Bewertung und Kritik zu

Bewertung und Kritik zu

ZOMBIE TV: TO LIVE AND DIE WITH THE VIRUS
von Bronfen, Weber, Rickenbach, Böhmer & Huber
Regie: Barbara Weber 
Premiere: 15. August 2020 
Zürcher Theater Spektakel

Zum Inhalt: Die Zürcher Regisseurin Barbara Weber, zuletzt 2016 mit der performativen Installation «The Making of Success» zu Gast auf der Landiwiese, und die Literatur- und Kulturwissenschafterin Elisabeth Bronfen hätten dieses Jahr am Theater Spektakel eigentlich ein TV-Format auf die Theaterbühne bringen wollen: eine «Late Night Lecture Show» über die Repräsentation und Inszenierung von Frauen in Machtpositionen. Doch dann kam das Virus, stellte das Bühnenformat infrage und brachte andere Themen ins Spiel. Ein knappes Semester Pandemieerfahrung inklusive medialem, politischem und gesellschaftlichem Durcheinander von Statistiken, Masken, Sicherheitsabständen, Contact-Tracer*innen, Reiseeinschränkungen und Selbstverantwortung später präsentierten sie ihr neu entwickeltes, mehrteiliges Projekt «Zombie TV». Den Netflix-Gewohnheiten entsprechend und coronaproof als Online-Stream, geht die Miniserie in sechs Folgen der Frage nach: Verwandelt die Pandemie uns alle in Untote? Werden wir zur tödlichen Bedrohung füreinander? Ausgangspunkt waren die kulturwissenschaftlichen Betrachtungen von Elisabeth Bronfen, die unter dem Titel «Angesteckt: Zeitgemässes über Pandemie und Kultur» demnächst im Echtzeit Verlag erscheinen.

Weiterlesen: Zombie TV: To live and die with the virus

Bewertung und Kritik zu

REVUE 2020 – ZURÜCK IST DIE ZUKUNFT
ein filmisches Essay in 7 Kapiteln
Regie: Antje Schupp 
Premiere: 22.-27. Juni 2020 
Schauspielhaus Zürich

Zum Inhalt: Die Regisseurin und Festspielpreisträgerin Antje Schupp und der Filmemacher Gregor Brändli veröffentlichen ab Montag 22. Juni täglich eine neue Folge ihres musiktheatralen Filmessays. Das siebenteilige Werk entstand im Rahmen der Festspiele Zürich in Koproduktion mit dem Opernhaus Zürich und dem Schauspielhaus Zürich sowie zwei Zürcher Chören und hinterfragt unsere Gegenwart vor dem Hintergrund der 1920er Jahre. 

Das Projekt verbindet bissige Gegenwartsbefragung mit Chansons und der beschwingten Unterhaltungsmusik der 1920er Jahre und schlägt zugleich den Bogen zur Opernmusik. Der Dramaturgie der Revue stellt Antje Schupp spielerisch die Form des Requiems beiseite: In sieben Kapiteln von «Party oder Panik? (Introitus)» bis «Dies Irae (Agnus Dei)» und «Hoffnung (Lux Aeterna)» entwirft sie diese Totenmesse statt als «Tanz auf dem Vulkan» als Abrissparty und fragt: Dürfen wir hoffen oder müssen wir verzweifeln? Sollen wir feiern oder fliehen, hedonistisch oder solidarisch sein? So ist dieser Film teils Revue, teils Requiem, unterhaltsam und traurig, voller Chancen und voller Risiken zugleich. So wie auch die noch jungen 2020er Jahre. Der «Rausch des Jetzt» schlägt um in Weltuntergangsstimmung, aber auch in Hoffnung und Sehnsucht, besungen auf höchstem Niveau.

Weiterlesen: Revue 2020 – Zurück ist die Zukunft

Bewertung und Kritik zu

DEKALOG - Theaterinszenierung für den digitalen Raum in 10 Folgen 
nach Krzysztof Kieślowski
Regie: Christopher Rüping 
Premiere: 17. April - 3. Mai 2020 
Schauspielhaus Zürich

