't enough to break in the windows. Ugh! I look forward with dread for tomorrow. How am I to go to mother's I'm sure I can't tell. But, if I die, I'll do it. No, sir; I won't borrow an umbrella. No; and you shan't buy one. Mr. Caudle, if you bring home another umbrella, I'll throw it into the street. Ha! it was only last week I had a new nozzle put to that umbrella. I'm sure if I'd have known as much as I do now, it might have gone without one for me. Paying for new nozzles, for other people to laught at you. Oh, it's all very well for you, you can go to sleep! You've no thought of your poor, patient wife and your own dear children. You think of nothing but lending umbrellas. Men, indeed!--call themselves lords of creation!--pretty lords, when they can't even take care of an umbrella!


 

Moderne Monologe zum Vorsprechen: 
Monologe für Männer / Schauspieler 

Rolle: Peer Gynt 
Stück: Peer Gynt 
Autor: Henrik Ibsen 

Erscheinungsjahr: 1876 
Originalsprache: Norwegisch 
Übersetzung (Deutsch): Christian Morgenstern 
Übersetzung (Englisch): William and Charles Archer 


1. Akt, 1. Szene

Peer Gynt und seine Mutter Aase 

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PEER GYNT:
[Ich hab] ihn getroffen,
Links vom Gendin. [Oh, ja!]
Kräftig blies der Wind von da;
Und so stand der Weg mir offen,
Mich durchs Holz hindurchzubirschen,
Hinter dem er grub – [Ja, ja!]
Lautlos horchend, hör' ich seinen
Huf im harten Firnschnee knirschen,
Seh' vom einen Horn die Zacken,
Wind' mich durch Geröll und Wacken
Vorwärts, und, verdeckt von Steinen,
Seh' ich einen Prachtbock, – einen,
Wie man ihn seit Jahrer zehn,
Sag' ich Dir, hier nicht gesehn!
[Und dann kam plötzlich] ein Knall!
Und den Bock zusammenbrennen!
Aber knapp, daß er zu Fall,
Sitz' ich auch schon rittlings droben,
Greif' ihm in sein linkes Ohr,
Reiß' mein Messer schon hervor,
Ihm's gerecht ins Blatt zu rennen; –
Hui! da hebt er an zu toben,
Springt, pardauz, auf alle Viere,
Wirft zurück sein Horngeäst,
Daß ich Dolch und Scheid' verliere,
Schraubt mich um die Lenden fest,
Stemmt 's Gestäng' mir an die Waden,
Klemmt mich ein wie mit 'ner Zang', –
Und so stürmt er, wutgeladen,
Just den Gendingrat entlang!
[Aber,] Mutter, hast Du den
Gendingrat einmal gesehn?
Wohl 'ne Meile läuft er drang
Hin, in Sensenrückenbreite.
Unter Firneis, Schuttmoränen,
Schnee, Geröll, Sand, kunterbunter,
Sieht Dein Aug' auf jeder Seite
Stumme, schwarze Wasser gähnen,
An die fünf-, die siebenzehn-
hundert Ellen rank hinunter.
Dort lang stoben pfeilgeschwind
Er und ich durch Wetter und Wind!
Nie ritt ich solch Rößlein, traun!
Unsrer wilden Fahrt entgegen
Schnob's wie Sonnenfunkenregen.
Adlerrücken schwammen braun
In dem schwindeltiefen Graun
Zwischen Grat und Wasserrande, –
Trieben dann davon wie Daun.
Treibeis brach und barst am Strande;
Doch sein Lärm ging ganz verloren;
Nur der Brandung Geister sprangen
Wie im Tanze, – sangen, schwangen
Sich im Reihn vor Aug' und Ohren!
[Ich kann’s kaum glauben!] Da stößt
Plötzlich, wie ein Stein sich löst,
Dicht vor uns ein Schneehuhn auf,
Flattert gackernd, aufgeschreckt,
Aus dem Spalt, der es versteckt,
Meinem Bock, bums! vor die Lichter.
Der verändert jach den Lauf –
Und mit einem Riesensatze
Nieder in den Höllentrichter!
(Aase wankt und greift nach einem Baumstamm. Peer Gynt fährt fort.)
Ob uns schwarzer Bergwand Fratze,
Nid uns bodenloser Dust! –
Durch zersplissne Nebelschichten
Erst, sodann durch einen dichten
Schwarm von Möwen, die, durchschnitten,
Kreischend auseinanderstritten, –
Nieder, nieder, nieder sauste es.
Aber aus der Tiefe grauste es
Weiß wie eine Renntierbrust. –
Mutter, das war unser eigen
Bild, das aus des Bergsees Schweigen
Tief vom Grund zum Spiegel eilte,
Umgekehrt, wie unser Sturz
Lotrecht auf ihn nieder pfeilte.
[Mutter, ich mache es kurz:]
Bock vom Berge, Bock vom Grunde
Stieß zur selbigen Sekunde!
Das Gespritz' und das Geklatsche!
Na, da lag man in der Patsche. –
Nicht gar lang' dann, und wir fanden
Irgendwo 'nen Fleck, zu landen;
Er, er schwamm, und ich umschlang ihn, –
Und hier bin ich nun – [Und er?]
Hm, der springt wohl noch umher; –
(Schnalzt mit den Fingern, wippt sich auf den Hacken und fügt hinzu:)
Wenn Du 'n laufen siehst, so fang ihn!



1. Act, 1. Scene

Peer Gynt and his Mother Aase 

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PEER GYNT:
It's true--each blessed word!
Keen the blast towards me swept;
Hidden by an alder-clump,
He was scraping in the snow-crust
After lichen----
Breathlessly I stood and listened,
Heard the crunching of his hoof,
Saw the branches of one antler.
Softly then among the boulders
I crept forward on my belly.
Crouched in the moraine I peered up;--
Such a buck, so sleek and fat,
You, I'm sure, have ne'er set eyes on.
Bang! I fired.
Clean he dropped upon the hillside.
But the instant that he fell,
I sat firm astride his back,
Gripped him by the left ear tightly,
And had almost sunk my knife-blade
In his neck, behind his skull--
When, behold! the brute screamed wildly,
Sprang upon his feet like lightning,
With a back-cast of his head
From my fist made knife and sheath fly,
Pinned me tightly by the thigh,
Jammed his horns against my legs,
Clenched me like a pair of tongs;--
Then forthwith away he flew
Right along the Gendin-Edge!
Have you ever
Chanced to see the Gendin-Edge?
Nigh on four miles long it stretches
Sharp before you like a scythe.
Down o'er glaciers, landslips, screes,
Down the toppling grey moraines,
You can see, both right and left,
Straight into the tarns that slumber,
Black and sluggish, more than seven
Hundred fathoms deep below you.
Right along the Edge we two
Clove our passage through the air.
Never rode I such a colt!
Straight before us as we rushed
'Twas as though there glittered suns.
Brown-backed eagles that were sailing
In the wide and dizzy void
Half-way 'twixt us and the tarns,
Dropped behind, like motes in air.
On the shores crashed hurtling ice-floes,
But no echo reached my ears.
Only sprites of dizziness sprang,
Dancing, round;--they sang, they swung,
Circle-wise, past sight and hearing!
All at once,
At a desperate, break-neck spot,
Rose a great cock-ptarmigan,
Flapping, cackling, terrified,
From the crack where he lay hidden
At the buck's feet on the Edge.
Then the buck shied half around,
Leapt sky-high, and down we plunged,
Both of us, into the depths!
Mountain walls behind us, black,
And below a void unfathomed!
First we clove through banks of mist,
Then we clove a flock of sea-gulls,
So that they, in mid-air startled,
Flew in all directions, screaming.
Downward rushed we, ever downward.
But beneath us something shimmered,
Whitish, like a reindeer's belly.--
Mother, 'twas our own reflection
In the glass-smooth mountain tarn,
Shooting up towards the surface
With the same wild rush of speed
Wherewith we were shooting downwards.
Buck from over, buck from under,
In a moment clashed together,
Scattering foam-flecks all around.
There we lay then, floating, plashing,--
But at last we made our way
Somehow to the northern shore;
Swam the buck, I clung behind him:--
I ran homewards--
Where's the buck?
He's there still, for aught I know.
Catch him, and your welcome to him!



