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Moderne Monologe zum Vorsprechen: 
Monologe für Männer / Schauspieler 

Rolle: Agafia Tichonowna 
Stück: Die Heirat  
Autor: Nikolaj Gogol 

Erscheinungsjahr: 1842 
Originalsprache: Russisch 
Übersetzung (Deutsch): Carl Ritter und André Villard


2. Aufzug, 1. Szene 

Zimmer im Hause Agafia Tichonownas. Agafia Tichonowna allein.

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AGAFIA TICHONOWNA: Nein, wie schwer wird einem doch eine solche Wahl! Wären es nur einer oder zwei. Aber nun gleich vier. Ja, wer die Wahl hat, hat die Qual! Nikanor Iwanowitsch ist ja nicht übel; obwohl er etwas zu mager ist. Iwan Kusmitsch ist übrigens auch nicht häßlich und, wenn ich die Wahrheit sagen soll, so ist zwar Iwan Pawlowitsch ein wenig dick, aber doch ein ganz stattlicher Mann. Schöne Geschichte! Was soll ich nur anfangen? Andererseits hat auch Baltasar Baltasarowitsch seine Vorzüge. Nein, wie schwer wird einem doch solch ein Entschluß! Es läßt sich gar nicht sagen, wie schwer. Wenn man die Lippen Nikanor Iwanowitschs nehmen und die Nase Iwan Kusmitschs darüber setzen könnte, und wäre dazu etwas von der Keckheit Baltasar Baltasarowitschs und dann noch ein wenig von der Fülle Iwan Pawlowitschs dabei — dann würde ich mich auf der Stelle entschließen. So aber, ach, ich mag gar nicht daran denken! Der Kopf schmerzt mir schon. Vielleicht wäre es das Beste, darum zu losen. Möge Gott entscheiden! Wen ich ziehe, der soll mein Mann werden. So, ich werde alle Namen auf Zettelchen schreiben, sie rollen, durcheinanderschütteln, und mag dann kommen, was kommen will. (Sie geht an das Tischchen, holt Papier und eine Schere herauf, schneidet einige Zettel, rollt sie und fährt fort.) Wie schrecklich ist doch die Lage eines jungen Mädchens, besonders wenn sie verliebt ist ... Kein Mann kann sich da hineinversetzen, ach, keiner wird sie auch nur verstehen wollen. So, jetzt sind sie alle fertig. Jetzt brauche ich sie nur ins Täschchen zu stecken, die Augen zuzumachen und dann mag kommen, was da will. (Sie legt die Zettel in den Pompadour und mischt sie mit der Hand.) Wie ängstlich ich bin! Ach, wenn Gott gäbe, daß ich Nikanor Iwanowitsch zöge ... Doch nein, warum grade ihn? ... Lieber schon Iwan Kusmitsch. Aber warum grade Iwan Kusmitsch? Die andern sind doch auch nicht schlechter. Nein, ich will an nichts denken. Wen ich herausziehe, der mag es schon sein. Endgültig! (Sie sucht mit der Hand im Pompadour herum und zieht statt eines Zettels — alle auf einmal.) Ach Herr Gott, jetzt habe ich alle auf einmal herausgezogen ... Ach, wie mein Herz klopft ... Nein, nein, nur einen! (Sie legt die Zettel wieder in den Pompadour und mischt sie von neuem. In diesem Augenblick kommt Kotschkarjow leise herein und tritt hinter sie.) Ach, wenn ich doch Baltasar Baltasarowitsch, nein, ich wollte sagen Nikanor Iwanowitsch ... Nein, nein, ich will nicht. Das Schicksal mag entscheiden.


Moderne Monologe zum Vorsprechen: 
Monologe für Männer / Schauspieler 

Rolle: Ossip 
Stück: Der Revisor
Autor: Nikolaj Gogol 

Erscheinungsjahr: 1836 
Originalsprache: Russisch 
Übersetzung (Deutsch): Theodor Commichau 


2. Aufzug, 1. Szene 

Ossip allein.

Kleines Zimmer im Gasthause, ein Bett, Tisch, Handkoffer, eine leere Flasche, Stiefel, Kleiderbürste und dergleichen. Ossip, liegt auf seines Herrn Bett.