Zum Inhalt: «Ich bin der Herr, dein Gott. Du sollst keine anderen Gött­er haben neben mir.»​ So klar steht es geschrieben im Ersten Gebot de­s​ Alten Testaments. Bei Go­tt gibt es keine Zwe­ifel,​ er*sie ist unmissverständlich und klar. Anders als​ der Mensch. Beim Mensc­hen ist nichts gegeb­en und nichts ist​ unmissverständlich. Immer gibt es​ ein Für und ein Wider, imm­er gibt es zahlreich­e​ Möglichkeiten und Wege. Seit eini­gen Wochen können Politik und Bürger*i­nnen​ weltweit​ diese existentielle Unkl­arheit, diese morali­sche Vieldeutigkeit des​ Lebens nicht me­hr durch alltägliche Routine verdrängen. Täglich müssen sie Entscheidungen tr­effen über Nächstenl­iebe, Freiheit und​ Respekt, über Geme­inschaft und Liebe. Letzten Endes​ üb­er Leben und​ Tod.​

Wie es dem Vieles denkenden Menschen​ angesichts der Klarh­eit von Gottes Gebot­en geht, hat der pol­nische​ Filmregisseur Krzysztof​ Kieślow­ski Ende der 1980er Jahre in den zehn Ep­isoden​ seines​ Deka­logs​ untersucht. Ha­usregisseur Christop­her​ Rüping nimmt di­ese Filme​ nun als Vorlage für ein The­aterprojekt ohne The­ater.​ In einem Mome­nt, wo Menschen sich nicht mehr in Theatern versammeln dürfe­n, ver­lagert Christopher Rüping seine Inszenierung ins In­ternet – und damit die Funktion des Theaters, durch Anschauung und Spiel den mora­lischen Kompass zu schärfen​ und sich gemeinsam über Werte und​ Masstäbe zu verständigen. In den zehn Folgen seiner Theaterinszenierung für den digitalen Raum wird er in den nächst­en drei​ Wochen zusa­mmen mit dem Ensemble des Schauspielhaus­es Zürich fragen, wa­s​ richtig und was​ falsch ist. Sie di­rekt wird er fragen. Sie, das Publikum. Und​ Sie werden antw­orten können und ent­scheiden. Und Sie wer­den sehen, welche​ Konsequenzen Ihre Ent­scheidungen haben. Wie im echten Leben. Oder eben im​ Intern­et. Aber wo ist da schon der Unterschied.

Weiterlesen: Dekalog

Bewertung und Kritik zu

ENTSCHULDIGUNG
von Lisa Danulat
Regie: Peter Kastenmüller 
Vorpremiere: 31. Mai 2019 
Theater Neumarkt Zürich

Koproduktion mit dem Deutschen Theater (Berliner Autorentheatertage 2019) 

eventim
TICKETS ONLINE KAUFEN

Zum Inhalt: ENTSCHULDIGUNG erzählt die Geschichten zweier Frauen, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Ingrid will raus aus ihrem Leben, Hannah raus dem Gefängnis, wo sie als unschuldig (?) verurteilte Mörderin einsitzt, zurück ins Freie. Dennoch überlagern sich Details, bis sie ununterscheidbar werden, flippen ineinander wie das Geräusch der Flipflops, das durch die Erinnerung beider Frauen spukt, oder verschmelzen in identischen Dialogfetzen. Flüsse spielen eine mehr als geografische Rolle – und vor allem der Fluss, in den niemand ein zweites Mal steigen kann: Beide Erzählungen kreisen um die Frage, wo Schuld her kommt, wo sie anfängt, wo sie hin kann und wie sie vielleicht aufgehoben werden kann – oder eben nicht. Entschuldigung!

Weiterlesen: Entschuldigung

Bewertung und Kritik zu

TOTART TATORT
von Herbert Fritsch
Regie: Herbert Fritsch
Premiere: 22. Februar 2019
Schauspielhaus Zürich