 


Moderne Monologe zum Vorsprechen: 
Monologe für Männer / Schauspieler 

Rolle: Der Pfarrer 
Stück: Peer Gynt 
Autor: Henrik Ibsen 

Erscheinungsjahr: 1876 
Originalsprache: Norwegisch 
Übersetzung (Deutsch): Christian Morgenstern 
Übersetzung (Englisch): William and Charles Archer 


5. Akt, 3. Szene

Der Pfarrer, die Gemeinde und Peer Gynt - Ein Kirchhof in einem hochliegenden Gebirgssprengel.

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DER PFARRER: (spricht am Grabe.)
Und nun, da seine Seele lichtwärts fliegt,
Und leer sein Leib gleich einer Hülse liegt,
Nun, liebe Freunde, sei davon gehandelt,
Wie dieser Tote unter uns gewandelt.
Er war nicht reich, nicht sonderlich von Gaben,
Von Stimme schwach, unmännlich im Gehaben,
Sein Wort kam weich und ungewiß heraus,
Und schwerlich war er Herr im eignen Haus;
Ins Kirchlein sah man ihn verlegen treten,
Als wollt' er bitten: Laßt auch mich hier beten.
Vom Gudbrandstal, Ihr wißt, war er gekommen.
Er zog hier zu, beinahe noch ein Knab'; –
Und Ihr besinnt Euch, daß er bis ans Grab
Die rechte Hand nicht aus dem Rock genommen.
Die rechte Hand im Rock, – dies Merkmal war es,
Das diesen Mann von andern unterschied,
Und dazu sein gedrücktes, sonderbares
Benehmen, wenn er uns einmalnicht mied.
Doch waren's stille Weg' auch, die er wählte,
Und blieb er auch in unsrer Mitte fremd,
So hat's uns doch zu wissen nicht gehemmt,
Daß diese Hand nur vier der Finger zählte.
Ich weiß ihn noch, vor nun so manchem Jahr,
Den Morgen des Aushebungstags zu Lunde.
Es war zur Zeit des Kriegs. In aller Munde
Der Zukunft Fragen und des Lands Gefahr.
Ich war zugegen. Vor dem Tisch saß breit
Der Hauptmann zwischen Amtmann und Sergeanten;
Und Bursch auf Bursche ward nach dem bekannten
Gebrauch geprüft, gebucht und eingereiht.
Der Raum war voll, und draußen vor den Scheiben
Scholl lautes Lachen aus dem Jugendtreiben.
Da rief man einen Namen. Einer trat
Hervor, so bleich, wie Schnee vom Gletschergrat.
Man winkte ihm; bis er zum Tisch sich tappte,
Die rechte Hand gewickelt in ein Tuch; –
Doch wie er auch nach Worten würgte, schnappte, –
Er fand nicht eines, trotz des Hauptmanns Fluch.
Bis er zuletzt, mit brennendem Gesichte,
Halb stammelt', halb hervorstieß die Geschichte
Von einer Sichel, die ihm sei entglitten –
Und ihm den Finger glatt hab' abgeschnitten.
Da ward es still – bis auf der Wanduhr Ticken.
Man kniff den Mund zu, sah sich ins Gesicht;
Man steinigte den Mann mit stummen Blicken.
Er fühlte hageln, doch er sah es nicht.
Da stand der Hauptmann auf, alt, grau, – ich seh'
Ihn noch, – spie aus, wies fort und sagte: Geh!
Er ging. Man wich ihm aus, wie einem Schatten,
Und ließ ihn Ruten laufen. Er gewann
Die Tür; da hub er blind zu rennen an; –
Und nun – hinauf durch Wälder, über Matten,
Hin über Halden, Hänge, Felsgeschütte – –.
Weit droben im Gebirg lag seine Hütte. –
Ein Halbjahr später war's dann, daß er kam,
Mit Mutter, Braut und Kind, der unsre werden.
Er pachtete sich hier ein Streiflein Erden,
Ein Stückchen Brachmark, das sonst keiner nahm.
Er schloß, sobald es ging, den Ehebund,
Er schritt zum Hausbau, brach den harten Grund;
Und mit Erfolg, wie manches Fleckchen Land
Erzählte, das da gelb in Ähren stand.
Zur Kirche kam er nur, die Hand verborgen, –
Allein daheim, wo's keiner mochte sehn,
Da schafften die neun Finger wohl für zehn. –
Da kam der Bach an einem Frühlingsmorgen.
Sein nacktes Leben rettete das Völkchen.
Er aber ging von neuem an sein Werk.
Es fiel das Laub, und aber stiegen Wölkchen
Aus einer Hütte, dicht nun unterm Berg.
Vorm Bach , – doch auch vor Schneegewehe?
Zwei Jahre später lag sie unterm Schnee.
Allein der Mann stritt weiter, unerschrocken.
Er hackte, karrte, schaufelte, grub aus, –
Und vor des nächsten Winters ersten Flocken
Stand da zum dritten Mal sein schlichtes Haus.
Drei Söhne hatte er, drei flinke Jungen;
Zur Schule sollten die, und das war weit; –
Der Anschluß an den Weg zudem bedungen
Durch einen Felsenschacht, kaum mannesbreit.
Wie half er sich! Der ältste mußt' sich placken,
So gut es ging, und wo der Steig zu steil,
Da nahm der Mann den Kletternden ans Seil;
Die andern trug er hin auf Arm und Nacken.
So stritt er Jahr um Jahr; sie wurden groß.
Verschönte nun ihr Dank des Vaters Los?
Drei reiche Herren in der Welt, der neuen,
Vergaßen bald der Heimat und des Treuen.
Er war von kurzem Blick. Was über seinen
Bezirk ging, – von dem allen sah er nichts.
Wie taube Schellen klang ihm, was für einen
Der Unsern dröhnt wie Glocken des Gerichts.
Volk, Vaterland, uraltgeheiligt Hehres,
Stand wie im Nebel vor ihm, – Blendwerk, leeres.
Doch Demut, Demut war in diesem Mann;
Seit damals trug er schon an seinem Bann,
So wahr als Scham auf seiner Wange brannte
Und seine Finger in die Tasche bannte. –
Ein Brecher des Gesetzes? Mag es sein!
Doch etwas leuchtet über dem Gesetze,
Wie dort des Berghaupts starrend Felsgestein
Noch überkrönen lichte Wolkennetze.
Ein schlechter Bürger war er. Unfruchtbar
Für Staat und Kirche. Doch am Berg da droben,
Wo er im engsten Kreis sein Glück gewoben,
Dort war er groß, weil er er selber war; –
Weil der ihm eingeborne Klang nie schwieg;
Ein Klang, wie Geigen seufzen unterm Dämpfer.
Und darum Friede Dir, Du stiller Kämpfer,
Den schuf und brach des Bauern kleiner Krieg!
Wir wollen Herz und Nieren nicht ergründen;
Gott ziemt's allein, das letzte Licht zu zünden; –
Doch dies ist meiner Hoffnung Stern und Kern:
Der Mann steht kaum als Krüppel vor dem Herrn!