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OSSIP: Hol’s der Schinder, so’n gemeiner Hunger, und im Magen ein Rumor, als ob da ’n ganzes Regiment ’rumtrompetet. Und kein Fortkommen, nich mal nach Hause. Was soll nu geschehen! Zwei geschlagene Monat weg von Petersburg! Verplempert auf der Reise sein Geld, mein sauberes Herrchen, und jetzt sitzt er da, klemmt den Schwanz ein und macht kusch. Und ’s hätt’ doch schön gereicht auf die Reise; aber nee, siehste, da muß überall Staat gemacht werden. (Äfft ihn nach.) „He, Ossip, lauf, nimm mir das beste Zimmer und bestell mir das feinste Essen, einen gewöhnlichen Mansch kann ich nicht genießen, ich brauche das feinste Essen.“ Ein einfacher tüchtiger Happen hätt’ auch gelangt, aber so’n Leckermaul muß immer was extra’s haben. Sich mit Reisenden einlassen und Karten spielen — na und dann gehörig reingelegt werden! Eh, die Zucht hab’ ich satt! Da is es doch auf ’m Dorf noch immer besser: freilich, so’n Stadtgetue gibt’s da nu mal nich, aber auch weniger Schererei: man nimmt sich ’n Weib, liegt immerzu auf der Ofenbank, und läßt sich die Klöße schmecken. Nu, ’s wird ja keiner abstreiten, und wenn man’s bei Lichte besieht, hat man’s wohl in Petersburg doch am besten. Man bloß Geld in der Tasche, dann aber auch ’n pikfeines politisches Leben; Tehater, tanzende Hunde, alles, was das Herz begehrt. Reden tun sie so delikat, als ob alles adlig wär’. Geht man auf den Markt, schrein die Kaufleute: „Gnädigster Herr!“ Man steigt in ’ne Fähre, gleich sitzt neben einem ’n Beamter. Braucht man Unterhaltung, dann nur in den ersten besten Laden rein: da erzählt so’n feiner Gardekavalier Schnurren aus ’m Lagerleben und erklärt einem alle Sterne am Himmel, daß man’s wie auf der flachen Hand hat. Eine schrumplige Offiziersfrau fängt an zu spektakeln; ’n andermal blinzt einem so’n Kammerzöfchen zu ... pst, pst! (Schüttelt lächelnd den Kopf.) Der Teufel hol die verliebte Wirtschaft! — Nie kriegt man Grobheiten zu hören, alles sagt „Sie“ zu einem. Hat man’s Laufen satt, nimmt man sich ’ne Droschke, setzt sich rein wie ’n feiner Herr, und wenn man nicht zahlen mag — keine Sorge; jedes Haus hat so’n Hinterpförtchen, da witscht man durch und kein Teufel find’t einen. Bloß eins is schlecht: einmal ißt man sich plumpsatt, ’s andere Mal könnt’ man vor Hunger zerspringen, wie zum Beispiel jetzt. Aber daran is er allein schuld. Was soll man mit ihm machen? Papachen schickt Geld und denkt, man wird sparen — i wohin! ... Rumtreiben tut er sich, fährt immerzu Droschke, jeden Tag hol’ ihm ein Tehaterbillett, aber nach acht Tagen, hast du nicht gesehn, da muß ich ihm schon den neuen Frack zum Trödler tragen. Manchmal is er bis aufs letzte Hemd ausgeplündert, daß ihm nur ’n schäbiges Röckchen und ’n alter Mantel übrig bleibt, wahr und wahrhaftig! Und so’n feines Tuch, londonisches! Ein einziger Frack kost’t ihm 150 Rubel, und für 20 schlägt er ’n los; von den Hosen erst gar nich zu reden, die gibt er umsonst zu! Und warum? Darum, weil er nichts tut: statt zu arbeiten, fährt er spazieren auf’m Proschpekt und spielt Karten. Hä, wenn das der Alte wüßte? Der möcht’ sich nich drum kümmern, daß du’n Beamter bist, sondern möcht dir’s Hemd hochnehmen und ’n paar überziehen, daß du dich vier Tage lang jucken könntest. Hast du ’n Dienst, dann dien’ auch. Da kommt nu der Wirt und sagt: erst gezahlt, und hernach kriegt ihr zu essen; nu, und wenn wir nich zahlen? (Seufzend.) Grundgütiger Gott, und wenn’s auch bloß ’ne Kohlsuppe wär’! Ich möcht’ wetten, die ganze Welt hat längst gegessen. — ’s rappelt, gewiß is er’s. (Rafft sich vom Bett auf.)


 


Klassische Monologe zum Vorsprechen: 
Monologe für Männer / Schauspieler 

Rolle: Torquato Tasso 
Stück: Torquato Tasso 
Autor: Johann Wolfgang Goethe 

Erscheinungsjahr: 1790 
Originalsprache: Deutsch 


4. Aufzug, 3. Auftritt  

Torquato Tasso allein 

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TORQUATO TASSO:
Ich soll erkennen, daß mich niemand haßt.
Daß niemand mich verfolgt, daß alle List
Und alles heimliche Gewebe sich
Allein in meinem Kopfe spinnt und webt!
Bekennen soll ich, daß ich unrecht habe,
Und manchem unrecht thue, der es nicht
Um mich verdient! Und das in einer Stunde,
Da vor dem Angesicht der Sonne klar
Mein volles Recht, wie ihre Tücke, liegt!
Ich soll es tief empfinden, wie der Fürst
Mit offner Brust mir seine Gunst gewährt,
Mit reichem Maß die Gaben mir ertheilt,
Im Augenblicke, da er, schwach genug,
Von meinen Feinden sich das Auge trüben
Und seine Hand gewiß auch fesseln läßt!
Daß er betrogen ist, kann er nicht sehen,
Daß sie Betrüger sind, kann ich nicht zeigen,
Und nur damit er ruhig sich betrüge,
Daß sie gemächlich ihn betrügen können,
Soll ich mich stille halten, weichen gar!
Und wer gibt mir den Rath? Wer dringt so klug
Mit treuer, lieber Meinung auf mich ein?
Lenore selbst, Lenore Sanvitale,
Die zarte Freundinn! Ha, dich kenn' ich nun!
O warum traut' ich ihrer Lippe je!
Sie war nicht redlich, wenn sie noch so sehr
Mir ihre Gunst, mir ihre Zärtlichkeit
Mit süßen Worten zeigte! Nein, sie war
Und bleibt ein listig Herz, sie wendet sich
Mit leisen klugen Tritten nach der Gunst.
Wie oft hab' ich mich willig selbst betrogen,
Auch über sie; und doch im Grunde hat
Mich nur – die Eitelkeit betrogen. Wohl!
Ich kannte sie, und schmeichelte mir selbst.
So ist sie gegen andre, sagt' ich mir,
Doch gegen dich ist's offne treue Meinung.
Nun seh' ich's wohl, und seh' es nur zu spät:
Ich war begünstigt, und sie schmiegte sich
So zart – an den Beglückten. Nun ich falle,
Sie wendet mir den Rücken wie das Glück.
Nun kommt sie als ein Werkzeug meines Feindes,
Sie schleicht heran und zischt mit glatter Zunge,
Die kleine Schlange, zauberische Töne.
Wie lieblich schien sie! Lieblicher als je!
Wie wohl that von der Lippe jedes Wort!
Doch konnte mir die Schmeicheley nicht lang'
Den falschen Sinn verbergen; an der Stirne
Schien ihr das Gegentheil zu klar geschrieben
Von allem was sie sprach. Ich fühl' es leicht,
Wenn man den Weg zu meinem Herzen sucht
Und es nicht herzlich meint. Ich soll hinweg?
Soll nach Florenz, sobald ich immer kann?
Und warum nach Florenz? Ich seh' es wohl.
Dort herrscht der Mediceer neues Haus,
Zwar nicht in offner Feindschaft mit Ferrara,
Doch hält der stille Neid mit kalter Hand,
Die edelsten Gemüther aus einander.
Empfang' ich dort von jenen edlen Fürsten
Erhabne Zeichen ihrer Gunst, wie ich
Gewiß erwarten dürfte, würde bald
Der Höfling meine Treu' und Dankbarkeit
Verdächtig machen. Leicht geläng' es ihm.
Ja, ich will weg, allein nicht wie ihr wollt;
Ich will hinweg, und weiter als ihr denkt.
Was soll ich hier? Wer hält mich hier zurück?
O ich verstund ein jedes Wort zu gut,
Das ich Lenoren von den Lippen lockte!
Von Sylb' zu Sylbe nur erhascht' ich's kaum,
Und weiß nun ganz wie die Prinzessinn denkt –
Ja, ja, auch das ist wahr, verzweifle nicht!
»Sie wird mich gern entlassen, wenn ich gehe,
Da es zu meinem Wohl gereicht.« O! fühlte
Sie eine Leidenschaft im Herzen, die mein Wohl
Und mich zu Grunde richtete! Willkommner
Ergriffe mich der Tod, als diese Hand,
Die kalt und starr mich von sich läßt. – Ich gehe! –
Nun hüte dich, und laß dich keinen Schein
Von Freundschaft oder Güte täuschen! Niemand
Betrügt dich nun, wenn du dich nicht betrügst.




