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Parsifal

Bewertung und Kritik zu

PARSIFAL – Deutsche Oper am Rhein

Premiere: 17. September 2023
Musikalische Leitung: Christoph Gedschold
Inszenierung: Michael Thalheimer
Bühne: Henrik Ahr
Kostüme: Michaela Barth
Licht: Stefan Bolliger
Chorleitung: Albert Horne
Dramaturgie: Bettina Auer, Anna Grundmeier
Chor: Chor und Herren-Extrachor der Deutschen Oper am Rhein
Orchester: Düsseldorfer Symphoniker

Über die Inszenierung

Michael Thalheimers Inszenierung von „Parsifal“ konzentriert sich auf die existenzielle Dimension von Wagners Bühnenweihfestspiel und reduziert die Bilder auf klare, oft radikal zugespitzte Situationen. Die Inszenierung arbeitet mit starken Kontrasten, körperlicher Präsenz und einer Verdichtung der zentralen Konflikte zwischen Schuld, Erlösung und gemeinschaftlicher Ordnung. Die musikalische Leitung von Christoph Gedschold betont die strukturelle Klarheit und die atmosphärischen Übergänge der Partitur.

Das Bühnenbild von Henrik Ahr schafft einen Raum, der zwischen ritueller Strenge und abstrakter Leere changiert. Michaela Barths Kostüme markieren soziale Rollen und die unterschiedlichen Positionen innerhalb der Gralsgemeinschaft. Das Lichtdesign von Stefan Bolliger strukturiert den Abend über starke Hell-Dunkel-Kontraste und präzise gesetzte Übergänge. Die dramaturgische Arbeit von Bettina Auer und Anna Grundmeier verbindet die thematischen Linien der Inszenierung und legt den Fokus auf die psychologischen und rituellen Ebenen des Werks.

Besetzung

  • Amfortas — Bogdan Baciu
  • Klingsor — Joachim Goltz
  • Titurel — Luke Stoker
  • Erster Gralsritter — Andrés Sulbarán
  • Zweiter Gralsritter — Jacob Harrison
  • Knappen — Elisabeth Freyhoff, Annabel Kennedy, Riccardo Romeo, Nils Sandberg
  • Blumenmädchen — Elena Sancho Pereg, Mara Guseynova, Kimberley Boettger-Soller, Lavinia Dames, Anke Krabbe, Anna Harvey (auch Stimme aus der Höhe)

Besondere Aspekte dieser Inszenierung

  • eine radikale Reduktion der Bildsprache zugunsten klarer ritueller Strukturen
  • ein Fokus auf körperliche Präsenz und psychologische Spannung
  • ein Bühnenraum, der Leere, Ritual und Gemeinschaftsordnung sichtbar macht
  • eine musikalische Interpretation, die strukturelle Klarheit und atmosphärische Übergänge betont
  • ein großes Ensemble, das unterschiedliche Rollen der Gralswelt präzise herausarbeitet

Die Produktion untersucht, wie Schuld, Erlösung und rituelle Ordnung ineinandergreifen und welche ästhetischen Formen daraus entstehen.

1 Kritik

4.0 von 5 Sterne
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Keine Erlösung – nirgends
9 Stunden her.
Kritik

''Es passiert nicht viel in Kundrys und Parsifals machtvoller Begegnung, Thalheimer lässt viel Raum für die Musik und den beiden Protagonisten viel Raum, die Zerrissenheit, die Ambivalenz ihrer Figuren zu verkörpern. Trotz gesanglich höchster Schwierigkeiten ist die ganze Szene von einer sängerischen Leichtigkeit und zugleich Intensität, Dringlichkeit geprägt, die beeindruckt. Eduardo Aladrén als Parsifal und Sarah Ferede als Kundry beweisen hier eindrucksvoll ihr Können.

Überhaupt ist Parsifal musikalisch ganz und gar ein Genuss unter dem Dirigat von Christoph Gedschold. Jeder Ton sitzt, das Klang ist differenziert, die Titelpartien opulent besetzt: Neben Aladrén als Parsifal und Sarah Ferede als Kundry trägt Hans-Peter König mit seinem Bass, der mühelos jede stimmliche Klippe umschifft, als Gurnemanz weite Teile des ersten Aktes, Bogdan Baciu trifft den Schmerzenston des Amfortas, Joachim Goltz ist ein gesangliche und szenisch präsenter Widersache Klingsor in seinem recht kurzen Auftritt. Auf den Punkt Luke Stoke als Titurel, der von seinem Sohn aus dem Off fordert, den Gral zu enthüllen. Aber auch die kleinen Partien überzeugen durchweg, und die Chöre liefern eine Glanzleistung ab.

Es ist Kundry, die im zweiten Akt zur Waffe greift, zur Handelnden wird und Klingsor erschießt. Damit ist die Heilige Lanze, die Amfortas und die Gralsgesellschaft erlösen kann, in Parsifals Händen. Doch dieser sitzt, wie auch im ersten Akt, am Bühnenrand, schwer auf die Lanze gestützt, geschminkt wie ein Clown. Die Erwartungen sind hoch, die Erlösung greifbar, aber statt Euphorie herrscht eher Ernüchterung vor. Da zerbricht jemand an den hohen Erwartungen, und die Gralsgesellschaft ist vielleicht auch ohne Amfortas eher dem Untergang geweiht. Umso größer der berechtigte Jubel beim Publikum nach knapp fünf Stunden Aufführungsdauer.'' schreibt Karoline Bendig am 3. März 2026 auf KULTURA-EXTRA

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