(Das Leichengefolge trennt sich voneinander und geht. Peer Gynt bleibt allein zurück.)


5. Akt, 3. Szene

Der Pfarrer, die Gemeinde und Peer Gynt - Ein Kirchhof in einem hochliegenden Gebirgssprengel.

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DER PFARRER: (spricht am Grabe.)
Und nun, da seine Seele lichtwärts fliegt,
Und leer sein Leib gleich einer Hülse liegt,
Nun, liebe Freunde, sei davon gehandelt,
Wie dieser Tote unter uns gewandelt.
Er war nicht reich, nicht sonderlich von Gaben,
Von Stimme schwach, unmännlich im Gehaben,
Sein Wort kam weich und ungewiß heraus,
Und schwerlich war er Herr im eignen Haus;
Ins Kirchlein sah man ihn verlegen treten,
Als wollt' er bitten: Laßt auch mich hier beten.
Vom Gudbrandstal, Ihr wißt, war er gekommen.
Er zog hier zu, beinahe noch ein Knab'; –
Und Ihr besinnt Euch, daß er bis ans Grab
Die rechte Hand nicht aus dem Rock genommen.
Die rechte Hand im Rock, – dies Merkmal war es,
Das diesen Mann von andern unterschied,
Und dazu sein gedrücktes, sonderbares
Benehmen, wenn er uns einmalnicht mied.
Doch waren's stille Weg' auch, die er wählte,
Und blieb er auch in unsrer Mitte fremd,
So hat's uns doch zu wissen nicht gehemmt,
Daß diese Hand nur vier der Finger zählte.
[...] Drei Söhne hatte er, drei flinke Jungen;
Zur Schule sollten die, und das war weit; –
Der Anschluß an den Weg zudem bedungen
Durch einen Felsenschacht, kaum mannesbreit.
Wie half er sich! Der ältste mußt' sich placken,
So gut es ging, und wo der Steig zu steil,
Da nahm der Mann den Kletternden ans Seil;
Die andern trug er hin auf Arm und Nacken.
So stritt er Jahr um Jahr; sie wurden groß.
Verschönte nun ihr Dank des Vaters Los?
Drei reiche Herren in der Welt, der neuen,
Vergaßen bald der Heimat und des Treuen.
Er war von kurzem Blick. Was über seinen
Bezirk ging, – von dem allen sah er nichts.
Wie taube Schellen klang ihm, was für einen
Der Unsern dröhnt wie Glocken des Gerichts.
Volk, Vaterland, uraltgeheiligt Hehres,
Stand wie im Nebel vor ihm, – Blendwerk, leeres.
Doch Demut, Demut war in diesem Mann;
Seit damals trug er schon an seinem Bann,
So wahr als Scham auf seiner Wange brannte
Und seine Finger in die Tasche bannte. –
Ein Brecher des Gesetzes? Mag es sein!
Doch etwas leuchtet über dem Gesetze,
Wie dort des Berghaupts starrend Felsgestein
Noch überkrönen lichte Wolkennetze.
Ein schlechter Bürger war er. Unfruchtbar
Für Staat und Kirche. Doch am Berg da droben,
Wo er im engsten Kreis sein Glück gewoben,
Dort war er groß, weil er er selber war; –
Weil der ihm eingeborne Klang nie schwieg;
Ein Klang, wie Geigen seufzen unterm Dämpfer.
Und darum Friede Dir, Du stiller Kämpfer,
Den schuf und brach des Bauern kleiner Krieg!
Wir wollen Herz und Nieren nicht ergründen;
Gott ziemt's allein, das letzte Licht zu zünden; –
Doch dies ist meiner Hoffnung Stern und Kern:
Der Mann steht kaum als Krüppel vor dem Herrn!

(Das Leichengefolge trennt sich voneinander und geht. Peer Gynt bleibt allein zurück.)


5. Act, 3. Scene

Priest, the Church Community and Peer Gynt  

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PRIEST: (Speaking beside a grave.)
Now, when the soul has gone to meet its doom,
And here the dust lies, like an empty pod,--
Now, my dear friends, we'll speak a word or two
About this dead man's pilgrimage on earth.
He was not wealthy, neither was he wise,
His voice was weak, his bearing was unmanly,
He spoke his mind abashed and faltering,
He scarce was master at his own fireside;
He sidled into church, as though appealing
For leave, like other men, to take his place.
It was from Gudbrandsdale, you know, he came.
When here he settled he was but a lad;--
And you remember how, to the very last,
He kept his right hand hidden in his pocket.
That right hand in the pocket was the feature
That chiefly stamped his image on the mind,--
And therewithal his writhing, his abashed
Shrinking from notice wheresoe'er he went.
But, though he still pursued a path aloof,
And ever seemed a stranger in our midst,
You all know what he strove so hard to hide,--
The hand he muffled had four fingers only.--
I well remember, many years ago,
One morning; there were sessions held at Lundë.
'Twas war-time, and the talk in every mouth
Turned on the country's sufferings and its fate.
I stood there watching. At the table sat
The Captain, 'twixt the Bailiff and the sergeants;
Lad after lad was measured up and down,
Passed, and enrolled, and taken for a soldier.
The room was full, and from the green outside,
Where thronged the young folks, loud the laughter rang.
A name was called, and forth another stepped,
One pale as snow upon the glacier's edge.
They bade the youth advance; he reached the table;
We saw his right hand swaddled in a clout;--
He gasped, he swallowed, battling after words,--
But, though the Captain urged him, found no voice.
Ah yes, at last! Then with his cheek aflame,
His tongue now failing him, now stammering fast
He mumbled something of a scythe that slipped
By chance, and shore his finger to the skin.
Straightway a silence fell upon the room.
Men bandied meaning glances; they made mouths;
They stoned the boy with looks of silent scorn.
He felt the hail-storm, but he saw it not.
Then up the Captain stood, the grey old man;
He spat, and pointed forth, and thundered "Go!"
And the lad went. On both sides men fell back,
Till through their midst he had to run the gauntlet.
He reached the door; from there he took to flight;--
Up, up he went,--through wood and over hillside,
Up through the stone-screes, rough, precipitous.
He had his home up there among the mountains.--
It was some six months later he came here,
With mother, and betrothed, and little child.
He leased some ground upon the high hill-side,
There where the waste lands trend away towards Lomb.
He married the first moment that he could;
He built a house; he broke the stubborn soil;
He throve, as many a cultivated patch
Bore witness, bravely clad in waving gold.
At church he kept his right hand in his pocket,--
But sure I am at home his fingers nine
Toiled every whit as hard as others' ten.--
One spring the torrent washed it all away.
Their lives were spared. Ruined and stripped of all,
He set to work to make another clearing;
And, ere the autumn, smoke again arose
From a new, better-sheltered, mountain farmhouse.
Sheltered? From torrent--not from avalanche;
Two years, and all beneath the snow lay buried.
But still the avalanche could not daunt his spirit.
He dug, and raked, and carted--cleared the ground--
And the next winter, ere the snow-blasts came,
A third time was his little homestead reared.
Three sons he had, three bright and stirring boys;
They must to school, and school was far away;--
And they must clamber, where the hill-track failed,
By narrow ledges past the headlong scree.
What did he do? The eldest had to manage
As best he might, and, where the path was worst,
His father bound a rope round him to stay him;--
The others on his back and arms he bore.
Thus he toiled, year by year, till they were men.
Now might he well have looked for some return.
In the New World, three prosperous gentlemen
Their school-going and their father have forgotten.
He was short-sighted. Out beyond the circle
Of those most near to him he nothing saw.
To him seemed meaningless as cymbals' tinkling
Those words that to the heart should ring like steel.
His race, his fatherland, all things high and shining,
Stood ever, to his vision, veiled in mist.
But he was humble, humble, was this man;
And since that sessions-day his doom oppressed him,
As surely as his cheeks were flushed with shame,
And his four fingers hidden in his pocket--
Offender 'gainst his country's laws? Ay, true!
But there is one thing that the law outshineth
Sure as the snow-white tent of Glittertind
Has clouds, like higher rows of peaks, above it.
No patriot was he. Both for church and state
A fruitless tree. But there, on the upland ridge,
In the small circle where he saw his calling,
There he was great, because he was himself.
His inborn note rang true unto the end.
His days were as a lute with muted strings.
And therefore, peace be with thee, silent warrior,
That fought the peasant's little fight, and fell!
It is not ours to search the heart and reins;--
That is no task for dust, but for its ruler;--
Yet dare I freely, firmly, speak my hope:
He scarce stands crippled now before his God!



