Bewertung und Kritik zu

 

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UNTERLEUTEN  
nach dem Roman von Juli Zeh
Regie: Tobias Wellemeyer
Premiere: 19. Januar 2018 
Theater Bonn
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Zum Inhalt: Unterleuten, das liegt im Norden Brandenburgs; kaum hundert Kilometer von Berlin entfernt, dennoch auf einem andern Planeten. Unterleuten hat den Weltuntergang schon mehrmals erlebt: Bombenkrieg, Umsiedler, Mauer, Kollektivierung, Fall der Mauer, Treuhand. Die Bewohner haben gegen die Verhältnisse, die sie nicht ändern können, ihre Haltung entwickelt: Fatalismus. Sie halten sich den Staat vom Leibe und lösen Probleme auf ihre Weise. In Unterleuten sollen Windräder aufgestellt werden, viele. Die Pacht würde an die fließen, deren Flächen ausgewählt werden. Der Kampf entbrennt: Dörfler gegen Städter, Ossis gegen Wessis, die »Ökologica «, die frühere LPG, die das halbe Dorf ernährt, gegen Privateigentümer. Jedes Mittel ist erlaubt. Ein Dorf bewegt sich widerstrebend in die neue Zeit. Doch die ist nicht zu haben, solange das Vergangene nicht vergangen ist. Gombrowski, Chef der Ökologica, ist Sohn des Gutsbesitzers, den Kron in die LPG zwang mit Feuer und Knüppel. Die beiden sind erbitterte Widersacher seit einem halben Jahrhundert. Aber kann man gleichzeitig in verschiedenen Wirklichkeiten leben? Wer vergibt die Schuld von gestern? Wer steckt hinter dem Windpark-Deal von heute? Und wer hat in jener Gewitternacht 1991, mitten in der LPG-Umwandlung, das tödliche Verbrechen begangen, das das Dorf noch immer heimsucht? – Die alten Geister müssen endlich weichen, Gombrowski oder Kron, und das bedeutet Krieg im ganzen Dorf …

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SKIZZE EINES SOMMERS 
von André Kubiczek
Regie: Niklas Ritter
Premiere: 9. Dezember 2017 
Hans Otto Theater, Potsdam
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Zum Inhalt: 1985. Potsdam im Sommer. René wird gerade sechzehn. Er lebt mit seinem Vater in der Neubausiedlung Am Stern, besitzt einen Doppeldeck-Kassettenrekorder aus dem Intershop und hat in den großen Ferien sturmfreie Bude. Eine großartige Perspektive, wenn da nicht dieser Weltschmerz wäre, diese leidenschaftliche poetische Qual, die das Erwachsenwerden begleitet. René und seine Freunde Michael und Dirk gefallen sich darin, »dekadente« Dichter zu lesen, schwarz gekleidet im Café Heider intellektuelle Gespräche zu führen und ihr Dandy-Image zu pflegen. Aber was wäre eine pubertäre Revolte ohne die richtige Musik! Die Songs von The Cure, Killing Joke,   Simple Minds und Durutti Column sind der Soundtrack dieses Sommers – beim Abhängen und Rauchen vor der Kaufhalle, beim Durchstreifen der urlaubsleeren Stadt und beim Küssen-Üben auf der Terrasse der »Seerose«. Obwohl René eigentlich für das Mädchen ohne Namen schwärmt, lässt er sich von der hübschen Bianca angeln, der besten Freundin von Connie, die gerade mit Mario zusammen ist, während Michael und Dirk um die unerreichbare Rebecca konkurrieren – immer auf der Suche nach dem »vollkommenen Moment«.

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RIO REISER. KÖNIG VON DEUTSCHLAND
von Heiner Kondschak
Regie: Frank Leo Schröder 
Premiere: 25. November 2017 
Hans Otto Theater Potsdam

Inhalt: West-Berlin, um 1970: Jugend und Studenten stehen auf. Sie rebellieren gegen Eltern, Staat und autoritäre Strukturen, gegen alte Nazis, rigide Sexualmoral, Schah-Besuch und Vietnamkrieg. Sie probieren SDS und APO, Stadtguerilla und Hausbesetzungen, Kommune 1 und LSD, freie Liebe und Kinderläden aus. Gegen Ausbeutung und Unterdrückung, für Gerechtigkeit, Solidarität, Selbstbestimmung. Um Rio Reiser schließt sich die Rockband »Ton Steine Scherben« zusammen. Sie liefert den Soundtrack einer Generation, die aufbegehrt; »Macht kaputt, was euch kaputt macht« ist ihre erste Single. Verändere die Welt: Sie braucht es. Doch der Wille allein genügt nicht, auch der Glaube nicht. Die »Scherben« ziehen auf einen Bauernhof in Nordfriesland, um dort ihre Idee vom gemeinsamen Leben und Musizieren ganz konkret zu verwirklichen. Das Projekt scheitert. Für die »Scherben« kommt das Aus, die Band fällt hoch verschuldet auseinander. Mitte der 80er Jahre unterschreibt Frontmann Rio Reiser einen Soloplattenvertrag.

Weiterlesen: Rio Reiser. König von Deutschland

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DIE NETZWELT
von Jennifer Haley
Regie: Alexander Nerlich
Premiere: 24. November 2017 
Hans Otto Theater Potsdam

Inhalt: Das »Refugium« ist ein künstlicher Kosmos, ein Wunderland im virtuellen Raum. In höchster Intensität sinnlich erfahrbar, verführerisch schön. Möglich wurde es durch eine Weiterentwicklung des Internets in naher Zukunft. Wer hier eintritt, streift die Fesseln der Realität ab. Die Welt wird Gefühl. Alles ist erlaubt. Ein Verschlüsselungscode sorgt dafür, dass Körper und Personen aus der Wirklichkeit keine Rolle mehr spielen. Das Ich ist ein anderer. Völlig losgelöst von moralischen und physischen Schranken, folgen die Besucher ihrem Begehren. Doch dieses Begehren hat eine finstere Seite: Virtuelle Kinder dienen als Objekte für extreme Sex- und Gewaltphantasien. Eine junge Agentin wird auf den Geschäftsmann Mr. Sims angesetzt, der das dunkle Paradies erfunden hat. Als sie ihn zu stellen vermag, verteidigt er sein Projekt: Indem die abgründigen Neigungen der Menschen im Refugium ausgelebt werden könnten, bleibe die reale Welt davon verschont. Außerdem geschehe ja alles im Einverständnis der Beteiligten, ohne Konsequenzen für die Wirklichkeit. Doch der Traum von der totalen Freiheit verwandelt sich in einen Alptraum. 

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Hans Otto Theater

Hans Otto Theater

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Hans Otto Theater Potsdam
www.hansottotheater.de
Schiffbauergasse 11 - 14467 Potsdam
Telefon: 0331 9811

SPIELPLAN & KARTEN
3.3
Durchschnittsnote aller Stücke
5 2
4 9
3 14
2 4
1 0
Kritiken: 17

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