Bewertung und Kritik zu
Auf allen Vieren – Sophiensaele Berlin
Premiere: 12. Februar 2026, Festsaal
Uraufführung nach dem Roman von: Miranda July
Regie: Sabine auf der Heyde und Holle Münster
Ausstattung: Hanna Roxane Scherwinski
Dramaturgie: Carolin Losch
Video: Isabel Robson
Musik, Komposition: Sarah Taylor Ellis
Mitarbeit Choreografie: Valentina Bordenave
Lichtdesign, Technische Leitung: Anahí Pérez
Regieassistenz, Inspizienz: Freja Sande
Produktionsleitung: Marit Buchmeier, Lisanne Grotz / xplus3 Produktionsbüro
Produktion, Gastpiele, Touring: Nicole Schuchardt
Über die Inszenierung
Die Uraufführung „Auf allen Vieren“ basiert auf Miranda Julys Roman und überträgt dessen fragmentarische, introspektive Erzählweise in eine theatrale Form. Sabine auf der Heyde und Holle Münster konzentrieren sich auf die inneren Bewegungen der Figuren und auf die Frage, wie Identität, Begehren und Selbstwahrnehmung in alltäglichen Situationen verhandelt werden. Die Inszenierung arbeitet mit reduzierten Mitteln und legt den Fokus auf Sprache, Körperlichkeit und die Verschiebungen zwischen Realität und Imagination.
Die Ausstattung von Hanna Roxane Scherwinski schafft einen offenen Raum, der unterschiedliche Perspektiven und Stimmungen zulässt. Videoarbeiten von Isabel Robson erweitern die Szenen um visuelle Ebenen, während die Musik und Komposition von Sarah Taylor Ellis akustische Strukturen setzt, die zwischen Kommentar und atmosphärischer Verdichtung changieren. Die Lichtgestaltung von Anahí Pérez gliedert den Abend in klar definierte Abschnitte und unterstützt die wechselnden emotionalen Tonlagen.
Ensemble
- Meike Droste
- Fritzi Haberlandt
Besondere Aspekte dieser Inszenierung
- eine Übertragung der literarischen Fragmentstruktur in eine klar rhythmisierte Bühnenform
- ein Schwerpunkt auf inneren Monologen, körperlichen Gesten und feinen Verschiebungen zwischen Realität und Vorstellung
- ein reduzierter Bühnenraum, der unterschiedliche Lesarten und Perspektiven ermöglicht
- der Einsatz von Video und Musik als strukturierende Elemente, nicht als illustrative Ergänzung
- ein Zwei-Personen-Ensemble, das die Vielschichtigkeit der Vorlage über wechselnde Rollen und Haltungen abbildet
Die Produktion untersucht, wie Miranda Julys literarische Sprache auf der Bühne funktioniert und welche theatrale Form sich aus ihren Themen und Erzählbewegungen entwickeln lässt.