 


Moderne Monologe zum Vorsprechen: 
Monologe für Frauen / Schauspielerinnen 

Rolle: Nora 
Stück: Nora oder Ein Puppenheim
Autor: Henrik Ibsen 

Erscheinungsjahr: 1879 
Originalsprache: Norwegisch 
Übersetzung (Deutsch): Marie von Borch


3. Akt 

Nora und Torvald. 

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NORA: Ihr habt viel an mir gesündigt, Torvald. Zuerst Papa, dann Du. [...] Ihr habt mich nie geliebt. Euch machte es nur Spaß, in mich verliebt zu sein. [...] Ja, es ist so, Torvald. Als ich zu Hause war bei Papa, teilte er mir alle seine Ansichten mit, und so hatte ich dieselben Ansichten. War ich aber einmal anderer Meinung, dann verheimlichte ich das; denn es wäre ihm nicht recht gewesen. Er nannte mich sein Puppenkind, und spielte mit mir, wie ich mit meinen Puppen spielte. Dann kam ich zu Dir ins Haus – [...] Ich meine, dann ging ich aus Papas Händen in Deine über. Du richtetest alles nach Deinem Geschmack ein, und so bekam ich denselben Geschmack wie Du; aber ich tat nur so: ich weiß es nicht mehr recht – vielleicht war es auch beides: bald so und bald so. Wenn ich jetzt zurückblicke, so ist mir, als hätte ich hier wie ein Bettler gelebt, – nur von der Hand in den Mund. Ich lebte davon, daß ich Dir Kunststücke vormachte, Torvald. Aber Du wolltest es ja so haben. Du und Papa, Ihr habt Euch schwer an mir versündigt. Ihr seid schuld daran, daß nichts aus mir geworden ist. [...] Ich [bin hier] nie [glücklich] gewesen. Ich habe es geglaubt, aber ich bin es nie gewesen. [...] Nein, - nur lustig. Und Du warst immer so lieb zu mir. Aber unser Heim ist nichts anderes als eine Spielstube gewesen. Hier bin ich Deine Puppenfrau gewesen, wie ich zu Hause Papas Puppenkind war. Und die Kinder, die waren wiederum meine Puppen. Wenn Du mich nahmst und mit mir spieltest, so machte mir das gerade solchen Spaß, wie es den Kindern Spaß machte, wenn ich sie nahm und mit ihnen spielte. Das ist unsere Ehe gewesen, Torvald.


 


Moderne Monologe zum Vorsprechen: 
Monologe für Männer / Schauspieler 

Rolle: Oswald
Stück: Gespenster 
Autor: Henrik Ibsen 

Erscheinungsjahr: 1876 
Originalsprache: Norwegisch 
Übersetzung (Deutsch): Christian Morgenstern 


2. Akt 

Oswald und seine Mutter (Frau Alving) 

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OSWALD: (zieht sie wieder nieder) Bleib sitzen, Mutter. Nimm es nur in Ruhe auf. Ich bin auch nicht so richtig krank; nicht, was man im allgemeinen krank nennt. Schlägt die Hände über dem Kopf zusammen. Mutter, ich bin geistig gebrochen, – vernichtet, – ich darf nie wieder ans Arbeiten denken! Birgt hastig das Gesicht in den Händen, wirft sich in Frau Alvings Schoß und bricht in Schluchzen aus. (sieht mit verzweifelten Blicken auf) Nie mehr arbeiten können! Nie – nie mehr! Tot sein bei lebendigem Leibe! Mutter, kannst Du Dir etwas so Furchtbares denken? (setzt sich wieder aufrecht) Ja, eben das kann ich absolut nicht fassen und begreifen. Ich habe niemals ein ausschweifendes Leben geführt. In gar keiner Beziehung. Das darfst Du von mir nicht glauben, Mutter! Das habe ich nie getan. Und doch ist so etwas über mich gekommen! Dieses fürchterliche Unglück!(schwermütig) Das habe ich im Anfang auch geglaubt; aber es ist nicht so. Das will ich auch. Gleich nachdem ich das letzte Mal hier gewesen und wieder nach Paris gekommen war. Es fing damit an, daß ich die wahnsinnigsten Kopfschmerzen bekam, – meistens im Hinterkopf, wie mir schien. Mir war, als würde mir ein enger Eisenring um den Nacken und nach oben hinauf geschraubt. Zunächst glaubte ich, es wäre nur der gewöhnliche Kopfschmerz, von dem ich in der Zeit meines Wachstums so sehr geplagt wurde. Aber das war es nicht; das merkte ich bald. Ich konnte nicht mehr arbeiten. Ich wollte ein neues großes Bild anfangen; aber es war, als ob die Kräfte mich verließen; meine ganze Energie war wie gelähmt; ich konnte mich nicht zu festen Vorstellungen sammeln; es schwindelte mir vor den Augen, – alles drehte sich im Kreise. Ach, es war ein entsetzlicher Zustand! Schließlich habe ich zum Arzt geschickt – und von ihm habe ich Aufschluß erhalten. Es war einer der ersten Ärzte von Paris. Ich mußte ihm beschreiben, was und wie ich es fühlte; und da fing er denn an, mir eine ganze Reihe Fragen zu stellen, die mit der Sache scheinbar nichts zu tun hatten; ich begriff nicht, wo der Mann hinaus wollte – Schließlich sagte er: von Geburt an haben Sie was Wurmstichiges an sich gehabt; – er brauchte genau den Ausdruck: »vermoulu«. Ich verstand es auch nicht und bat ihn um eine nähere Erklärung. Und da sagte der alte Zyniker – Ballt die Faust. Oh –! Er sagte: der Väter Sünden werden heimgesucht an den Kindern. Ich war versucht, ihm ins Gesicht zu schlagen – (lächelt schwermütig) Ja, was sagst Du dazu? Natürlich versicherte ich ihm, daß von so etwas gar nicht die Rede sein könne. Aber glaubst Du, daß er sich davon abbringen ließ? Nein; er blieb dabei; und erst nachdem ich Deine Briefe hervorgeholt und ihm alle die Stellen übersetzt hatte, die vom Vater handelten – Ja, da mußte er selbstverständlich zugeben, daß er auf falscher Fährte gewesen war; und dann erfuhr ich die Wahrheit. Die unfaßbare Wahrheit! Jenem seligen, glücklichen Jugendleben mit den Kameraden hätte ich mich fernhalten müssen. Es hätte meine Kräfte wesentlich überstiegen. Also selbstverschuldet! Eine andere Erklärung wäre nicht möglich, sagte er. Das ist das Furchtbare. Rettungslos verloren fürs ganze Leben – durch meine eigene Unbesonnenheit. Was hätte ich nicht alles auf der Welt vollbringen können, – nicht mal mehr daran denken zu dürfen, – nicht daran denken zu können. O, könnte ich nur ein neues Leben beginnen, – könnte ich alles ungeschehen machen! Wirft sich mit dem Gesicht aufs Sofa. (sieht nach einer Weile auf und bleibt, auf den Ellenbogen gestützt, halb liegen) Wenn es doch nur wenigstens etwas Ererbtes wäre, – etwas, wofür man selbst nichts kann. Aber so! Auf so schändliche, gedankenlose, leichtsinnige Art sein ganzes Glück, seine ganze Gesundheit, alles, aber auch alles, – seine Zukunft, sein Leben verwirtschaftet zu haben –! Ach, Du weißt nicht –. Springt auf. Und dann, Mutter –, daß ich Dir diese Sorge machen muß! Manchmal habe ich fast gewünscht und gehofft, Du möchtest mich weniger lieb haben. (ergreift ihre beiden Hände und küßt sie) Freilich, ich sehe es wohl. Wenn ich zu Hause bin, so sehe ich es ja. Und das ist mit das Schwerste für mich. – Jetzt weißt Du es also. Und nun wollen wir für heute nicht mehr davon reden. Ich kann es nicht vertragen, so lange hintereinander darüber nachzudenken. (Geht durchs Zimmer)