Klassische Monologe zum Vorsprechen: 
Monologe für Frauen / Schauspielerinnen 

Rolle: Leonore 
Stück: Torquato Tasso 
Autor: Johann Wolfgang Goethe 

Erscheinungsjahr: 1790 
Originalsprache: Deutsch 


3. Aufzug, 3. Auftritt  

Leonore allein. 

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LEONORE:
Wie jammert mich das edle schöne Herz!
Welch traurig Los das ihrer Hoheit fällt!
Ach sie verliert – und denkst du zu gewinnen?
Ist's denn so nötig, daß er sich entfernt?
Machst du es nötig, um allein für dich
Das Herz und die Talente zu besitzen,
Die du bisher mit einer andern teilst
Und ungleich teilst? Ist's redlich so zu handeln?
Bist du nicht reich genug? Was fehlt dir noch?
Gemahl und Sohn und Güter, Rang und Schönheit,
Das hast du alles, und du willst noch ihn
Zu diesem allen haben? Liebst du ihn?
Was ist es sonst, warum du ihn nicht mehr
Entbehren magst? Du darfst es dir gestehn.
Wie reizend ist's, in seinem schönen Geiste
Sich selber zu bespiegeln! Wird ein Glück
Nicht doppelt groß und herrlich, wenn sein Lied
Uns wie auf Himmelswolken trägt und hebt?
Dann bist du erst beneidenswert! Du bist,
Du hast das nicht allein, was viele wünschen,
Es weiß, es kennt auch jeder, was du hast!
Dich nennt dein Vaterland und sieht auf dich,
Das ist der höchste Gipfel jedes Glücks.
Ist Laura denn allein der Name, der
Von allen zarten Lippen klingen soll?
Und hatte nur Petrarch allein das Recht,
Die unbekannte Schöne zu vergöttern?
Wo ist ein Mann, der meinem Freunde sich
Vergleichen darf? Wie ihn die Welt verehrt,
So wird die Nachwelt ihn verehrend nennen.
Wie herrlich ist's, im Glanze dieses Lebens
Ihn an der Seite haben! so mit ihm
Der Zukunft sich mit leichtem Schritte nahn!
Alsdann vermag die Zeit, das Alter nichts
Auf dich, und nichts der freche Ruf,
Der hin und her des Beifalls Woge treibt:
Das was vergänglich ist, bewahrt sein Lied.
Du bist noch schön noch glücklich, wenn schon lange
Der Kreis der Dinge dich mit fortgerissen.
Du mußt ihn haben, und ihr nimmst du nichts:
Denn ihre Neigung zu dem werten Manne
Ist ihren andern Leidenschaften gleich.
Sie leuchten, wie der stille Schein des Monds
Dem Wandrer spärlich auf dem Pfad zu Nacht;
Sie wärmen nicht und gießen keine Lust
Noch Lebensfreud umher. Sie wird sich freuen,
Wenn sie ihn fern, wenn sie ihn glücklich weiß,
Wie sie genoß, wenn sie ihn täglich sah.
Und dann, ich will mit meinem Freunde nicht
Von ihr und diesem Hofe mich verbannen;
Ich komme wieder, und ich bring ihn wieder.
So soll es sein! – Hier kommt der rauhe Freund,
Wir wollen sehn, ob wir ihn zähmen können.



Klassische Monologe zum Vorsprechen: 
Monologe für Frauen / Schauspielerinnen 

Rolle: Stella 
Stück: Stella 
Autor: Johann Wolfgang Goethe 

Erscheinungsjahr: 1776 
Originalsprache: Deutsch 


5. Akt 

Stellas Kabinett. Im Mondschein. Stella allein. 

