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Meine Kirschen, mein Garten, mein Geld

Bewertung und Kritik zu

DAS MÄDCHEN AUS DEM GOLDENEN WESTEN – Oper Bonn

von: Giacomo Puccini
Premiere: 5. Oktober 2026, Oper Bonn

Künstlerisches Team

Musikalische Leitung: Dirk Kaftan
Regie und Bühne: Daniela Kerck
Kostüme: Andrea Schmidt-Futterer
Video: Astrid Steiner
Dramaturgie: Polina Sandler
Choreinstudierung: André Kellinghaus

Besetzung

Minnie: Yannick-Muriel Noah
Dick Johnson: George Oniani
Jack Rance: Devid Cecconi
Nick, Kellner des Saloons: Gillen Munguia
Ashby, Agent von Wells Fargo: Mikhail Biryukov
Sonora: Tobias Greenhalgh
Trin: Paul Kaufmann
Sid: Jakob Mahase
Bello: Enrico Marabelli
Harry: Ján Rusko
Joe: Mathias Frey
Happy: James Cleverton
Larkens: Will Frost
Billy Jackrabbit: Miljan Milovic
Wowkle: Ji Young Mennekes
Jake Wallace: Aluda Todua
José Castro: Hanjun Kim
Postillion: Ralf Rachbauer

Chor & Orchester

Extrachor und Herren des Chores des Theater Bonn
Beethoven Orchester Bonn

Über die Inszenierung

Mit „Das Mädchen aus dem Goldenen Westen“ schuf Giacomo Puccini eine Oper, die den Mythos des amerikanischen Goldrauschs mit den musikalischen Mitteln des italienischen Verismo verbindet. Die Geschichte spielt in einer rauen Männerwelt, in der Liebe, Gewalt, Hoffnung und Überlebenswille aufeinandertreffen.

Daniela Kerck entwickelt eine Inszenierung, die die sozialen Konflikte und die emotionale Tiefe der Figuren in den Mittelpunkt stellt. Der legendäre Wilde Westen erscheint dabei nicht als romantischer Schauplatz, sondern als Ort von Einsamkeit, Machtkämpfen und Sehnsucht nach einem besseren Leben.

Die von Daniela Kerck entworfene Bühne schafft einen atmosphärischen Raum zwischen Saloon, Goldgräberlager und Grenzgebiet. Andrea Schmidt-Futterers Kostüme zeichnen die Figuren präzise und verbinden historische Bezüge mit einer zeitlosen Bildsprache.

Unter der musikalischen Leitung von Dirk Kaftan entfaltet das Beethoven Orchester Bonn die farbenreiche Partitur Puccinis mit ihrer Mischung aus lyrischer Intensität, dramatischer Spannung und orchestraler Opulenz. Astrid Steiners Videoarbeiten erweitern die Inszenierung um zusätzliche visuelle Ebenen.

Die dramaturgische Arbeit von Polina Sandler sowie die Choreinstudierung von André Kellinghaus unterstützen die Verbindung von musikalischem Drama, psychologischer Figurenzeichnung und gesellschaftlichem Panorama.

Besondere Aspekte dieser Produktion

– selten gespieltes Meisterwerk von Giacomo Puccini
– Oper zwischen Verismo und Westernmythos
– starke Frauenfigur im Zentrum der Handlung
– atmosphärische Verbindung von Musik und Bildsprache
– große Chor- und Orchesterpartien

„Das Mädchen aus dem Goldenen Westen“ verbindet emotionale Intensität, musikalische Farbenpracht und die Faszination des Goldrauschs zu einem eindrucksvollen Opernerlebnis.

1 Kritik

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Dampf ablassen gegenüber Schweißtreibern
5 Stunden her.
Kritik

''Pointierte, gesellschaftskritische Sätze, verpackt in dichten Nebel, verlagern sich zu Schreien und Klamauk. Bald ist vom Ausverkauf von Luft und Wasser, vom Mensch als Besitz, dem „Human Problem“ und erschossenen Aushilfen die Rede. Einzelne möchten nie wieder arbeiten. Der Wortwitz wird durch die vielen Ausbrüche sensorisch überladen, auch die Figurenkonstellation erscheint bald überzeichnet. Die Protagonisten verfangen sich im Konflikt zwischen dem Wunsch nach emotionalem Halt und der ständigen Angst vor einem finanziellen Abstieg. Sie bleiben unfähig, aus dem System der Selbstausbeutung auszubrechen. Sie flirten mit dem Kapital, dem sozialen Status und dem scheinbaren Luxus. Die Charaktere kreisen dabei neurotisch stets um sich selbst.

Am Ende möchte Gajewa zurück zur schwarzen Null und behauptet, Unsicherheit erzeuge Veränderung. Sie ignoriert dabei die Ängste und Sorgen ihrer Nächsten. Meine Kirschen, mein Garten, mein Geld erweist sich damit als beklemmend aktuelle Parabel: Während das Ensemble auf der Bühne die neoliberale Verwertung eines Kulturraums durchexerziert, droht der Sparbeschluss der Bonner Haushaltsklausur zur Prüfung einer Schauspiel-Schließung, die Realität außerhalb der Theaterwände endgültig in jene sterile, rein profitorientierte Landschaft zu verwandeln, vor der das Stück so eindringlich warnt. Was bleibt, ist ein beklemmendes Gefühl – und ein passend kapitalistisches Souvenir: Nach der Vorstellung erstehe ich ein T-Shirt des Hauses mit der Aufschrift „Kirschgarten“ über zwei stilisierten Kirschen.'' schreibt Ansgar Skoda am 7. Oktober 2026 auf KULTURA-EXTRA

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