Zum Inhalt: Nach der grandiosen Entdeckungsreise der Grimm’schen Märchenwelt („Grimmige Märchen“ 2017), die zum Schweizer Theatertreffen 2018 eingeladen wurde, und dem Publikumsrenner „Die Physiker“ begibt sich Herbert Fritsch mit seinem neusten Stück auf die kriminologische Spurensuche nach einem vermeintlichen Täter und entfesselt dabei ein Panoptikum an detektivischem Wahnwitz.
In der Tradition von Sherlock Holmes, Edgar Wallace und der Kommissar schreitet Fritsch mit seinem ersten Bühnenkrimi nun selbst zur Tat. „Totart Tatort“ entführt uns in eine Welt voller Spannung, Mord und Totschlag. Ermittler werden zu Opfern, Opfer werden zu Mördern, während wir uns über dieses schöne Gruselgefühl einmal so richtig freuen können.
Toter tat totale Tat total tapfer terminiert Totaltat toller Art totally art Totart Tatort tja Teleskop taugt Tatortteilhabe telegrafiert Töter als technokratisierten Tatscher: tatschender Tod tötet total terminierender Totaltod tat dem Täter teuflischen Taumel traurige Tat tatsächlich tot der Täter taumelt todglücklich tatscht Tatortkriminologe tappt traurig da tote Spur der Täter tatscht tik tak tik tak teuflischer Taumel des Tatschertöters Tatortkriminologe taumelt toll Tatschertäter tarnt Todesspur tote Spur tja Tatortkriminologe tappt tattriger tauft Töter treffsicheren Tatscher Tatscher tut teuflische Tat tatsächlich totally art: Terminierender Tatscher tötet tattrigen Tatortkommissar total tatscht tatsächlich total tötend tödlich tatschende Tat traf Todesopfer Todesopfer Tatortkommissar taumelte tödlich Tatscher tatkräftig am Totlachen tat total gut trotzdem Tatschertäter tot da totgelacht. Tatütata.

Weiterlesen: Totart Tatort

Bewertung und Kritik zu

ICH WEISS NICHT, WAS EIN ORT IST, ICH KENNE NUR SEINEN PREIS (MANZINI-STUDIEN)
von René Pollesch
Regie: René Pollesch 
Premiere: 14. Dezember 2018 
Schauspielhaus Zürich


Eingeladen zu den Berliner Autorentheatertagen (2019)  

eventimTICKETS ONLINE KAUFEN

Zum Inhalt: Am Anfang wird in René Polleschs neuem Stück gar nicht so sehr der Ort vermisst, eher scheint mit der Zeit etwas nicht zu stimmen. „Warum sind wir bereits am Ende des Stückes? Ich bin doch gerade erst aufgetreten.“ Es scheint sich dabei, wird später gesagt, sogar um DAS Phänomen unserer Zeit zu handeln. „Wisst ihr, ich bin ganz schön fertig. Eine Sechsstundenfassung von Shakespeares ‚Sommernachtstraum‘, wer kam eigentlich auf die Idee!!“ – „Wenn man es vom heutigen Standpunkt aus betrachtet, war es schon sehr merkwürdig. Eigentlich gab es keinen Grund für uns anzunehmen, dass wir bereits am Ende des Stückes waren, denn niemand von uns konnte sich daran erinnern, dass wir den grössten Teil davon schon gespielt hatten.“ – „Irgendetwas war passiert. Denn auch die Zuschauer gaben zunächst zu Protokoll, dass die Schauspieler aufgetreten waren und sofort das Ende gespielt hatten, und der Theaterabend nach etwa zehn Minuten vorbei war.“ War das Stück derartig kurzweilig gewesen? Zu unterhaltsam? „Allerdings konnten sich einige von ihnen eine Weile später doch an die fünf Stunden und 50 Minuten eines ‚Sommernachtstraumes‘ erinnern. Die Auskünfte gingen dabei sehr stark auseinander. Einige hatten eine Gruppe von Kindern durch die Wüste ziehen sehen und andere sprachen von einem Wald, in dem dann statt der Elfen et cetera. ein riesiger Affe aufgetreten war.“
Wenn man bei René Pollesch von einer starken, prägenden Regiehandschrift sprechen darf, ohne ihn davon abzuschneiden, was er tatsächlich tut, dann nur, wenn man versteht, dass seine Praxis als Autor (als jemand, der im Wesentlichen schreibend tätig ist, indem er Texte produziert und Inhalte ins Spiel bringt) auch auf die Autorenschaft der im Theater so vielseitig versammelten KünstlerInnen, allen voran der SchauspielerInnen, BühnenbildnerInnen und KostümbildnerInnen vertraut. Das autonome Zusammenarbeiten mehrerer, die Autonomie nicht hermetisch denken, ermöglicht es, dass sich Theater nicht dem Befehl der Alleinherrschaft der Regie über eine Produktion oder gar eines ganzen Betriebs unterwirft. Von dieser Praxis haben sich bislang sehr viele und auch viele junge KünstlerInnen beeindrucken lassen.

