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Theater Bonn
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Enttäuschende Ewigkeit

Bewertung und Kritik zu

Enttäuschende Ewigkeit – Theater Bonn

Premiere: 10. Januar 2026
Von: Paula Kläy und Guido Wertheimer
Regie: Sarah Kurze
Bühne und Kostüme: Vanessa Vadineanu
Licht: Nadine Funk und Johanna Salz
Dramaturgie: Carmen Wolfram
Musik: Stasys Musial
Uraufführung (unter dem Titel „28 Milliarden“): 25. Februar 2024, Schauspielhaus Graz

Über die Inszenierung

Mit „Enttäuschende Ewigkeit“ zeigt das Theater Bonn ein Stück, das sich mit großer Sensibilität und klarem Blick den Fragen unserer Zeit stellt: Wie leben wir mit der Last der Zukunft, mit ökologischen Kipppunkten, mit gesellschaftlichen Erwartungen und der Angst, nicht genug zu sein? Sarah Kurze inszeniert den Text von Paula Kläy und Guido Wertheimer als präzises, emotional aufgeladenes Kammerspiel, in dem persönliche Krisen und globale Bedrohungen untrennbar ineinandergreifen.

Vanessa Vadineanus Bühne und Kostüme schaffen einen Raum, der zwischen Alltag und Abstraktion schwebt. Die Figuren bewegen sich in einer Welt, die vertraut wirkt und doch ständig ins Ungewisse kippt. Die Lichtgestaltung von Nadine Funk und Johanna Salz setzt klare, atmosphärische Akzente und unterstreicht die existenziellen Brüche des Abends. Stasys Musials Musik legt sich wie ein pulsierender Klangteppich unter die Szenen und verstärkt die innere Unruhe der Figuren.

Ensemble

  • Lena Geyer
  • Paul Michael Stiehler
  • Sophie Basse
  • Christian Czeremnych

Thematische Schwerpunkte

Das Stück untersucht, wie Menschen mit der Vorstellung von Zukunft umgehen, wenn diese nicht mehr als verheißungsvoll, sondern als überfordernd empfunden wird. Zwischen Humor, Verzweiflung und zarter Hoffnung entsteht ein Abend, der die Zuschauerinnen und Zuschauer unmittelbar in die Gedankenräume seiner Figuren hineinzieht.

Warum dieser Abend wirkt

  • eine kluge, zeitgenössische Auseinandersetzung mit Zukunftsfragen
  • eine Inszenierung, die Intimität und gesellschaftliche Dimension verbindet
  • ein starkes Ensemble mit präzisen, körperlich präsenten Rollenporträts
  • ein atmosphärischer Bühnenraum zwischen Realität und Abstraktion
  • ein Abend, der nachhallt und zum Weiterdenken anregt

„Enttäuschende Ewigkeit“ wird am Theater Bonn zu einem intensiven, vielschichtigen Theatererlebnis, das die Fragilität unserer Gegenwart sichtbar macht und zugleich die Sehnsucht nach Orientierung und Verantwortung spürbar werden lässt.

1 Kritik

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Gravitationsfeld Caligula
12 Stunden her.
Kritik

''Das Stück von Kläy & Wertheimer wurde 2024 am Schauspielhaus Graz unter dem Titel 28 Milliarden uraufgeführt und für die Bonner Werkstattbühne neu bearbeitet. Auch heute scheint eine hegemoniale Weltordnung im Umbruch. Ein amerikanischer Präsident zeigt gerne Dominanz und liebt spektakuläre Gewaltakte. Der Sound unserer Zeit ist demgemäß rauer geworden. Weltweite Bündnisse scheinen zunehmend unsicher. In diesen unruhigen Zeiten träumen die Multimilliardäre von einer Reise zum Mond. Durch eine solcherart reizvolle Grenzüberschreitung würde eine irdische Existenz ja wenigstens zeitweise überwunden. Auch Caligula gedenkt, zum Mond zu fliegen.

Hier verweist das Drama auf den Weltraumtourismus für die Reichsten der Reichen wie Elon Musk oder Jeff Bezos. Einen Flug in den Weltraum konnten sich jüngst auch Popstars kaufen, wie am 14. April 2025 Katy Perry. Die vier Bühnenfiguren verkörpern bald nicht nur Caligula, sie deuten auch früh eine Existenz als Popstars an, wenn sie einander mit Vornamen wie Agnetha, Benny, Björn respektive Anni-Frid ansprechen. Bekanntlich bilden die ersten Buchstaben dieser Vornamen das legendäre Bandakronym ABBA. Die vier Akteure trällern einzeln oder gemeinsam bekannte Melodien aus Bandhits wie „SOS“, „Gimme! Gimme! Gimme!“, „The Winner Takes It All“ oder „Thank You for the Music“.

Doch auch die Geschichte um Caligula wird weiter verfolgt. Ihm wurde eine Liebesbeziehung mit seiner Schwester Drusilla nachgesagt. Sein Lieblingspferd sollte, Überlieferungen zufolge, zum Konsul ernannt werden. Auch am Bonner Theater sehen wir Drusilla und das Pferd in Aktion (hier beides: Sophie Basse). Das Autorenteam Kläy & Wertheimer bedient sich weiterer kanonischer Texte, aus denen es zeitgenössische Neuschöpfungen schafft. Die schwer zugängliche Erzählung springt von einem Punkt zum nächsten, nur wenige Handlungsstränge werden auserzählt. Die Akteure sorgen mit ihrer Herzlichkeit dafür, dass man ihnen gerne folgt.

Kraftlinien und Gravitationsfelder des Fortwirkens werden jedoch nur unzureichend sichtbar. Sarah Kurzes Regie konzentriert sich recht wenig auf eine genaue Charakterzeichnung. Die Akteure bewegen sich tänzerisch auf einer unwirtlichen Bühne mit angedeuteten Felsblöcken. Während sie um Aufmerksamkeit buhlen, wird der Konflikt, ob man die mögliche Raumfahrtexpedition alleine oder in der Gemeinschaft plant, höchstens angedeutet. Es wird überdreht viel geschrien, nicht immer ist alles akustisch verständlich. Oliver Kahn wird zitiert, elektronische Beats sorgen für Ausgelassenheit. Christian Czeremnychs Figur möchte als Caligula endlich jemand sein. Lena Geyer möchte in ihrer Rolle herausfinden, wie gut sie die anderen kennenlernen möchte. Es folgt die eine oder andere banale Abweisung und die Band löst sich zu guter Letzt auf. Am Ende können alle sagen „Ich bin der Mond“ und „Ich bin Caligula“. So einfach ist das dann. Zum eingespielten „I have a dream“ von ABBA tritt das Quartett dann schließlich ab – der Traum scheint dann endgültig ausgeträumt.'' schreibt Ansgar Skoda am 11. Februar 2026 auf KULTURA-EXTRA

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