Moderne Monologe zum Vorsprechen: 
Monologe für Männer / Schauspieler 

Rolle: Der Stadtvogt 
Stück: Ein Volksfeind
Autor: Henrik Ibsen 

Erscheinungsjahr: 1882 
Originalsprache: Norwegisch 
Übersetzung (Deutsch): Christian Morgenstern 
Übersetzung (Englisch): William Archer


2. Akt

Der Stadtvogt und Stockmann, dann Frau Stockmann und Petra

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DER STADTVOGT: Ach, das Publikum braucht gar keine neuen Gedanken. Dem Publikum ist am besten mit den alten, guten, anerkannten Gedanken gedient, die es schon hat. Ja, einmal muß ich doch grade heraus mit Dir sprechen. Bis jetzt habe ich es zu vermeiden gesucht, weil ich weiß, wie irritabel Du bist; aber jetzt muß ich Dir die Wahrheit sagen, Thomas. Du machst Dir keine Vorstellung davon, wie sehr Du Dir mit Deiner Übereiltheit schadest. Du beklagst Dich über die Behörden, ja selbst über die Regierung, – reißt sie sogar herunter, – behauptest, Du würdest zurückgesetzt, verfolgt. Aber kannst Du anderes erwarten, – so ein lästiger Mann, wie Du bist. Ja, Thomas, Du bist als Mitarbeiter ein sehr lästiger Mann. Das habe ich fühlen müssen. Du setzt Dich über alle Rücksichten hinweg; Du scheinst ganz zu vergessen, daß ich es bin, dem Du diesen Deinen Posten als Badearzt zu verdanken hast – Aber damals war der richtige Zeitpunkt noch nicht da; na, das konntest Du da oben in Deinem Winkel ja nicht beurteilen. Als dann aber der passende Moment gekommen war, da nahm ich – und die anderen – die Sache in die Hand – Nach meiner Ansicht zeigt es sich nur, daß Du wieder einmal ein Ventil für Deine Streitsucht brauchst, Du willst Deinen Vorgesetzten zu Leibe; – das ist ja eine alte Gewohnheit von Dir. Du willst keine Autorität über Dir dulden; Du siehst jeden schief an, der ein übergeordnetes Amt bekleidet; Du betrachtest ihn als einen persönlichen Feind, – und sofort ist Dir jedwede Angriffswaffe recht. Aber jetzt habe ich Dich darauf aufmerksam gemacht, welche Interessen für die ganze Stadt auf dem Spiel stehen, – und folglich auch für mich. Und deshalb sage ich Dir, Thomas, ich bin unerbittlich in der Forderung, die ich jetzt an Dich zu stellen beabsichtige. Da Du so schwatzhaft gewesen bist, von dieser heiklen Angelegenheit Unberufenen gegenüber zu sprechen, obgleich sie als ein Direktionsgeheimnis hätte bewahrt werden müssen, so kann die Sache natürlich nicht vertuscht werden. Allerhand Gerüchte werden sich verbreiten, und unsere Neider werden die Gerüchte durch allerlei Zusätze nähren. Es wird deshalb nötig sein, daß Du solchen Gerüchten öffentlich entgegentrittst. Es steht zu erwarten, Du werdest vermöge erneuter Untersuchungen zu dem Resultat kommen, daß die Sache nicht annähernd so gefährlich oder bedenklich ist, wie Du Dir im ersten Augenblick eingebildet hast. Und weiter erwartet man, daß Du zu der Verwaltung das Vertrauen hegst und ihm öffentlich Ausdruck gibst, sie werde gründlich und gewissenhaft das Nötige veranlassen, um möglichen Übelständen abzuhelfen. Als Angestellter hast Du kein Recht eine separate Überzeugung zu haben. Als Angestellter, sage ich. Als Privatperson, – du lieber Gott, das ist eine andere Sache. Aber als subalterner Beamter des Bades darfst Du keine Überzeugung aussprechen, die im Gegensatz zu der Deiner Vorgesetzten steht. Die Angelegenheit, um die es sich hier handelt, ist nicht rein wissenschaftlich; es ist eine kombinierte Angelegenheit; es ist sowohl eine technische als auch eine ökonomische Angelegenheit. [Du hast] die Freiheit […], [dich] über alle möglichen Angelegenheiten der Welt auszusprechen! Bitte sehr. Aber nur nicht über die Angelegenheiten des Bades –. Das verbieten wir Dir. Ich verbiete es Dir, – ich, Dein oberster Vorgesetzter; und wenn ich es Dir verbiete, so hast Du zu gehorchen. [Sonst] werde ich nicht verhindern können, daß Du Deinen Abschied bekommst. Den Abschied als Badearzt. Ich werde mich veranlaßt sehen, augenblicklich Kündigung zu beantragen und Dir alle Funktionen zu untersagen, die mit dem Bade etwas zu tun haben. Du bist jetzt gewarnt. Überlege Dir denn, was Du Dir und den Deinen schuldig bist. Adieu. (Ab.)