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STELLA: (hat Fernandos Porträt und ist im Begriff, es von dem Blendrahmen loszumachen.) Fülle der Nacht, umgib mich! fasse mich! leite mich! ich weiß nicht, wohin ich trete! – – Ich muß! ich will hinaus in die weite Welt! Wohin? Ach wohin? – Verbannt aus deiner Schöpfung! Wo du, heiliger Mond, auf den Wipfeln meiner Bäume dämmerst; wo du mit furchtbar lieben Schatten das Grab meiner holden Mina umgibst, soll ich nicht mehr wandeln? Von dem Ort, wo alle Schätze meines Lebens, alle selige Erinnerung aufbewahrt sind? – Und du, worüber ich so oft mit Andacht und Tränen gewohnt habe, Stätte meines Grabes! die ich mir weihte; wo umher alle Wehmut, alle Wonne meines Lebens dämmert; wo ich noch abgeschieden umzuschweben und die Vergangenheit allschmachtend zu genießen hoffte, von dir auch verbannt sein? – Verbannt sein! – Du bist stumpf! Gott sei Dank! dein Gehirn ist verwüstet; du kannst ihn nicht fassen, den Gedanken: Verbannt sein! Du würdest wahnsinnig werden! – – Nun! – O mir ist schwindlig! – Leb wohl! – Lebt wohl? Nimmer wiedersehen? – Es ist ein dumpfer Totenblick in dem Gefühl! Nicht wiedersehn ? – Fort! Stella! (Sie ergreift das Porträt.) Und dich sollt ich zurücklassen? (Sie nimmt ein Messer und fängt an, die Nägel loszubrechen.) O daß ich ohne Gedanken wäre! daß ich in dumpfem Schlaf, daß ich in hinreißenden Tränen mein Leben hingäbe! – – Das ist und wird sein: – du bist elend! – (Das Gemälde nach dem Monde wendend.) Ha, Fernando! da du zu mir tratst und mein Herz dir entgegensprang, fühltest du nicht das Vertrauen auf deine Treue, deine Güte? – Fühltest du nicht, welch Heiligtum sich dir eröffnete, als sich mein Herz gegen dich aufschloß? – Und du bebtest nicht vor mir zurück? Versankst nicht? Entflohst nicht? – Du konntest meine Unschuld, mein Glück, mein Leben so zum Zeitvertreib pflücken, und zerpflücken, und am Wege gedankenlos hinstreuen? – Edler! – Ha, Edler! – Meine Jugend! – meine goldnen Tage! – Und du trägst die tiefe Tücke im Herzen! – Dein Weib! – deine Tochter! – Und mir war's frei in der Seele, rein wie ein Frühlingsmorgen! – Alles, alles Eine Hoffnung! – – Wo bist du, Stella? – (Das Porträt anschauend.) So groß! so schmeichelnd! – Der Blick war's, der mich ins Verderben riß! – – Ich hasse dich! Weg! wende dich weg! – So dämmernd! so lieb! – Nein! Nein! – Verderber! – Mich? – Mich? – Du? Mich? – (Sie zuckt mit dem Messer nach dem Gemälde.) Fernando! – (Sie wendet sich ab, das Messer fällt, sie stürzt mit einem Ausbruch von Tränen vor den Stuhl nieder.) Liebster! Liebster! – Vergebens! Vergebens! –


Klassische Monologe zum Vorsprechen: 
Monologe für Männer / Schauspieler 

Rolle: Fernando 
Stück: Stella 
Autor: Johann Wolfgang Goethe 

Erscheinungsjahr: 1776 
Originalsprache: Deutsch 


5. Akt 

Saal. Fernando allein. 

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FERNANDO: Laß mich! Laß mich! Sieh! da faßt's mich wieder mit all der schrecklichen Verworrenheit! – So kalt, so graß liegt alles vor mir – als wär die Welt nichts – ich hätte drin nichts verschuldet – – Und sie! – Ha! bin ich nicht elender als ihr? Was habt ihr an mich zu fordern? – Was ist nun des Sinnens Ende? – Hier! und hier! Von einem Ende zum andern! durchgedacht! und wieder durchgedacht! und immer quälender! immer schrecklicher! – – (Sich die Stirn haltend.) Wo's zuletzt widerstößt! Nirgends vor, nicht hinter sich! Nirgends Rat und Hülfe! – Und diese zwei, diese drei besten weiblichen Geschöpfe der Erde? – elend durch mich – elend ohne mich! – Ach, noch elender mit mir! – Wenn ich klagen könnte, könnte verzweifeln, könnt um Vergebung bitten – könnt in stumpfer Hoffnung nur eine Stunde hinbringen – zu ihren Füßen liegen, und in teilnehmendem Elend Seligkeit genießen! – Wo sind sie? – Stella! du liegst auf deinem Angesichte, blickst sterbend nach dem Himmel, und ächzest: »Was hab ich Blume verschuldet, daß mich dein Grimm so niederknickt? Was hatte ich Arme verschuldet, daß du diesen Bösewicht zu mir führtest?« – – Cäcilie! Mein Weib! o mein Weib! – Elend! Elend! tiefes Elend! – Welche Seligkeiten vereinigen sich, um mich elend zu machen! – Gatte! Vater! Geliebter! – Die besten, edelsten weiblichen Geschöpfe – Dein! Dein? – Kannst du das fassen, die dreifache, unsägliche Wonne? – Und nur die ist's, die dich so ergreift, die dich zerreißt! – Jede fordert mich ganz – Und ich? – Hier ist's zu! – tief! unergründlich! – – Sie wird elend sein! Stella! bist elend! – Was hab ich dir geraubt? Das Bewußtsein deiner selbst, dein junges Leben! – Stella! – Und ich bin so kalt! (Er nimmt eine Pistole vom Tisch.) Doch, auf alle Fälle! – (Er ladet.)


Klassische Monologe zum Vorsprechen: 
Monologe für Frauen / Schauspielerinnen 

Rolle: Phorkyas 
Stück: Faust - Teil 2 
Autor: Johann Wolfgang Goethe 

Erscheinungsjahr: 1832 
Originalsprache: Deutsch


3. Akt - Vor dem Palaste des Menelas zu Sparta. 

Phorkyas, Helena und der Chor. 

