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Volksbühne
www.volksbuehne.berlin
Rosa-Luxemburg-Platz - 
10178 Berlin
Telefon: 030 24065777
SPIELPLAN & KARTEN

Proprietà Privata: Die Influencer Gottes kommen!

Ein Krippenspiel mit Sophie Rois & Ensemble

Regie: Christian Filips

Premiere: 7. Dezember 2025, Volksbühne am Rosa Luxemburg-Platz

Zum Stück: 

Im Dezember wird die Volksbühne zum Ort eines großen Berliner Krippenspiels gegen die Weihnachtsdepression. Die Gaukler Gottes kommen und treten an, Euch die Traurigkeit aus den Herzen zu verbannen. Wir starten die kolossale Missionsarbeit in der Diaspora. Mit Sophie Rois als heiligem Franziskus, mit dem Ensemble der Volksbühne als teuflische Influencer Gottes, mit zwei Engelschören, einem Orchester und einer Reliquie des heiligen Carlo Acutis, auf Ebay ersteigert. Draußen fallen die Kraniche mit Influenza vom Himmel. Der Technofeudalismus führt uns alle zurück ins Mittelalter. Und der Grund und Boden, auf dem wir stehen und spielen, wird Stück für Stück privatisiert. Aber ob privatisiert oder nicht: Wir spielen weiter!

„Als Franz von Assisi im Jahr 1223 im umbrischen Greccio zum ersten Mal ein Krippenspiel aufführte, war es kein Gott, der da zur Welt kam, sondern etwas Anderes: Das moderne Drama.“ (G.K. Chesterton)

*Sollte die schweigende Mehrheit wieder eine Form des archaischen Faschismus hervorbringen, dann, weil sie sich vor eine Wahl gestellt sieht zwischen der Heiligkeit des Lebens einerseits und der Logik von Erbrecht und Privateigentum andererseits. Dieses Dilemma wird zur Folge haben, dass man allzu laut ins Horn der zweiten Alternative bläst. Im Gegensatz zu Calvino glaube ich, dass wir – ohne die ganze humanistisch-rationalistische Tradition zu verleugnen – keine Angst davor haben sollten, etwas als heilig gelten zu lassen oder ein Herz zu haben.“ (Pier Paolo Pasolini)

Text & Regie: Christian Filips, Bühne & Kostüme: Daniela Zorrozua, Chorleitung: Kai-Uwe Jirka, Friederike Stahmer, Musikalische Arrangements: Bo Wiget, Tonregie: Klaus Dobbrick, Licht: Frank Novak, Videobearbeitung: Adrian Terzic, Dramaturgie: Sabine Zielke.


Mit: Margarita Breitkreiz, Inga Busch, Kerstin Graßmann, Christine Groß, Sophie Rois, Elias Schockel, Aminata Toscano, Herren des Staats- und Domchor Berlin, Fanny-Hensel-Chor der Sing-Akademie zu Berlin, Musik: Richard Koch, Paul Lapp, Wassim Mukdad, Patrick Orlich, Martin Ripper, Sebastian Trimolt, Julia Wacker, Bo Wiget, Susanne Zapf.

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Überbordende Sophie Rois-Show mit dramaturgischen Hängern
15 Tage her.
Kritik

Wenige Monate bevor Matthias Lilienthal die Intendanz übernimmt, fährt die Crew unter Anleitung der heiligen Sophie, der Schutzheiligen der Volksbühne am Rosa Luxemburg-Platz, die dort auch nach Frank Castorfs Abgang und René Polleschs Tod als „unkündbares Volkseigentum“ die Stellung hält, wie sie mit gewohnt trotziger Grandezza betont, noch mal fast alles auf, was das Budget und der sprudelnde Ideenreichtum hergeben.

