Bewertung und Kritik zu
Die Meistersinger von Nürnberg – Staatsoper Stuttgart
Premiere: 7. Februar 2026
Spielort: Staatsoper Stuttgart
Musikalische Leitung: Cornelius Meister
Regie: Elisabeth Stöppler
Bühne: Valentin Köhler
Kostüme: Gesine Völlm
Licht: Elana Siberski
Chor: Manuel Pujol
Dramaturgie: Ingo Gerlach
Über die Inszenierung
Elisabeth Stöppler nähert sich Wagners „Meistersingern“ mit einer klaren, zeitgenössischen Perspektive, die das Werk nicht museal präsentiert, sondern als lebendigen Diskursraum öffnet. Ihre Stuttgarter Inszenierung legt den Fokus auf die Frage, wie Kunst entsteht, wem sie gehört und welche sozialen und politischen Kräfte sie formen. Statt romantischer Verklärung zeigt Stöppler ein Nürnberg, das zwischen Tradition, Macht und gesellschaftlicher Selbstbehauptung oszilliert.
Die Bühne von Valentin Köhler schafft dafür einen wandelbaren Raum, der zwischen Werkstatt, öffentlichem Forum und symbolischer Spielfläche wechselt. Gesine Völlms Kostüme verbinden historische Anklänge mit zeitgenössischen Brüchen und machen sichtbar, wie sehr die Figuren zwischen Rollenbildern und eigenen Sehnsüchten gefangen sind. Die Lichtgestaltung von Elana Siberski setzt präzise Akzente, die die emotionalen und musikalischen Höhepunkte des Abends kraftvoll unterstützen.
Musikalische Interpretation
Unter der musikalischen Leitung von Cornelius Meister entfaltet das Staatsorchester Stuttgart einen warmen, differenzierten Klang, der die komplexe Struktur der Partitur transparent macht. Meister betont die dialogischen Momente zwischen Bühne und Orchester und schafft eine Interpretation, die sowohl die lyrischen als auch die dramatischen Dimensionen des Werks eindrucksvoll zur Geltung bringt.
Der Staatsopernchor Stuttgart unter der Leitung von Manuel Pujol überzeugt mit Präzision, Klangfülle und einer starken szenischen Präsenz. Die großen Ensembleszenen werden so zu kraftvollen musikalischen und theatralen Höhepunkten.
Warum sich ein Besuch lohnt
- eine kluge, zeitgenössische Lesart eines großen Opernklassikers
- eine starke Regiehandschrift, die Tradition und Gegenwart produktiv verschränkt
- ein herausragendes Ensemble mit präzisen, charakterstarken Rollenporträts
- ein musikalisch differenzierter, kraftvoller Abend unter Cornelius Meister
- eine Inszenierung, die die gesellschaftliche Dimension des Werks neu beleuchtet
„Die Meistersinger von Nürnberg“ an der Staatsoper Stuttgart wird zu einem vielschichtigen Opernerlebnis, das die historische Bedeutung des Werks respektiert und zugleich seine Relevanz für die Gegenwart eindrucksvoll sichtbar macht.





