Die Möwe – Theater Bonn
Autor:Anton Tschechow
Premiere am Theater Bonn: 30. Januar 2026
Regie: Sascha Hawemann
Bühne: Alexander Wolf
Kostüme: Ines Burisch
Video: Lars Figge
Licht: Johanna Salz
Dramaturgie: Jens Groß
Besetzung
- Nina: Imke Siebert
- Kostja: Riccardo Ferreira
- Pawel (sein Vater): Alois Reinhardt
- Alexandra (Schriftstellerin): Ursula Grossenbacher
- Dorn (Arzt und Schriftsteller): Christian Kuchenbuch
Über die Inszenierung
Mit „Die Möwe“ bringt das Theater Bonn einen der großen Klassiker des modernen Dramas in einer zeitgenössischen, präzise geführten Interpretation auf die Bühne. Regisseur Sascha Hawemann legt den Fokus auf die inneren Spannungen der Figuren: auf ihre Sehnsüchte, ihre Verletzlichkeit und den Wunsch, in Kunst und Leben einen eigenen Weg zu finden. Die Inszenierung arbeitet mit klaren Bildern und einer intensiven Spielweise, die die emotionalen Brüche des Stücks unmittelbar spürbar macht.
Im Mittelpunkt stehen Konstantins Suche nach neuen Theaterformen, Ninas Traum von einer künstlerischen Zukunft und Arkadinas Festhalten an ihrem Status als etablierte Schauspielerin. Zwischen ihnen entstehen Konflikte, die von Eifersucht, Bewunderung, Enttäuschung und unausgesprochenen Erwartungen geprägt sind. Die Bonner Produktion zeigt diese Beziehungen mit großer Genauigkeit und macht sichtbar, wie zeitlos Tschechows Figuren in ihrem Ringen um Anerkennung und Selbstbestimmung sind.
Inhalt
Auf dem Landgut von Sorin treffen Familie, Freundinnen, Freunde und Gäste zusammen. Was zunächst wie ein sommerliches Beisammensein wirkt, entwickelt sich zu einem Geflecht aus unerwiderten Gefühlen, künstlerischen Ambitionen und persönlichen Krisen. Konstantin versucht, mit einem eigenen Stück neue Wege zu gehen, Nina wird zur Projektionsfläche für Hoffnungen und Ideale, während Arkadina und Trigorin zwischen Karriere, Gewohnheit und der Angst vor Veränderung schwanken. Tschechow zeigt diese Figuren ohne einfache Urteile – widersprüchlich, verletzlich und zutiefst menschlich.
Warum sich ein Besuch lohnt
- eine moderne, zugängliche Annäherung an einen Theaterklassiker
- präzise Figurenführung und starke Ensembleleistungen
- klare, reduzierte Bildsprache mit Fokus auf Beziehungen
- zeitlose Themen wie Kunst, Liebe, Selbstzweifel und Identität
- ein intensiver Theaterabend, der lange nachhallt
„Die Möwe“ am Theater Bonn zeigt, wie aktuell ein über hundert Jahre altes Stück sein kann, wenn man den Figuren aufmerksam zuhört und ihre inneren Kämpfe ernst nimmt.





