Premiere: 25. Januar 2026 Ort: Residenztheater München Regie: Nora Schlocker
Über das Stück
Mit Ein sanfter Tod bringt das Residenztheater einen eindringlichen Text von Simone de Beauvoir auf die Bühne. Die Autorin verarbeitet darin die letzten Lebensmonate ihrer Mutter und zeichnet ein schonungsloses, zugleich zärtliches Bild einer Beziehung, die von Nähe, Distanz, Konflikten und unausgesprochenen Erwartungen geprägt ist. Der Tod wird nicht als abstrakte Idee verhandelt, sondern als konkrete Erfahrung, die das Verhältnis zwischen Mutter und Tochter neu ordnet.
Inhalt
Im Zentrum steht die Frage, wie man Abschied nimmt – und wie man mit der eigenen Ohnmacht umgeht, wenn ein geliebter Mensch unaufhaltsam dem Ende entgegengeht. Beauvoir beschreibt die Ambivalenz zwischen Fürsorge und Überforderung, zwischen Verantwortung und dem Wunsch nach Selbstbestimmung. Die Inszenierung legt den Fokus auf die emotionalen Zwischentöne und zeigt, wie sehr familiäre Rollenbilder auch im Angesicht des Todes weiterwirken.
Inszenierung
Regisseurin Nora Schlocker nähert sich dem Stoff mit großer Sensibilität und einem präzisen Blick für die inneren Bewegungen der Figuren. Ihre Inszenierung verbindet intime Spielszenen mit klaren, atmosphärischen Bildern und schafft so einen Raum, in dem die existenziellen Fragen des Textes unmittelbar spürbar werden.
"Wir wohnen der Generalprobe unserer eigenen Beerdigung bei."
2 Tage her.
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Kritik
''Nach dem Erfolg von (Nicht)Mütter! setzen die Ensemblemitglieder Lisa Stiegler und Barbara Horvath gemeinsam mit Sybille Canonica ihre Auseinandersetzung mit Mutter-Tochter-Beziehungen fort. Ein Werk von drei Schauspielerinnen, das zwei von ihnen auf der Bühne umsetzen. Sybille Canonica und Barbara Horvath spielen abwechselnd die sterbende Mutter und eine der besorgten Töchter. Dass in dieser Zweierkonstellation die Beziehung der Schwestern untereinander etwas zu kurz kommt, ist verschmerzbar.
Aber was für ein Schauspielerinnen-Fest! Wie macht Sybille Canonica das? Während ihres Dahinsiechens als Mutter scheint ihr Gesicht immer blasser, ihre Augen immer eingefallener, Minuten später stürmt sie mit Tochter-Schwung ins Zimmer und schiebt auch noch selbst die minimalistische, aber originelle Rundbühne.
Horvath und Canonica passen gut zusammen, da sie so unterschiedlich sind und dadurch auch verschiedene Fassetten ihrer Figuren aufzeigen können. Und ein dritter war im Spiel: Geräuschemacher Max Bauer, der mit einfachsten Mitteln ein unglaubliches Repertoire an Tönen und Geräuschen erzeugen konnte. Verdient wurde auch er heftig beklatscht.
Das Sterben bietet manche Überraschungen: Die Mutter wehrt sich gegen den Tod. Sie, die ihr ganzes Leben tiefgläubig war, will jetzt wirklich keinen Priester. Sie genießt die Blumen, die Briefe, die Anrufe, die Aufmerksamkeit und Fürsorge. Eine Aufmerksamkeit, die ihr die meiste Zeit ihres Lebens nicht zuteil wurde.'' schreibt Isabella Schmid am 26. Januar 2026 auf KULTURA-EXTRA