Zwei herausragende junge Chöre (Herren des Staats- und Domchor Berlin, Fanny-Hensel-Chor der Sing-Akademie zu Berlin) schlagen den Bogen von traditionellen Weihnachtsliedern wie „Es ist ein Ros´ entsprungen“ bis zu Arbeiterkampfliedern von Bertolt Brecht/Hanns Eisler. Margarita Breitkreiz versteckt sich unter einem überdimensionalen Raben-Kostüm und krächzt ihre Warnung vor dem Tech-Fundamentalismus der Trump-Bros aus dem Silicon Valley, die ein neues Mittelalter einläuten. Als schlecht gelaunter Papst Innozenz III. hat Schlingensief-Legende Kerstin Graßmann einen galligen Kurzauftritt. Mit Inga Busch und Christine Groß fügen sich zwei weitere bewährte Volksbühnen-Spielerinnen neben der jungen PoC Aminata Toscano in die Entourage der heiligen Sophie ein.

All das und noch viel mehr wird dramaturgisch noch viel sprunghafter präsentiert, als es sich ohnehin schon liest. Zur Krönung kommt dann noch ein leibhaftiger Esel auf die Bühne, ganz zur Zufriedenheit der heiligen Sophie, die dem jungen Elias Schockel, dem Alter ego von Regisseur Christian Filips, mütterlich die Wange tätschelt, dass er ihr so ein schönes Krippenspiel geschrieben hat, das die CDU endlich wieder an ihre christlichen Grundwerte erinnern soll.

Voller Anspielungen und lustiger Einfälle ist dieser knapp 2,5-stündige Abend, der großen Spaß macht, aber oft auch mit dramaturgischen Hängern und Längen nervt. Was hätte das für ein Highlight auf der Zielgeraden vor dem Wechsel an der Volksbühne werden können, wenn das Team noch an der einen oder anderen Stelle gefeilt hätte! So bleibt immerhin noch eine schrill-überbordende Revue, die ganz auf die heilige Sophie zugeschnitten ist, die es sich leider auch nicht nehmen lässt, das Publikum mit erbärmlich stinkendem Qualm zu belästigen.

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Krippenspiel- Verarsche
1 Monat her.
Kritik

''So richtig los ging's dann, als sich die grandios singenden Akteurinnen (des Fanny-Hensel-Chors der Sing-Akademie zu Berlin) und Akteure (des Staats- und Domchors Berlin) hinzugesellten, um mit ihrer gesanglichen Präsenz dem eigentlichen und v.a. musikalischen Sinn dieser musik-theatralischen Performance den Stempel aufdrücken - nicht zu vergessen die im Orchestergraben vorzüglich spielenden Musikerinnen und Musiker Richard Koch (Trompete), Paul Lapp (Kontrabass), Wassim Mukdad (Oud), Patrick Orlich (Tasten), Martin Ripper (Flöte), Sebastian Trimolt (Schlagzeug), Julia Wacker (Harfe), Bo Wiget (Cello) und Susanne Zapf (Geige); zusammengehalten und dirigiert wurde die Vereinigung von keinem Geringeren als Kai-Uwe Jirka (am Akkordeon).

Zudem konterkarierte Margarita Breitkreiz den mehr wirren und dramaturgisch recht unausgegorenen Zusammenhalt des Zweieinhalbstünders in ihrer schauspielernden Doppelrolle als vogelkreischende KI und Visionärin eines lichtstrahlenden Weltkommunismus (ohne KI) in einer nachkrippenspielseligen und ziemlich fernen Zeit; Superauftritt übrigens, ganz ohne jeden Einwand!

Die offizielle Heiligsprechung des mit 15 Jahren allzu früh an Leukämie verstorbenen "Cyber-Apopstels" Carlo Acutus im September d.J. durch Papst Leo XIV. war eines der wie ein roter Faden sich durchziehenden Themen in der hochambitionierten Sause (Dramaturgie: Sabine Zielke). Und vieles, vieles anderes mehr...

Besonders erinnernswert (für mich!): der so ziemlich am Schluss der Vorstellung gesungene und musizierte Eingangschor "Deus in adjutorium meum intende" aus Monteverdis Marienvesper; da kriegte ich Gänsehaut. Auch den Live-Esel empfand ich highlightmäßig.'' schreibt Andre Sokolowski am 11. Dezember 2025 auf KULTURA-EXTRA

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