Bewertung und Kritik zu

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MEISTER UND MARGARITA
nach  Michail Bulgakow
Regie: Ene-liis Semper, Tiit Ojasoo 
Premiere: 17. Oktober 2019 
Akademietheater Wien 

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Zum Inhalt: Was tun, wenn Satan in die Stadt kommt? Sich auf den Boden werfen? Um Gnade bitten? Beten? All das versuchen die Menschen in Bulgakows Roman erst gar nicht, sondern gieren auf ihren nächsten Vorteil, einen Respektbeweis, die nächste Beförderung oder die nächstgrößere Wohnung. Einander gegenseitig misstrauend, schmierig, in vollendetem Opportunismus und — zugleich sehr menschlich. Die kleinen Spielchen im Büro. Alle leben endgültig ohne Glauben; nur, dass es keinen Gott gibt, das wissen sie sehr genau. Der neuangekommene Satan verwirrt die Städtebewohner*innen mit seiner Transzendenz, erweckt die Toten zum Leben und veranstaltet einen Ball. Erst auf Seite 165 tritt der Meister auf.

Weiterlesen: Meister und Margarita

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DEPONIE HIGHFIELD
von René Polleschs
Premiere: 24. Mai 2019 
Akademietheater Wien

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Zum Inhalt: „Ich versuche gerade, durch die Grundzüge der Repräsentation herauszufinden, warum ich dich so schnell vergessen habe. Verstehst du?“

Mit: Kathrin Angerer, Birgit Minichmayr, Caroline Peters, Irina Sulaver, Martin Wuttke

Weiterlesen: Deponie Highfield

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ROSA ODER DIE BARMHERZIGE ERDE 
nach Dimitri Verhulst und William Shakespeare
Regie: Luk Perceval 
Premiere: 10. März 2018 
Akademietheater Wien
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Zum Inhalt: Der ordnungsliebende, akribische Bibliothekar Désiré hat sein Leben satt. Er entschließt sich, noch vor seinem 74. Geburtstag dement zu werden. Seine letzten Lebensjahre möchte er in Ruhe verbringen: in einem Pflegeheim. Hier beginnt sein Einüben ins Sterben. Im Heim sieht er Rosa wieder, die große, unerfüllte Liebeseiner Jugend, die „Julia“, die er nie vergessen konnte. Das Verlöschen seiner Julia lässt den „Romeo“ Désiré verzweifeln. Sein Liebesschmerz wird unermesslich – ohne sie kann er nicht weiterleben. Seine vorgetäuschte Demenz wird Wirklichkeit.

Weiterlesen: Rosa oder Die barmherzige Erde

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VOR SONNENAUFGANG 
von Ewald Palmetshofer nach Gerhart Hauptmann
Regie: Dušan David Pařízek  
Premiere: 20. Dezember 2017
Akademietheater Wien
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Zum Inhalt: Die Nacht ist guter Hoffnung, der Tag noch ungeboren, aber bald schon wird es hell. Der Titel von Gerhart Hauptmanns 1889 uraufgeführtem „sozialen Drama“ scheint Zuversicht zu vermitteln. Die Geschäfte im Hause Hoffmann laufen gut, die Geburt des Stammhalters steht kurz bevor. Um ihrer Schwester mit dem bald Neugeborenen unter die Arme zu greifen, ist Helene ins Elternhaus heimgekehrt, und völlig überraschend trifft auch noch ein Jugendfreund des werdenden Vaters ein – Alfred Loth, ein engagierter Linksintellektueller. Der Gast findet Gefallen an Helene und Helene an dem Gast. Neues Leben bei den einen, neue Liebe bei den anderen. Und zum Glück ist man materiell für die Zukunft reichlich ausgestattet, ideell jedoch – wie sich zeigen wird – ganz und gar nicht.

Weiterlesen: Vor Sonnenaufgang

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WILLKOMMEN BEI DEN HARTMANNS  
von Simon Verhoeven, Angelika Hager
Regie: Peter Wittenberg 
Premiere: 19. November 2017 
Akademietheater Wien

Zum Inhalt: Angelika und Richard sind ein Ehepaar in besten Verhältnissen – und im Pensionsalter. Angelika, der ehemaligen Deutschlehrerin, fehlt eine sinnvolle Aufgabe: Beide Kinder sind aus dem Hause, Haustiere zu bemuttern ist nicht ihr Lebensziel. Ihr Mann Richard ist Chirurg für Gelenkoperationen und unfähig, der Realität des Älterwerdens würdevoll zu begegnen. Er weigert sich, in den Ruhestand zu treten – und lässt sich regelmäßig seine Falten unterspritzen. Angelika, die sich alleingelassen fühlt, sehnt sich nach einem „Projekt“ und beschließt, in ihrem Haus einen Flüchtling aufzunehmen.

So kommt der junge Nigerianer Diallo ins Haus Hartmann und es beginnt ein Verwirrspiel, eine verrückte Refugee-Welcome- Geschichte, die von bösartigen Nachbarn, Nazi-Aufmärschen vor der Haustür, Asylprozessen, Polizeiüberwachung, ein Zebra im Wohnzimmer, IS-Albträumen und Terrorabwehr erzählt. Aber auch von gegenseitigem Verstehen(-Wollen), politischem und gesellschaftlichem Engagement, Mut und Zivilcourage.

Regie: Peter Wittenberg
Bühne: Florian Parbs
Mitarbeit Bühne: Christian Blechschmidt
Kostüme: Heide Kastler
Video: Sophie Lux
Musik: Jacob Suske
Licht: Herbert Markl
Dramaturgie: Hans Mrak, Eva-Maria Voigtländer

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DIE WELT IM RÜCKEN
nach dem Roman von Thomas Melle
Regie: Jan Bosse 
Premiere: 11. März 2017 
Akademietheater Wien
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Zum Inhalt: Ein Mann dreht durch. Er ist der Verrückte, der den Verkehr beschimpft, sich für den neuen Messias hält und behauptet, mit Madonna geschlafen zu haben. Pralles Leben, nächte- und tagelang Party, alles auf einmal, jetzt, sofort. Was ihn umgibt, spricht zu ihm, Aufstand der Zeichen aus Werbung, Nachrichten, Alltag – alles meint ihn, er ist der Mittelpunkt des Universums.
Faszinierend, wild, unberechenbar und gefährlich. Das Weltreich mit drei Buchstaben: ICH. Den Exzessen folgt der Absturz, die Depression. Selbstmordversuche, immer wieder Psychiatrie. Er verliert Freunde, seine Wohnung, sein Hab und Gut, sich selbst. Was hat Bestand?

Weiterlesen: Die Welt im Rücken


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