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Bewertung und Kritik zu

EUROPA
von Soeren Voima
Regie: Tobias Wellemeyer
Premiere: 7. April 2018 
Hans Otto Theater Potsdam 
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Zum Inhalt: Eine lähmende Krankheit lastet auf der Königsfamilie von Theben. Es herrschen Erschlaffung, Nervosität, Schlaflosigkeit. Und keiner kennt die Ursache dieser Übel. Das Orakel aus Delphi lässt nur verlauten: Schuld sei der ungesühnte Mord am alten König Laios. Doch wie weiter Licht in die Sache bringen? König Ödipus, stolz und hochfahrend, will Aufklärung schaffen – da verkündet der Seher Teiresias eine verstörende Botschaft: Ödipus selbst sei der Mörder, Laios sein Vater. Er lebe somit in inzestuöser Ehe mit der eigenen Mutter. Ödipus weist die Ungeheuerlichkeit von sich – und muss am Ende einsehen: Es stimmt, er selbst ist der Schuldige. Weil er blind war für seine Taten, sticht er sich die Augen aus. Doch die Unheilsgeschichte reicht in noch fernere mythische Zeiten zurück: Ihren Anfang nahm sie mit dem Raub der schönen Europa durch Göttervater Zeus. Auf der Suche nach seiner Schwester Europa erschlug Kadmos einen Drachen. Aus den Drachenzähnen erwuchsen Krieger, die sich in zahllosen Schlachten bekämpften und schließlich die Stadt Theben gründeten. Eteokles und Polyneikes, die Söhne des Ödipus, wollen mit dieser Geschichte ihrer Herkunft nichts zu tun haben. Ihren hilflosen Vater sperren sie in den Keller. Doch bald entflammt zwischen beiden ein fürchterlicher Bruderkrieg. Ihre Schwestern Ismene und Antigone können ihn nicht verhindern.

Regie: Tobias Wellemeyer 

Bühne: Matthias Müller 
Kostüme: Ines Burisch 
Dramaturgie: Christopher Hanf 
Musik: Marc Eisenschink 
Theaterpädagogik: Kerstin Kusch 

TRAILER


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2.0/5 Insgesamt 2 Bewertungen (2 mit Rezension)
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Antike in der Zwangsjacke
  · 09.04.18
''Wellemeyer verlegt die Antike überdeutlich und Eins zu Eins ins Heute: Ödipus regiert Theben in Anzug und Krawatte auf einem schwarzledernen Bürostuhl zwischen Beton und Glasfronten. Hinterm Glas blinkt ein großes Computersystem, Ismene haut in die Tasten ihres Laptops. "Silikon Theben" nennt Europas Bruder, der hier als kumpeliger Erzähler auftaucht, die Stadt.

Auf Teufel komm raus wird versucht, mit der Antike das Heute zu illustrieren. Viele Analogien funktionieren allerdings schlecht. Etwa das Thema Religion, Opferbereitschaft, Schicksalsgläubigkeit – es soll hier als Gegenpol zur Rationalität stehen, doch bleibt völlig unklar, warum sich diese Anzugträger an ihren Computern von einem Orakel in Delphi aus der Fassung bringen lassen und plötzlich Stöckchen in goldenen Schalen verbrennen wollen.

Die Antike steckt in der Zwangsjacke, wird zur Knetmasse für die eigenen Anliegen. Warum sie und ihre Geschichten dann überhaupt bemühen? Womöglich blieb die Vorbereitungszeit für Wellemeyer schlicht zu kurz – schließlich ist er als Regisseur nur eingesprungen, weil Christian Weise dem Theater kurz vor knapp eine Absage erteilt hatte.'' schreibt Barbara Behrendt auf kulturradio.de
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Gediegenes Stadttheater
  · 09.04.18
''Tobias Wellemeyer, noch Intendant des Hans Otto Theaters Potsdam, denkt sicher schon ans große Abschiednehmen. Bevor er es jedoch im Mai noch mal mit Shakespeare stürmisch auf der großen Bühne zugehen lassen will, musste Wellemeyer für den Regisseur Christian Weise einspringen und das Stück Europa, ein Antiken-Digest des Autorenkollektivs Soeren Voima inszenieren. Für Voima-Spezi Weise wäre dieser Zusammenschnitt aus drei Tragödien nach Sophokles und Euripides wohl auch eher ein großer Spaß gewesen. Man kennt seine ironisch überbordenden Regiearbeiten aus dem Maxim Gorki Theater und dem Ballhaus Ost in Berlin. Tobias Wellemeyer kann sich hier aber nicht so recht zwischen Tragödie und Komödie entscheiden und macht auf gediegenes Stadttheater. (...)

Jan Kersjes unterbricht im ironischen Umgangston immer wieder die sonst im hohen Verston gesprochene Handlung und führt den Fluch der Zerstörung auf die von Gottvater Zeus verübte Untat zurück. Dazu kommt die Hybris der führenden Männer Thebens. Ein vorprogrammierter Zivilisationscrash. Wissenschaft und Fortschritt versinken im alles vernichtenden Krieg. Das moderne Theben sind wir, will uns das Stück sagen. Dem stellt Regisseur Wellemeyer im letzten Teil die heilige Halle eines Kulturtempels entgegen. Ein Museumssaal mit antiken Skulpturen und dem Gemälde Raub der Europa von Max Beckmann (wohl als Reminiszenz an die Potsdamer Beckmann-Ausstellung im Museum Barbarini), in dem der blinde Ödipus erstmal einen Vase vom Sockel haut. Athen ist zudem eine Stadt der Frauen. Rita Feldmeier, zuvor noch Iokaste, ist nun König Theseus und regiert Athen mit ihren adretten Museumswärterinnen, die dem tollpatschigen Mann, der darum bittet, hier sterben zu können, eine von ihm umklammerte Statue entreißen. Nicht ganz unwitzig kann das den ansonsten eher schwachen fast dreistündigen Theaterabend allerdings auch nicht mehr retten.'' schreibt Stefan Bock am 8. April 2018 auf KULTURA-EXTRA
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3.4
Durchschnittsnote aller Stücke
5 8
4 24
3 30
2 10
1 0
Kritiken: 39

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