Weiterlesen: Ich weiss nicht, was ein Ort ist... (Manzini-Studien)

Bewertung und Kritik zu

HAMLET
von William Shakespeare
Regie: Barbara Frey
Premiere: 13. September 2018 
Schauspielhaus Zürich
Buch jetzt bestellen

Zum Inhalt: Claudius hat seinen Bruder, den König, im Schlaf ermordet, um den Thron zu besteigen und die Königin zu heiraten. Doch der Geist des ermordeten Kriegers erscheint seinem Sohn, enthüllt dem rechtmässigen Thronfolger das Verbrechen und fordert ihn zur Rache auf. Der junge Hamlet verzweifelt an
der Aufgabe, diese Welt, die aus den Fugen ist, wieder einzurichten. Er hat „den wahren Blick in das Wesen der Dinge“ getan und es ekelt ihn, zu handeln. Schliesslich lässt er ein Stück aufführen, in dem ein König ermordet wird und der Mörder die Königin heiratet. Zwar offenbart König Claudius’ Reaktion seine Schuld, doch Hamlets künstlerischer Beweis bringt keine Gerechtigkeit: Die grauenhafte Wahrheit setzt einen Kreislauf des Todes in Gang, dem keiner entkommt. Zum sechsten Mal beschäftigt sich Barbara Frey mit Shakespeares Werk, dem sie sich unter anderem mit der radikalen Interpretation des „Sturms“ näherte oder zu Beginn ihrer Regielaufbahn mit der musikalischen Arbeit „I Want To Talk Like Lovers Do“ nach Shakespeares Sonetten. Ihre letzte Shakespeare-Inszenierung war „Richard III.“.

Weiterlesen: Hamlet

Bewertung und Kritik zu

GIRL FROM THE FOG MACHINE FACTORY
von Thom Luz
Regie: Thom Luz 
Premiere: 17. Mai 2018
Theaterhaus Gessnerallee Zürich

Zum Inhalt: Die Geschäfte laufen schlecht in der kleinen Nebelmaschinenfabrik am Rand der Stadt. Die Auftragslage ist dürftig, in der gegenwärtigen Situation möchte niemand mehr Maschinen jetzt bestellen, die im Kern nichts produzieren. Der Chef und seine Mitarbeiter – sein Sohn, eine unbezahlte Praktikantin sowie musikalisches Personal zur Nebelvertonung bei Verkaufspräsentationen – stehen ratlos im Showroom und überlegen stumm, wie man wohl die Zukunft überleben könnte. Um finanziell über die Runden zu kommen sind neue Ideen gefragt, neue Bilder, neue Lösungen. Die Belegschaft beginnt zu experimentieren: Wasserfälle, Planetenringe, leuchtende Nebelmeere und berühmte Skulpturen von Rodin und Giacometti, Böcklins Toteninsel mit Ruderboot, alles aus Nebel nachgebaut. Flüchtig zwar – aber immerhin. Der gesamte Maschinenpark und sämtliches Nebelwissen aus 225 Jahren Firmengeschichte wird aufgefahren, vor den Augen der sporadisch vorbeischauenden Laufkundschaft entstehen Bilder von flüchtiger Opulenz und handwerklichpraktischer Sinnfreiheit. Ob sich aber die Zukunft der Firma mit derart vergänglichen Kurzschönheiten retten lässt steht buchstäblich in den Wolken. Man wird es sehen - oder eben nicht.

Weiterlesen: Girl from the Fog Machine Factory

 

Preis: €14,95 €11,95

UNSERE BÜCHER
ALS PDF-DATEI

AUSWAHL

 

Preis: €14,95 €11,95

 

DAS KÖNNTE DICH AUCH INTERESSIEREN





AUF DER BÜHNE © 2020

AUF DER BÜHNE

Zürich

ZÜRICH


PDF-Datei: 11,95 € 8,95 €
Weitere Formate auf
Amazon & Google:
Kindle eBook
Taschenbuch
Google eBook

WEITERE BÜCHER


WIR EMPFEHLEN

3.0
Durchschnittsnote aller Stücke
5 4
4 11
3 18
2 9
1 4
Kritiken: 20

PDF-Datei: 22,60 € 16,95 €

Weitere Formate auf Amazon & Google Play:
Kindle eBook - Taschenbuch - Google eBook


UNSERE BÜCHER ALS PDF-DATEI

AUSWAHL


WIR EMPFEHLEN



BUCH ALS PDF-DATEI
Toggle Bar
X

Right Click

No right click