Bewertung und Kritik zu

Bewertung und Kritik zu

DIE ATTENTÄTERIN 
nach dem Roman von Yasmina Khadra
Regie: Amir Reza Koohestani 
Premiere: 9. März 2018
Münchner Kammerspiele 

KARTEN ONLINE KAUFEN
Buch kaufen

Die AttentäterinZum Inhalt: 65% aller „erfolgreichen“ Selbstmordattentate werden von Frauen verübt. Doch von allen Selbstmordattentaten überhaupt sind es nur 15 %, für die Frauen verantwortlich sind. Weibliche suicide bombers geben der Forschung Rätsel auf: Töten sie wie die Männer im Namen eines Landes, einer Religion, eines Anführers? Sind es womöglich romantische Grunde wie die Liebe zu einem Mudschahed, die Frauen in den „altruistischen Suizid“ treiben? Oder kämpfen sie auch für ihr Geschlecht und gegen die fast immer patriarchal organisierten Gesellschaften, in denen sie meist leben und die Frauen oftmals nur einen sehr eng bemessenen Entfaltungsspielraum zumessen? Der 1978 in Schiras im Iran geborene Regisseur und Autor Amir Reza Koohestani, der seit vielen Jahren seine mit der „Mehr Theatre Group“ in Teheran erarbeiteten Stücke auf Gastspielen in Europa zeigt, inszeniert zum zweiten Mal an den Kammerspielen. Nach seiner identitätspolitisch versierten und poetisch aufgeladenen Inszenierung von „Der Fall Meursault – Eine Gegendarstellung“ von Kamel Daoud inszeniert er nun den Roman „Die Attentäterin“ des algerischen Schriftstellers Yasmina Khadra. Mit seinem 2005 erschienenen Buch verursachte er eine kleine literarische Sensation, indem er sich nicht mit der Unfassbarkeit des Grauens abfand, sondern die terroristische Psyche zu verstehen suchte.

Weiterlesen: Die Attentäterin

Bewertung und Kritik zu

AM KÄLTEPOL – ERZÄHLUNGEN AUS DEM GULAG
von Warlam Schalamow
Timofej Kuljabin 
Premiere: 3. März 2018
Residenztheater München
Buch kaufen

Der BalkonZum Inhalt: Die sibirische Kolyma ist eine riesige Region Russlands, weit weg von Moskau, eine lebensfeindliche, von Permafrost durchdrungene "Insel" am Ende der Welt. Dort, "am Kältepol", überlebt der Dichter Warlam Schalamow zwischen Steinbrüchen, Goldminen und Lagerbaracken, dem Tode meist näher als dem Leben, bei Schwerstarbeit, Schnee und Hunger. Insgesamt fast 18 Jahre ist er Inhaftierter eines weitverzweigten Lagersystems zur Zeit des Stalinismus, das unter dem Namen "Gulag" zu trauriger Berühmtheit gelangt. Nach seiner Entlassung notiert er, über ein beeindruckendes Gedächtnis verfügend, mit maßloser Schaffenswut, die "Erzählungen aus Kolyma": Zeugnis vom Lager, das zur Chiffre des 20. Jahrhunderts werden sollte, und literarisches Ringen um die Fassbarkeit des undenkbaren und doch erdachten und gelebten Grauens. Schalamows Erzählungen zeugen von der Normalität des Monströsen, von der unumkehrbaren Deformation der Psyche und der Lakonik kurz aufblitzenden Glücks, von der Gleichgültigkeit des Todes, der nicht schlimmer sein kann als das, was man hier Leben nennt. Mit einer Sprache, die jegliches Ornament abstreift und nach dem Wesentlichen und Wahrhaftigen sucht, ergründet Schalamow unerbittlich den dünnen Firnis von Zivilisation und Kultur, ja die Essenz des Menschlichen. Gegen die Verführung des Vergessens schafft er ein immenses Werk, dunkles Kompendium eines menschlichen Infernos, im Zentrum die Frage: "An welcher letzten Grenze kommt das Menschliche abhanden? Wie davon erzählen?"

