Bewertung und Kritik zu
BARTLEBY, DER SCHREIBER – Schauspielhaus Foyer
von: Herman Melville
Premiere: 6. Oktober 2026, Theater Bonn, Schauspielhaus Foyer
Künstlerisches Team
Regie: René Fiegen
Ausstattung: Aleksandra Malec
Dramaturgie: Amelie Hermann
Besetzung
Anwältin: Imke Siebert
Turkey / Nippers: Jacob Z. Eckstein
Bartleby: Timo Kählert
Über die Inszenierung
Mit „Bartleby, der Schreiber“ bringt das Theater Bonn eine der rätselhaftesten und einflussreichsten Erzählungen Herman Melvilles auf die Bühne. Im Zentrum steht der stille Schreiber Bartleby, der auf die Anforderungen seiner Arbeitswelt zunehmend nur noch mit dem berühmten Satz antwortet: „Ich möchte lieber nicht.“
Was zunächst wie eine harmlose Verweigerung erscheint, entwickelt sich rasch zu einer grundlegenden Herausforderung für die Menschen in seiner Umgebung. Bartlebys Verhalten stellt etablierte Vorstellungen von Arbeit, Pflicht, Anpassung und gesellschaftlicher Teilhabe infrage.
René Fiegen konzentriert sich auf die existenziellen und gesellschaftlichen Dimensionen der Erzählung. Die Inszenierung untersucht, wie individuelle Verweigerung auf institutionelle Erwartungen trifft und welche Fragen nach Freiheit, Würde und Verantwortung daraus entstehen.
Aleksandra Malecs Ausstattung schafft einen konzentrierten Raum, der die Nähe zwischen den Figuren und die zunehmende Irritation des Geschehens sichtbar macht. Die reduzierte Form lenkt den Blick auf Sprache, Verhalten und die Beziehungen zwischen den Charakteren.
Amelie Hermanns dramaturgische Arbeit arbeitet die philosophischen, gesellschaftlichen und politischen Aspekte von Melvilles Erzählung heraus und macht ihre anhaltende Aktualität sichtbar.
Besondere Aspekte dieser Produktion
– Bühnenfassung der berühmten Erzählung von Herman Melville
– Kammerspiel mit konzentrierter Figurenkonstellation
– zentrale Fragen nach Arbeit, Anpassung und Verweigerung
– intime Aufführung im Schauspielhaus Foyer
– zeitlose gesellschaftliche und philosophische Dimension
„Bartleby, der Schreiber“ entwickelt aus einer scheinbar einfachen Verweigerung ein faszinierendes Nachdenken über Freiheit, Individualität und die Grenzen gesellschaftlicher Erwartungen.