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PHORKYAS: 
Alt ist das Wort, doch bleibet wahr und hoch der Sinn:
Daß Scham und Schönheit nie zusammen, Hand in Hand
Den Weg verfolgen auf des Menschen Lebenspfad.
Tief eingewurzelt wohnet in beiden alter Haß,
Und wenn sie auf dem Wege sich auch irgendwo
Begegnen, jede sogleich der Gegnerin den Rücken kehrt.
Dann eilet jede wieder heftiger, weiter fort,
Die Scham betrübt, die Schönheit aber frech gesinnt,
Bis sie zuletzt des Orkus hohle Nacht umfängt,
Wenn nicht das Alter sie vorher vernichtet hat.
Euch find ich nun, ihr Frechen, aus der Fremde her,
Mit Übermut ergossen, gleich der Kraniche
Laut-heiser klingendem Zug, der über unser Haupt,
Wie eine Wolke ziehend, krächzendes Getön
Herabschickt, das den stillen Wandrer über sich
Zu blicken lockt; doch ziehn sie ihren Weg dahin,
Er geht den seinen; also wird's mit uns geschehn.
Wer seid denn ihr? daß ihr des Königs hohes Haus
Mit der Mänaden wildem Getümmel umtönen dürft?
Wer seid ihr? daß ihr seiner ernsten Schaffnerin
Entgegenheulet, wie dem Mond der Hunde Schar?
Wähnt ihr, daß ich nicht wisse, welch Geschlecht ihr seid,
Du kriegerzeugte, schlachterzogne junge Brut?
Du männerlustige, verführt verführende,
Entnervende des Kriegers und des Bürgers Kraft?
Seh ich zuhauf euch, scheint mir ein Zikadenschwarm
Herabzustürzen auf des Feldes grüne Saat.
Verzehrerinnen fremden Fleißes! Naschende
Vernichterinnen aufgekeimten Wohlstands ihr,
Eroberte, verkauft', vertauschte Ware du.


   


Klassische Monologe zum Vorsprechen: 
Monologe für Frauen / Schauspielerinnen 

Rolle: Helena 
Stück: Faust - Teil 2 
Autor: Johann Wolfgang Goethe 

Erscheinungsjahr: 1832 
Originalsprache: Deutsch


3. Akt - Vor dem Palaste des Menelas zu Sparta. 

Helena mit dem Chor. 

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HELENA: 
Der Tochter Zeus' geziemet nicht gemeine Furcht,
Und flüchtig-leise Schreckenshand berührt sie nicht;
Doch das Entsetzen, das, dem Schoß der alten Nacht
Von Urbeginn entsteigend, vielgestaltet noch
Wie glühende Wolken aus des Berges Feuerschlund
Herauf sich wälzt, erschüttert auch des Helden Brust.
So haben heute grauenvoll die Stygischen
Ins Haus den Eintritt mir bezeichnet, daß ich gern
Von oft betretner, langersehnter Schwelle mich,
Entlaßnem Gaste gleich, entfernend scheiden mag.
Doch nein! gewichen bin ich her ans Licht, und sollt
Ihr weiter nicht mich treiben, Mächte, wer ihr seid.
Auf Weihe will ich sinnen, dann gereinigt mag
Des Herdes Glut die Frau begrüßen wie den Herrn.
[...] Was ich gesehen, sollt ihr selbst mit Augen sehn,
Wenn ihr Gebilde nicht die alte Nacht sogleich
Zurückgeschlungen in ihrer Tiefe Wunderschoß.
Doch daß ihr's wisset, sag' ich's euch mit Worten an:
Als ich des Königshauses ernsten Binnenraum,
Der nächsten Pflicht gedenkend, feierlich betrat,
Erstaunt' ich ob der öden Gänge Schweigsamkeit,
Nicht Schall der emsig Wandelnden begegnete
Dem Ohr, nicht raschgeschäftiges Eiligtun dem Blick,
Und keine Magd erschien mir, keine Schaffnerin,
Die jeden Fremden freundlich sonst begrüßenden.
Als aber ich dem Schoße des Herdes mich genaht,
Da sah ich, bei verglommner Asche lauem Rest,
Am Boden sitzen welch verhülltes großes Weib,
Der Schlafenden nicht vergleichbar, wohl der Sinnenden.
Mit Herrscherworten ruf' ich sie zur Arbeit auf,
Die Schaffnerin mir vermutend, die indes vielleicht
Des Gatten Vorsicht hinterlassend angestellt;
Doch eingefaltet sitzt die Unbewegliche;
Nur endlich rührt sie auf mein Dräun den rechten Arm,
Als wiese sie von Herd und Halle mich hinweg.
Ich wende zürnend mich ab von ihr und eile gleich
Den Stufen zu, worauf empor der Thalamos
Geschmückt sich hebt und nah daran das Schatzgemach;
Allein das Wunder reißt sich schnell vom Boden auf,
Gebietrisch mir den Weg vertretend, zeigt es sich
In hagrer Größe, hohlen, blutig-trüben Blicks,
Seltsamer Bildung, wie sie Aug' und Geist verwirrt.
Doch red' ich in die Lüfte; denn das Wort bemüht
Sich nur umsonst, Gestalten schöpferisch aufzubaun.
Da seht sie selbst! sie wagt sogar sich ans Licht hervor!
Hier sind wir Meister, bis der Herr und König kommt.
Die grausen Nachtgeburten drängt der Schönheitsfreund
Phöbus hinweg in Höhlen, oder bändigt sie.