Weiterlesen: Am Kältepol – Erzählungen aus dem Gulag

Bewertung und Kritik zu

DAS FERNE LAND 
von Jean-Luc Lagarce
Regie: Nicolas Charaux 
Premiere: 1. März 2018  
Münchner Volkstheater 

KARTEN ONLINE KAUFEN
Buch kaufen

Zum Inhalt: Louis ist krank und wird bald sterben. Mit seinem engsten Freund reist er nach vielen Jahren der Abwesenheit zurück in sein Elternhaus in eine Provinzstadt, um seiner Familie seinen baldigen Tod zu verkünden. Doch die Zeit ist in der Heimat nicht mit derselben Geschwindigkeit weitergeflossen wie für Louis. Und mit seiner Ankunft werden lang vergangene und noch präsente Konflikte wieder an die Oberfläche gespült: Seine Mutter, sein Bruder samt Frau und Kindern, seine jüngere Schwester – allesamt können sich nicht von der Vergangenheit lösen. Louis findet sich zwischen der biologischen Familie, der er in jungen Jahren entflohen ist – und der sozialen Familie von Freunden und Liebhabern, die er sich selbst gewählt hat, wieder.

Längst Verstorbene treten auf – wie der Vater, Liebhaber und Freunde von Louis  – und es erhebt sich ein polyphoner Gesang über das gelebte Leben aller, ihrer Kämpfe und Niederlagen, ihrer Erinnerungen und Abrechnungen, ihrer Geheimnisse, Geständnisse und unerfüllten Träume. Auf intime und bewegende Weise entblättert der Text das Leben, das die Figuren hätten leben wollen, zeichnet ihr persönliches Scheitern nach und gibt Einblicke in die fragile menschliche Psyche aller – und in das Menschsein an sich.

Weiterlesen: Das ferne Land

Bewertung und Kritik zu

DER BALKON 
von Jean Genet
Regie: Ivica Buljan 
Premiere: 22. Februar 2018
Residenztheater München
Buch kaufen

Der BalkonZum Inhalt: "Der Balkon" stellt die Frage nach der Macht der Bilder in Form einer Verwechslungskomödie. Madame Irma bietet den Besuchern in ihrem Bordell nicht nur Sex, sondern auch die Gelegenheit, in neue Identitäten zu schlüpfen. Gegen Bezahlung werden in der Nacht Bürger zu Bischof, Richter oder General und inszenieren das Leben als Illusion. Gleichzeitig tobt in den Straßen der Stadt ein Aufstand um die Macht im Staat. Der Polizeipräsident flüchtet vor den Kämpfen zu seiner ehemaligen Geliebten Irma. Sie begreift die Rolle des Bordells nüchtern als Institut zu Befriedigung männlicher Allmachtsphantasien – er wiederum hält die Revolution für ein Spiel. Die Aufständischen stürmen das Schloss, suchen die verschwundene Königin und machen Chantal, eine ehemalige Hure, zu ihrer Jeanne d´Arc. Um die Rebellion niederzuschlagen, bedient sich ein plötzlich aufgetauchter "Gesandter" mithilfe des Polizeipräsidenten eines Tricks. Sie lassen die Freier in ihren Verkleidungen als Bischof, Richter und General und Irma als Königin auf den Balkon des Hauses treten. Das Balkonbild mit den Kostümierten vermittelt den Eindruck, die Revolution sei gescheitert. Der Coup gelingt. Das Volk folgt den Bildern, nicht den Ideen. Der Schein bestimmt das Bewusstsein.

Weiterlesen: Der Balkon

AUF DER BÜHNE

Hamburg

MÜNCHEN

Münchner Kammerspiele
KARTEN ONLINE KAUFEN

Münchner Volkstheater
KARTEN ONLINE KAUFEN
3.1
Durchschnittsnote aller Stücke
5 3
4 8
3 17
2 5
1 2
Kritiken: 19
HIER KÖNNTE IHRE 
WERBUNG STEHEN
ab 7,99 € / Woche
 AUF DER BÜHNE © 2018                            
Toggle Bar