2. Act

The Burgomaster and Mr. Stockmann, dann Mrs. Stockmann and Petra 

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BURGOMASTER: Oh, the public has no need for new ideas. The public gets on best with the good old recognized ideas it has already. Yes, I must speak frankly to you for once. I have tried to avoid it, for I know how irritable you are; but now I must tell you the truth, Thomas. You have no conception how much you injure yourself by your officiousness. You complain of the authorities, ay, of the Government itself--you cry them down and maintain that you have been slighted, persecuted. But what else can you expect, with your impossible disposition? Yes, Thomas, you are an impossible man to work with. I know that from experience. You have no consideration for any one or any thing; you seem to quite forget that you have me to thank for your position as medical officer of the Baths--and I can see that you are again seeking an outlet for your pugnacity. You want to make an onslaught on your superiors--that is an old habit of yours. You cannot endure any authority over you; you look askance at any one who holds a higher post than your own; you regard him as a personal enemy--and then you care nothing what kind of weapon you use against him. I have shown you how much is at stake for the town, and consequently for me too. And therefore I warn you, Thomas, that I am inexorable in the demand I am about to make of you! As you have not had the sense to refrain from chattering to outsiders about this delicate business, which should have been kept an official secret, of course it cannot now be hushed up. All sorts of rumours will get abroad, and evil-disposed persons will invent all sorts of additions to them. It will therefore be necessary for you publicly to contradict these rumours. We expect that, after further investigation, you will come to the conclusion that the affair is not nearly so serious or pressing as you had at first imagined. Furthermore, we expect you to express your confidence that the Board of Directors will thoroughly and conscientiously carry out all measures for the remedying of any possible defects. The matter in question is not a purely scientific one; it is a complex affair; it has both a technical and an economic side. You may speak your mind as you please--so long as it does not concern the Baths--but I cannot allow you to interfere with the town's chief source of prosperity. As a subordinate official, you have no right to express any conviction at odds with that of your superiors. If you do so, I will be unable to prevent your dismissal from the Baths. You have had your warning now. Reflect on what is due to yourself and to your family. Goodbye.

 


Moderne Monologe zum Vorsprechen: 
Monologe für Männer / Schauspieler 

Rolle: Bernick
Stück: Die Stützen der Gesellschaft 
Autor: Henrik Ibsen 

Erscheinungsjahr: 1877 
Originalsprache: Norwegisch 
Übersetzung (Deutsch): Christian Morgenstern 
Übersetzung (Englisch): William Archer 


3. Akt

Bernick und Lona 

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BERNICK: Lona, Dir gegenüber kann ich wohl so offen sein wie zu sonst niemand; ich will vor Dir nichts verschweigen. Ich bin mit schuld daran, daß sich jenes Gerücht verbreitet hat. […] Du sollst nicht verurteilen, ohne zu bedenken, wie die Sachen damals standen. Ich erzählte es Dir ja gestern. Ich kam nach Hause und fand meine Mutter verwickelt in eine ganze Reihe törichter Unternehmungen; Pech der verschiedensten Art kam dazu; es war, als ob alles Böse es auf uns abgesehen hätte; unser Haus stand knapp vor dem Ruin. Halb war ich leichtsinnig und halb verzweifelt. Lona, ich glaube, um meine Gedanken zu betäuben, – hauptsächlich darum ließ ich mich in jenes Verhältnis ein, das Johanns Abreise veranlaßt hat. […] Du kannst Dir wohl vorstellen, wie nach seiner und Deiner Abreise allerlei Gerüchte die Stadt durchschwirrten. Man sagte: das war nicht sein erster leichtsinniger Streich. Dann hieß es wieder, Dorf hätte eine große Summe Geldes von Johann bekommen, damit er schweige und seines Weges gehe; und andere behaupteten, die Frau hätte es bekommen. Zu gleicher Zeit blieb es nicht verborgen, daß unser Haus seinen Verpflichtungen nur schwer nachkommen konnte. Was war natürlicher, als daß die Klatschmäuler diese beiden Gerüchte miteinander in Verbindung brachten? Da die Frau hier blieb und in Dürftigkeit lebte, so behauptete man, Johann hätte das Geld nach Amerika mitgenommen und das Gerücht nannte eine unaufhörlich wachsende Summe. […] Ich griff nach diesem Gerücht wie nach einem Rettungsanker. […] Ich habe es nicht widerlegt. Die Gläubiger fingen schon an, uns auf den Leib zu rücken; es galt, sie zu beruhigen. Unter keinen Umständen durfte man gegen die Solidität des Hauses Verdacht schöpfen; eine vorübergehende Verlegenheit hätte uns betroffen; man sollte nur nicht drängen, sollte uns Zeit lassen; keiner würde etwas verlieren. […] [Ja], Lona. Dieses Gerücht hat unser Haus gerettet und mich zu dem Manne gemacht, der ich jetzt bin. […] Wem hat sie damals geschadet? Johanns Vorsatz war, nie wiederzukommen. […] Bei jedem einzigen Manne, wer es auch sei, wirst Du, wenn Du ihm ins Herz schaust, wenigstens einen dunklen Punkt entdecken, den er verbergen muß.


3. Act

Bernick and Lona 

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BERNICK: I find I can talk to you as I can to no one else; I shall conceal nothing from you. I had my share in spreading the rumour. You must not condemn me without remembering how matters stood at the time. As I told you yesterday, I came home to find my mother involved in a whole series of foolish undertakings. Disasters of various kinds followed; all possible ill-luck seemed to crowd upon us; our house was on the verge of ruin. I was half reckless and half in despair. Lona, I believe it was principally to deaden thought that I got into that entanglement which ended in Johan's going away. You can easily imagine that there were all sorts of rumours in the air after you two had left. It was said that this was not his first misdemeanour. Some said Dorf had received a large sum of money from him to hold his tongue and keep out of the way; others declared she had got the money. At the same time it got abroad that our house had difficulty in meeting its engagements. What more natural than that the scandal-mongers should put these two rumours together? Then, as Madam Dorf remained here in unmistakable poverty, people began to say that he had taken the money with him to America; and rumour made the sum larger and larger every day. I clutched at the rumour as a drowning man clutches at straw. I did not contradict it. Our creditors were beginning to press us; I had to quiet them--to prevent them from doubting the solidity of the firm. I let it be thought that a momentary misfortune had befallen us, but that if people only refrained from pressing us--if they would only give us time--every one should be paid in full. And every one was paid in full. Yes, Lona; that rumour saved our house and made me the man I am. A lie ... yes ... but whom did it hurt, then? Johan intended never to return. [Pause.] Look into any man you please, and you will find at least one dark spot that must be kept out of sight.