   


Klassische Monologe zum Vorsprechen: 
Monologe für Frauen / Schauspielerinnen 

Rolle: Helena 
Stück: Faust - Teil 2 
Autor: Johann Wolfgang Goethe 

Erscheinungsjahr: 1832 
Originalsprache: Deutsch


3. Akt - Vor dem Palaste des Menelas zu Sparta. 

Helena mit dem Chor. 

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HELENA: 
Bewundert viel und viel gescholten, Helena,
Vom Strande komm' ich, wo wir erst gelandet sind,
Noch immer trunken von des Gewoges regsamem
Geschaukel, das vom phrygischen Blachgefild uns her
Auf sträubig-hohem Rücken, durch Poseidons Gunst
Und Euros' Kraft, in vaterländische Buchten trug.
Dort unten freuet nun der König Menelas
Der Rückkehr samt den tapfersten seiner Krieger sich.
Du aber heiße mich willkommen, hohes Haus,
Das Tyndareos, mein Vater, nah dem Hange sich
Von Pallas' Hügel wiederkehrend aufgebaut
Und, als ich hier mit Klytämnestren schwesterlich,
Mit Kastor auch und Pollux fröhlich spielend wuchs,
Vor allen Häusern Spartas herrlich ausgeschmückt.
Gegrüßet seid mir, der ehrnen Pforte Flügel ihr!
Durch euer gastlich ladendes Weit-Eröffnen einst
Geschah's, daß mir, erwählt aus vielen, Menelas
In Bräutigamsgestalt entgegenleuchtete.
Eröffnet mir sie wieder, daß ich ein Eilgebot
Des Königs treu erfülle, wie der Gattin ziemt.
Laßt mich hinein! und alles bleibe hinter mir,
Was mich umstrürmte bis hieher, verhängnisvoll.
Denn seit ich diese Schwelle sorgenlos verließ,
Cytherens Tempel besuchend, heiliger Pflicht gemäß,
Mich aber dort ein Räuber griff, der phrygische,
Ist viel geschehen, was die Menschen weit und breit
So gern erzählen, aber der nicht gerne hört,
Von dem die Sage wachsend sich zum Märchen spann.


   


Klassische Monologe zum Vorsprechen: 
Monologe für Männer / Schauspieler 

Rolle: Valentin 
Stück: Faust - Teil 1 
Autor: Johann Wolfgang Goethe 

Erscheinungsjahr: 1808 
Originalsprache: Deutsch 
Übersetzung (Englisch): Bayard Taylor 
Übersetzung (Französisch): Gérard de Nerval 
Übersetzung (Spanisch): Francesch Pelay Briz 
Übersetzung (Italienisch): Giovita Scalvini 


22. Szene - Nacht. Straße vor Gretchens Türe. 

Valentin, Soldat, Gretchens Bruder, allein. 

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VALENTIN:
Wenn ich so saß bei einem Gelag,

Wo mancher sich berühmen mag,
Und die Gesellen mir den Flor
Der Mägdlein laut gepriesen vor,
Mit vollem Glas das Lob verschwemmt,
Den Ellenbogen aufgestemmt,
Saß ich in meiner sichern Ruh,
Hört all dem Schwadronieren zu
Und streiche lächelnd meinen Bart
Und kriege das volle Glas zur Hand
Und sage: »Alles nach seiner Art!
Aber ist eine im ganzen Land,
Die meiner trauten Gretel gleicht,
Die meiner Schwester das Wasser reicht?«
Topp! Topp! Kling! Klang! das ging herum;
Die einen schrieen: »Er hat recht,
Sie ist die Zier vom ganzen Geschlecht.«
Da saßen alle die Lober stumm.
Und nun! – um's Haar sich auszuraufen
Und an den Wänden hinaufzulaufen! –
Mit Stichelreden, Naserümpfen
Soll jeder Schurke mich beschimpfen!
Soll wie ein böser Schuldner sitzen
Bei jedem Zufallswörtchen schwitzen!
Und möcht ich sie zusammenschmeißen
Könnt ich sie doch nicht Lügner heißen.

Was kommt heran? Was schleicht herbei?
Irr ich nicht, es sind ihrer zwei.
Ist er's, gleich pack ich ihn beim Felle
Soll nicht lebendig von der Stelle!

(Auftritt Faust und Mephistopheles.)


Scene XXII - Night. Street in front of Gretchens door.

Valentine, soldier, Gretchens brother, alone. 

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VALENTINE:
When I have sat at some carouse,
Where each to each his brag allows,
And many a comrade praised me
His pink of girls right lustily,
With brimming glass that spilled the toast,
And elbows planted as in boast:
I sat in unconcerned repose,
And heard the swagger as it rose.
And stroking then my beard, I'd say,
Smiling, the bumper in my hand:
"Each well enough in her own way,
But is there one in all the land
Like sister Margaret, good as gold,--
One that to her can a candle hold?"
Cling! clang! "Here's to her!" went around
The board: "He speaks the truth!" cried some;
"In her the flower o' the sex is found!"
And all the swaggerers were dumb.
And now!--I could tear my hair with vexation,
And dash out my brains in desperation!
With turned-up nose each scamp may face me,
And, like a bankrupt debtor sitting,
A chance-dropped word may set me sweating!
Yet, though I thresh them all together,
I cannot call them liars.


Scène XXII - La nuit. Une rue devant la porte de Marguerite. 

Valentin, soldat, frère de Marguerite, seul. 

