Bewertung und Kritik zu
DER HAUPTMANN VON KÖPENICK – Staatstheater Cottbus
Premiere: 20. September 2025
Ein deutsches Märchen von: Carl Zuckmayer
Regie: Sebastian Hartmann
Eingeladen zum 63. Berliner Theatertreffen (2026)
Über die Inszenierung
Sebastian Hartmann nähert sich Zuckmayers Klassiker nicht als nostalgische Komödie, sondern als zeitdiagnostisches Stück über staatliche Autorität, soziale Ausgrenzung und die Macht von Uniformen. Die Inszenierung legt die existenziellen Brüche des Schusters Voigt frei und zeigt, wie bürokratische Systeme Menschen entwürdigen und zugleich groteske Formen von Gehorsam hervorbringen.
Hartmanns Bildsprache arbeitet mit starken Kontrasten, fragmentierten Szenen und einer ästhetischen Verdichtung, die das Märchenhafte des Stoffes mit einer düsteren, fast expressionistischen Atmosphäre verbindet. Die Bühne wird zum Raum permanenter Verwandlung: zwischen Amtsstuben, Straßenbildern und inneren Zuständen. Die Inszenierung betont die zeitlose Aktualität des Stoffes, indem sie Fragen nach Identität, Macht und sozialer Zugehörigkeit in den Vordergrund rückt.

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