Moderne Monologe zum Vorsprechen: 
Monologe für Männer / Schauspieler 

Rolle: Bernick
Stück: Die Stützen der Gesellschaft 
Autor: Henrik Ibsen 

Erscheinungsjahr: 1877 
Originalsprache: Norwegisch 
Übersetzung (Deutsch): Christian Morgenstern 
Übersetzung (Englisch): William Archer 


2. Akt

Bernick und Aune 

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BERNICK: Ich habe Sie nicht herbestellt, um zu disputieren. Ich habe Sie rufen lassen, um Ihnen zu sagen, daß unser Havarist »Indian Girl« bis übermorgen repariert und seetüchtig sein muß. […] Übermorgen, hören Sie! Zu gleicher Zeit mit unserm eignen Schiff; nicht eine Stunde später! Ich habe meine guten Gründe, die Sache zu beschleunigen. Haben Sie heut morgen die Zeitung gelesen? Na, dann wissen Sie auch, daß die Amerikaner wieder Unfug getrieben haben. Dies ruchlose Pack kehrt ja in der Stadt das Unterste zu oberst. Keine Nacht vergeht ohne Schlägereien in den Wirtshäusern und auf den Straßen, von allen andern Widerwärtigkeiten gar nicht zu reden. […] Und wem wird das Unwesen in die Schuhe geschoben? Mir! Ja, über mich geht's her. Diese Zeitungsschreiber schmähen in verblümter Weise, wir konzentrierten die ganze Arbeitskraft auf den »Palmbaum«. Ich, der ich die Aufgabe habe, durch die Macht des Beispiels auf meine Mitbürger zu wirken, muß mir dergleichen unter die Nase reiben lassen. Das ertrage ich nicht. Ich lasse mir's nicht gefallen, daß mein Name derart besudelt wird. […] Gerade in diesem Augenblick brauche ich mehr denn je die ganze Achtung und das ganze Wohlwollen, das meine Mitbürger für mich haben. Ich habe, wie Sie vielleicht gehört haben, ein großes Unternehmen vor; gelingt es aber diesen böswilligen Menschen, das unbedingte Vertrauen in meine Person zu erschüttern, so können mir daraus die größten Schwierigkeiten erwachsen. Darum will ich um jeden Preis den boshaften und verleumderischen Zeitungsschreibereien aus dem Wege gehen, und darum hab' ich den Termin auf übermorgen festgesetzt.


2. Act

Bernick and Aune

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BERNICK: I didn't get you here to argue with you. I sent for you to tell you that the Indian Girl must be ready to sail the day after tomorrow. The day after tomorrow, do you hear? At the same time as our own ship; not an hour later. I have my reasons for hurrying the affair. Have you read this morning's paper? Ah!--then you know that the Americans have been making disturbances again. The ruffianly crew turn the whole town topsy-turvy. Not a night passes without fights in the taverns or on the street; not to speak of other abominations. And who gets the blame of all this? It is I--yes, I--that suffer for it. These wretched newspaper-men are covertly carping at us for giving our whole attention to the Palm Tree. And I, whose mission it is to set an example to my fellow citizens, must have such things thrown in my teeth! I won't bear it. I cannot have my name bespattered in this way. Not just now; precisely at this moment I need all the respect and goodwill of my fellow citizens, I have a great undertaking in hand, as you have probably heard; and if evil-disposed persons should succeed in shaking people's unqualified confidence in me, it may involve me in the most serious difficulties. I must silence these carping and spiteful scribblers at any cost; and that is why I give you till the day after tomorrow.