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VALENTIN: Lorsque j’étais assis à un de ces repas où chacun aime à se vanter, et que mes compagnons levaient hautement devant moi le voile de leurs amours, en arrosant l’éloge de leurs belles d’un verre plein, et les coudes sur la table,… moi, j’étais assis tranquillement, écoutant toutes leurs fanfaronnades ; mais je frottais ma barbe en souriant, et je prenais en main mon verre plein. « Chacun son goût, disais-je ; mais en est-il une dans le pays qui égale ma chère petite Marguerite, qui soit digne de servir à boire à ma sœur ? » Tope ! tope ! cling ! clang ! résonnaient à l’entour. Les uns criaient : Il a raison, elle est l’ornement de toute la contrée ! Alors, les vanteurs restaient muets. Et maintenant !… c’est à s’arracher les cheveux ! à se jeter contre les murs ! Le dernier coquin peut m’accabler de plaisanteries, de nasardes ; il faudra que je sois devant lui comme un coupable ; chaque parole dite au hasard me fera suer à grosses gouttes ! et, dussé-je les hacher tous ensemble, je ne pourrais point les appeler menteurs. Qui vient là ? qui se glisse le long de la muraille ? Je ne me trompe pas, ce sont eux. Si c’est lui, je le punirai comme il mérite, il ne vivra pas longtemps sous les cieux.


Escena XXII - Ante la casa de margarita. Es de noche. 

Valentin, hermano de Margarita, en traje de soldado, solo.

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VALENTIN: Cuando tomaba parte en una de esas comilonas en las cuales todos se dan importancia, y cuando mis camaradas, bebiendo sendos tragos y con el codo apoyado en la mesa, celebraban la hermosura de ciertas jóvenes , yo permanecía sentado tranquilamente, escuchaba sus fanfarronadas y me tocaba la barba sonriendo y, con el vaso en la mano, decía: — «Cada cual tiene su modo de pensar; pero no hay otra en el mundo que valga lo que vale mi buena Margarita, ni que sea digna de besarle la planta de sus pies.» AI oír mis palabras, entre el ruido de los trinquis, decía la mayor parte: — «¡Tiene razón! ¡es la más hermosa de todas!» Los jactanciosos callaban. ¡Y ahora!... ¡hay para mesarse los cabellos, y arrojarse de cabeza contra una pared! ¡Un cualquiera puede, ahora, ¡hacerme ruborizar con sus indirectas! ¡Al presente, soy lo mismo que un criminal que está sudando a la más insignificante palabra, creyendo que se le va a descubrir su crimen! Aun cuando apaleé a cuantos me vengan con tales canciones... no podré, por eso, decirles que mienten. ¿Quién se acerca? ¿Quién es? Si no me engallo son dos. Si es él, no se escapará de mis manos: a fe mía, ¡no saldrá vivo de aquí! (Llegan Fausto y Mefistófeles.)


Scena XXII - Notte. Via dinanzi la porta di Ghita. 

Valentino soldato, fratello di Ghita, solo. 

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VALENTINO: Un tempo, quand'io mi trovava a far gozzoviglia, fra gli schiamazzatori e i millantatori, e chi metteva in cielo questa e chi quella fanciulla, inaffiando a prova di gran bicchieri le lodi, io mi stava zitto ad udirli, e coi gomiti posati in sulla mensa lasciava sfogare quelle loro spampanate. Indi lisciatami, sorridendo, la barba, e dato di mano a un colmo bicchiere io dicevo: Bello è quel che piace! Ma avvi in tutta la contrada una fanciulla che possa paragonarsi alla mia Ghituccia? che sia sol degna di allacciare le scarpe a mia sorella? E allora udivi un subito tintinnire di tazze, e grida di allegrezze. Egli ha ragione: viva la Ghituccia; il fiore delle belle, lo specchio delle fanciulle! E le tazze e i viva andavano in volta, e quei primi spacciatori di lodi ammutolivano. Ed ora! — ahi, è tal dolore da stracciarsene i capelli, da dare del capo nelle muraglie! Ora, ogni mascalzone potrà farmi onta coi motteggi, e arricciare malignamente il naso; ed io dovrò infingermene, e star cheto come un fallito dinanzi il creditore; io dovrò sudare per una leggiera parola pur detta a caso; e ancorché io sfracellassi a tutti costoro il capo di mia mano, io non potrei dire a nessuno: Tu te ne menti. Chi viene per di là? chi quatto quatto rade il muro a questa volta? S'io non m'immagino sono in due. Oh, se è desso, io lo concio pel dì delle feste; egli non mi scapperà vivo dalle mani. (Entrano Faust e Mefistofele.)


 


  1. MEPHISTOPHELES in «Faust - Teil 1» II.
  2. MEPHISTOPHELES in «Faust - Teil 1» I.
  3. MARGARETE (GRETCHEN) in «Faust - Teil 1»
  4. LIESCHEN in «Faust - Teil 1»
  5. GRETCHEN (MARGARETE) in «Faust - Teil 1» IV.
  6. GRETCHEN (MARGARETE) in «Faust - Teil 1» I.
  7. GRETCHEN (MARGARETE) in «Faust - Teil 1» II.
  8. GRETCHEN (MARGARETE) in «Faust - Teil 1» III.
  9. FAUST in «Faust - Teil 1» IV.
  10. FAUST in «Faust - Teil 1» III.
  11. FAUST in «Faust - Teil 1» II.
  12. FAUST in «Faust - Teil 1» I.
  13. DER SCHÜLER in «Faust - Teil 1»
  14. OREST in «Iphigenie auf Tauris»
  15. IPHIGENIE in «Iphigenie auf Tauris» III.
  16. IPHIGENIE in «Iphigenie auf Tauris» I.
  17. IPHIGENIE in «Iphigenie auf Tauris» II.
  18. KLÄRCHEN in «Egmont» II.
  19. KLÄRCHEN in «Egmont» I.
  20. EGMONT in «Egmont»
  21. BRACKENBURG in «Egmont»
  22. EUGENIE in «Die natürliche Tochter»
  23. SÖLLER in «Die Mitschuldigen»
  24. SOPHIE in «Die Mitschuldigen»
  25. ALCEST in «Die Mitschuldigen»
  26. CLAVIGO in «Clavigo» II.
  27. CLAVIGO in «Clavigo» I.
  28. CARLOS in «Clavigo»
  29. SOPHONISBE in «Sophonisbe»
  30. MEDEA in «Medea» III.
  31. MEDEA in «Medea» II.
  32. MEDEA in «Medea» I.
  33. JASON in «Medea»
  34. DIE AMME in «Medea»
  35. IPHIGENIE in «Iphigenie in Aulis»
  36. KLYTÄMNESTRA in «Iphigenie in Aulis»
  37. PHAIDRA in «Hippolytos»
  38. HIPPOLYTOS in «Hippolytos»
  39. DIE AMME in «Hippolytos»
  40. HELENA in «Helena» II.
  41. HELENA in «Helena» I.
  42. TEIRESIAS in «Die Bakchen»
  43. AGAUE in «Die Bakchen»
  44. DER BOTE in «Die Bakchen»
  45. ODYSSEUS in «Der Kyklop»
  46. DIE DIENERIN in «Alkestis»
  47. ALKESTIS in «Alkestis»
  48. ADMETOS in «Alkestis»
  49. MARIA STUART in «Maria Stuart in Schottland»
  50. RASUMICHIN in «Schuld und Sühne»
  51. MARMELADOW in «Schuld und Sühne»
  52. WARWARA PETROWNA in «Die Dämonen»
  53. PIOTR STEPANOWITSCH in «Die Dämonen»
  54. DER MANN in «Der Traum eines lächerlichen Menschen»
  55. DON RODRIGO in «Der Cid»
  56. DON DIEGO in «Der Cid»
  57. DIE INFANTIN in «Der Cid» II.
  58. DIE INFANTIN in «Der Cid» I.
  59. CHIMENE in «Der Cid»
  60. SANCHO PANZA in «Don Quijote»
  61. DOROTEA in «Don Quijote»
  62. DON QUIJOTE in «Don Quijote»
  63. ANDRES in «Don Quijote»
  64. ALICE in «Alice im Wunderland»
  65. ISABEL in «Der Richter von Zalamea» II.
  66. ISABEL in «Der Richter von Zalamea» I.
  67. CRESPO in «Der Richter von Zalamea»
  68. ROSAURA in «Das Leben ein Traum» II.
  69. ROSAURA in «Das Leben ein Traum» I.
  70. SIGISMUND in «Das Leben ein Traum» IV.
  71. SIGISMUND in «Das Leben ein Traum» III.
  72. SIGISMUND in «Das Leben ein Traum» II.
  73. SIGISMUND in «Das Leben ein Traum» I.
  74. CLARIN in «Das Leben ein Traum»
  75. BASILIUS in «Das Leben ein Traum»
  76. DON LUIS in «Dame Kobold»
  77. ANGELA in «Dame Kobold»
  78. MYRRHA in «Sardanapal»
  79. RAPHAEL in «Himmel und Erde»
  80. JAPHET in «Himmel und Erde»
  81. AHOLIBAMAH in «Himmel und Erde» II.
  82. AHOLIBAMAH in «Himmel und Erde» I.
  83. LUCIFER in «Cain»
  84. EVA in «Cain»
  85. CAIN in «Cain»
  86. ADAH in «Cain»
  87. WOYZECK in «Woyzeck»
  88. MARIE in «Woyzeck»
  89. LEONCE in «Leonce und Lena» II.
  90. LEONCE in «Leonce und Lena» I.
  91. LENA in «Leonce und Lena»
  92. ST. JUST in «Dantons Tod»
  93. ROBESPIERRE in «Dantons Tod»
  94. MARION in «Dantons Tod»
  95. LUCILE in «Dantons Tod» II.
  96. LUCILE in «Dantons Tod» I.
  97. DANTON in «Dantons Tod»
  98. BECKMANN in «Draußen vor der Tür» II.
  99. BECKMANN in «Draußen vor der Tür» I.
  100. ROSEL in «Doktor Faust's Mantel» II.
  101. ROSEL in «Doktor Faust's Mantel» I.
  102. MEISTER STABERL in «Die Bürger in Wien» II.
  103. MEISTER STABERL in «Die Bürger in Wien» I.
  104. CHOR DER FRAUEN in «Lysistrate»
  105. DER WURSTHÄNDLER in «Die Ritter»
  106. STREPSIADES in «Die Wolken»
  107. ETEOKLES in «Die Sieben gegen Theben»
  108. DANAOS in «Die Schutzflehenden»
  109. DER BOTE in «Die Perser»
  110. ATOSSA in «Die Perser»
  111. ORESTES in «Die Orestie: Die Eumeniden» I.
  112. ORESTES in «Die Orestie: Die Eumeniden» II.
  113. ATHENE in «Die Orestie: Die Eumeniden»
  114. ORESTES in «Die Orestie: Die Choephoren»
  115. ELEKTRA in «Die Orestie: Die Choephoren» II.
  116. ELEKTRA in «Die Orestie: Die Choephoren» I.
  117. DIE AMME in «Die Orestie: Die Choephoren»
  118. KLYTAIMESTRA in «Die Orestie: Agamemnon» III.
  119. KLYTAIMESTRA in «Die Orestie: Agamemnon» II.
  120. KLYTAIMESTRA in «Die Orestie: Agamemnon» I.
  121. KASSANDRA in «Die Orestie: Agamemnon» II.
  122. KASSANDRA in «Die Orestie: Agamemnon» I.
  123. DER WÄCHTER in «Die Orestie: Agamemnon»
  124. AIGISTHOS in «Die Orestie: Agamemnon»
  125. AGAMEMNON in «Die Orestie: Agamemnon»
  126. IO in «Der gefesselte Prometheus» II.
  127. PROMETHEUS in «Der gefesselte Prometheus»
  128. IO in «Der gefesselte Prometheus» I.

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