  1. STENSGARD in «Der Bund der Jugend»
  2. DER KAMMERHERR in «Der Bund der Jugend»
  3. BRAND in «Brand»
  4. JEAN VALJEAN in «Die Elenden / Les Misérables»
  5. DER SENATOR in «Die Elenden / Les Misérables»
  6. GRINGOIRE in «Der Glöckner von Notre Dame»
  7. ESMERELDA in «Der Glöckner von Notre Dame»
  8. DER PRIESTER in «Der Glöckner von Notre Dame» II.
  9. DER PRIESTER in «Der Glöckner von Notre Dame» I.
  10. LÄUFFER in «Der Hofmeister»
  11. CATHARINA in «Catharina von Siena» II.
  12. CATHARINA in «Catharina von Siena» I.
  13. SABINE in «Die deutschen Kleinstädter»
  14. FRAU STAAR in «Die deutschen Kleinstädter»
  15. PALME in «Palme oder Der Gekränkte»
  16. Y in «XYZ»
  17. HAITANG in «Der Kreidekreis»
  18. ATALANTA in «Atalanta oder die Angst»
  19. KASSIERER in «Von morgens bis mitternachts»
  20. AFFE ROTPETER in «Ein Bericht für eine Akademie»
  21. ELEKTRA in «Elektra»
  22. DAS JUNGE MÄDCHEN in «Der Tor und der Tod»
  23. CLAUDIO in «Der Tor und der Tod»
  24. KLARA in «Maria Magdalena» III.
  25. KLARA in «Maria Magdalena» II.
  26. KLARA in «Maria Magdalena» I.
  27. KARL in «Maria Magdalena»
  28. JUDITH in «Judith»
  29. HERODES in «Herodes und Mariamne» II.
  30. HERODES in «Herodes und Mariamne» I.
  31. RHODOPE in «Gyges und sein Ring»
  32. KRIEMHILD in «Die Nibelungen: Kriemhilds Rache» II.
  33. KRIEMHILD in «Die Nibelungen: Kriemhilds Rache» I.
  34. ERNST in «Agnes Bernauer»
  35. ALBRECHT in «Agnes Bernauer»
  36. AGNES in «Agnes Bernauer» II.
  37. AGNES in «Agnes Bernauer» I.
  38. ROGER in «Der scharlachrote Buchstabe»
  39. ALFRED LOTH in «Vor Sonnenaufgang»
  40. MICHAEL KRAMER in «Michael Kramer» III.
  41. MICHAEL KRAMER in «Michael Kramer» II.
  42. MICHAEL KRAMER in «Michael Kramer» I.
  43. ELEKTRA in «Iphigenie in Delphi»
  44. PROSPERO in «Indipohdi»
  45. FRANZISKA WERMELSKIRCH in «Fuhrmann Henschel»
  46. PIPERKARCKA in «Die Ratten»
  47. HEINRICH in «Der arme Heinrich» II.
  48. HEINRICH in «Der arme Heinrich» I.
  49. DER SOHN in «Der Sohn»
  50. LEON in «Weh dem, der lügt!»
  51. GREGOR in «Weh dem, der lügt!»
  52. SAPPHO in «Sappho» III.
  53. SAPPHO in «Sappho» II.
  54. SAPPHO in «Sappho» I.
  55. MELITTA in «Sappho»
  56. RAHEL in «Die Jüdin von Toledo»
  57. HERO in «Des Meeres und der Liebe Wellen»
  58. CORNELIA in «Verliebtes Gespenste / Die geliebte Dornrose»
  59. CHLORIS in «Verliebtes Gespenste / Die geliebte Dornrose»
  60. RATTENGIFT in «Scherz, Satire, Ironie und tiefere Bedeutung»
  61. GOTHLAND in «Herzog Theodor von Gothland»
  62. PEPEL in «Nachtasyl»
  63. NASTJA in «Nachtasyl»
  64. LUKA in «Nachtasyl» I.
  65. LUKA in «Nachtasyl» II.
  66. TATJANA in «Die Kleinbürger»
  67. HELENA in «Die Kleinbürger»
  68. MIRANDOLINA in «Mirandolina»
  69. TRUFFALDINO in «Der Diener zweier Herren» II.
  70. TRUFFALDINO in «Der Diener zweier Herren» I.
  71. AGAFIA TICHONOWNA in «Die Heirat»
  72. OSSIP in «Der Revisor»
  73. TORQUATO TASSO in «Torquato Tasso»
  74. LEONORE in «Torquato Tasso»
  75. STELLA in «Stella»
  76. FERNANDO in «Stella»
  77. PHORKYAS in «Faust - Teil 2»
  78. HELENA in «Faust - Teil 2» II.
  79. HELENA in «Faust - Teil 2» I.
  80. VALENTIN in «Faust - Teil 1»
  81. MEPHISTOPHELES in «Faust - Teil 1» II.
  82. MEPHISTOPHELES in «Faust - Teil 1» I.
  83. MARGARETE (GRETCHEN) in «Faust - Teil 1»
  84. LIESCHEN in «Faust - Teil 1»
  85. GRETCHEN (MARGARETE) in «Faust - Teil 1» IV.
  86. GRETCHEN (MARGARETE) in «Faust - Teil 1» I.
  87. GRETCHEN (MARGARETE) in «Faust - Teil 1» II.
  88. GRETCHEN (MARGARETE) in «Faust - Teil 1» III.
  89. FAUST in «Faust - Teil 1» IV.
  90. FAUST in «Faust - Teil 1» III.
  91. FAUST in «Faust - Teil 1» II.
  92. FAUST in «Faust - Teil 1» I.
  93. DER SCHÜLER in «Faust - Teil 1»
  94. OREST in «Iphigenie auf Tauris»
  95. IPHIGENIE in «Iphigenie auf Tauris» III.
  96. IPHIGENIE in «Iphigenie auf Tauris» I.
  97. IPHIGENIE in «Iphigenie auf Tauris» II.
  98. KLÄRCHEN in «Egmont» II.
  99. KLÄRCHEN in «Egmont» I.
  100. EGMONT in «Egmont»
  101. BRACKENBURG in «Egmont»
  102. EUGENIE in «Die natürliche Tochter»
  103. SÖLLER in «Die Mitschuldigen»
  104. SOPHIE in «Die Mitschuldigen»
  105. ALCEST in «Die Mitschuldigen»
  106. CLAVIGO in «Clavigo» II.
  107. CLAVIGO in «Clavigo» I.
  108. CARLOS in «Clavigo»
  109. SOPHONISBE in «Sophonisbe»
  110. MEDEA in «Medea» III.
  111. MEDEA in «Medea» II.
  112. MEDEA in «Medea» I.
  113. JASON in «Medea»
  114. DIE AMME in «Medea»
  115. IPHIGENIE in «Iphigenie in Aulis»
  116. KLYTÄMNESTRA in «Iphigenie in Aulis»
  117. PHAIDRA in «Hippolytos»
  118. HIPPOLYTOS in «Hippolytos»
  119. DIE AMME in «Hippolytos»
  120. HELENA in «Helena» II.
  121. HELENA in «Helena» I.
  122. TEIRESIAS in «Die Bakchen»
  123. AGAUE in «Die Bakchen»
  124. DER BOTE in «Die Bakchen»
  125. ODYSSEUS in «Der Kyklop»
  126. DIE DIENERIN in «Alkestis»
  127. ALKESTIS in «Alkestis»
  128. ADMETOS in «Alkestis»
  129. MARIA STUART in «Maria Stuart in Schottland»
  130. RASUMICHIN in «Schuld und Sühne»
  131. MARMELADOW in «Schuld und Sühne»
  132. WARWARA PETROWNA in «Die Dämonen»
  133. PIOTR STEPANOWITSCH in «Die Dämonen»
  134. DER MANN in «Der Traum eines lächerlichen Menschen»
  135. DON RODRIGO in «Der Cid»
  136. DON DIEGO in «Der Cid»
  137. DIE INFANTIN in «Der Cid» II.
  138. DIE INFANTIN in «Der Cid» I.
  139. CHIMENE in «Der Cid»
  140. SANCHO PANZA in «Don Quijote»
  141. DOROTEA in «Don Quijote»
  142. DON QUIJOTE in «Don Quijote»
  143. ANDRES in «Don Quijote»
  144. ALICE in «Alice im Wunderland»
  145. ISABEL in «Der Richter von Zalamea» II.
  146. ISABEL in «Der Richter von Zalamea» I.
  147. CRESPO in «Der Richter von Zalamea»
  148. ROSAURA in «Das Leben ein Traum» II.
  149. ROSAURA in «Das Leben ein Traum» I.
  150. SIGISMUND in «Das Leben ein Traum» IV.
  151. SIGISMUND in «Das Leben ein Traum» III.
  152. SIGISMUND in «Das Leben ein Traum» II.
  153. SIGISMUND in «Das Leben ein Traum» I.
  154. CLARIN in «Das Leben ein Traum»
  155. BASILIUS in «Das Leben ein Traum»
  156. DON LUIS in «Dame Kobold»
  157. ANGELA in «Dame Kobold»
  158. MYRRHA in «Sardanapal»
  159. RAPHAEL in «Himmel und Erde»
  160. JAPHET in «Himmel und Erde»
  161. AHOLIBAMAH in «Himmel und Erde» II.
  162. AHOLIBAMAH in «Himmel und Erde» I.
  163. LUCIFER in «Cain»
  164. EVA in «Cain»
  165. CAIN in «Cain»
  166. ADAH in «Cain»
  167. WOYZECK in «Woyzeck»
  168. MARIE in «Woyzeck»
  169. LEONCE in «Leonce und Lena» II.
  170. LEONCE in «Leonce und Lena» I.
  171. LENA in «Leonce und Lena»
  172. ST. JUST in «Dantons Tod»
  173. ROBESPIERRE in «Dantons Tod»
  174. MARION in «Dantons Tod»
  175. LUCILE in «Dantons Tod» II.
  176. LUCILE in «Dantons Tod» I.
  177. DANTON in «Dantons Tod»
  178. BECKMANN in «Draußen vor der Tür» II.
  179. BECKMANN in «Draußen vor der Tür» I.
  180. ROSEL in «Doktor Faust's Mantel» II.
  181. ROSEL in «Doktor Faust's Mantel» I.
  182. MEISTER STABERL in «Die Bürger in Wien» II.
  183. MEISTER STABERL in «Die Bürger in Wien» I.
  184. CHOR DER FRAUEN in «Lysistrate»
  185. DER WURSTHÄNDLER in «Die Ritter»
  186. STREPSIADES in «Die Wolken»
  187. ETEOKLES in «Die Sieben gegen Theben»
  188. DANAOS in «Die Schutzflehenden»
  189. DER BOTE in «Die Perser»
  190. ATOSSA in «Die Perser»
  191. ORESTES in «Die Orestie: Die Eumeniden» I.
  192. ORESTES in «Die Orestie: Die Eumeniden» II.
  193. ATHENE in «Die Orestie: Die Eumeniden»
  194. ORESTES in «Die Orestie: Die Choephoren»
  195. ELEKTRA in «Die Orestie: Die Choephoren» II.
  196. ELEKTRA in «Die Orestie: Die Choephoren» I.
  197. DIE AMME in «Die Orestie: Die Choephoren»
  198. KLYTAIMESTRA in «Die Orestie: Agamemnon» III.
  199. KLYTAIMESTRA in «Die Orestie: Agamemnon» II.
  200. KLYTAIMESTRA in «Die Orestie: Agamemnon» I.
  201. KASSANDRA in «Die Orestie: Agamemnon» II.
  202. KASSANDRA in «Die Orestie: Agamemnon» I.
  203. DER WÄCHTER in «Die Orestie: Agamemnon»
  204. AIGISTHOS in «Die Orestie: Agamemnon»
  205. AGAMEMNON in «Die Orestie: Agamemnon»
  206. IO in «Der gefesselte Prometheus» II.
  207. PROMETHEUS in «Der gefesselte Prometheus»
  208. IO in «Der gefesselte Prometheus» I.

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