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Otello

Bewertung und Kritik zu

Verdis OTELLO – Oper Bonn

Premiere: 22. März 2026
Musik: Giuseppe Verdi

Künstlerisches Team

Musikalische Leitung: Dirk Kaftan
Regie: Leo Muscato
Bühne: Federica Parolini
Kostüme: Silvia Aymonino
Licht: Max Karbe
Choreinstudierung: André Kellinghaus
Einstudierung Kinder- und Jugendchor: Ekaterina Klewitz

Besetzung

Otello: Aaron Cawley
Desdemona: Kathryn Henry
Jago: Dalibor Janis
Cassio: Kai Kluge
Roderigo: Tae Hwa Yun
Emilia: Susanne Blattert
Lodovico: Martin Tzonev
Montano: Christopher Jähnig
Herold: Seogjun Jang

Chor & Orchester

Kinder- und Jugendchor des Theater Bonn
Chor und Extrachor des Theater Bonn
Beethoven Orchester Bonn

Über die Inszenierung

Leo Muscatos Inszenierung von Verdis „Otello“ konzentriert sich auf die psychologische Spannung zwischen Eifersucht, Manipulation und Macht. Die Bühne von Federica Parolini schafft klare, atmosphärische Räume, die die emotionale Intensität der Figuren verstärken.

Silvia Aymoninos Kostüme verbinden historische Elemente mit moderner Reduktion und unterstützen die Charakterzeichnung. Max Karbes Licht setzt dramatische Akzente und betont die Kontraste zwischen Intimität und öffentlicher Darstellung.

Unter der musikalischen Leitung von Dirk Kaftan entfaltet das Beethoven Orchester Bonn Verdis Partitur mit großer dynamischer Bandbreite und dramatischer Präzision. Die Chöre unter der Einstudierung von André Kellinghaus und Ekaterina Klewitz sorgen für kraftvolle, klare Klangflächen.

Besondere Aspekte dieser Produktion

– eine psychologisch präzise Regie
– atmosphärische, klare Bühnenräume
– starke vokale Leistungen im Hauptensemble
– ein kraftvoller, differenzierter Chorklang
– musikalische Intensität und dramaturgische Klarheit

Diese Bonner „Otello“-Produktion verbindet musikalische Wucht mit psychologischer Genauigkeit und schafft einen intensiven Opernabend.

1 Kritik

4.0 von 5 Sterne
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Die nackte Brutalität des Krieges
5 Stunden her.
Kritik

''Aaron Cawley überzeugt mit tenoraler Durchschlagskraft, beherrscht aber auch die leisen Töne. Kathryn Henry gibt ihrer Figur Mitgefühl mit dem Schicksal der anderen und mit ihrem Mann. Beklemmend gerät der vierte Akt, wenn Desdemona auf Otello und damit – unausgesprochen, aber doch deutlich – auf ihren Tod wartet. Wie ein Damoklesschwert schwebt der Tod über ihr, sie ahnt es, eigentlich ahnen es alle – aber niemand greift ein. Ein Verhalten, das sich beinahe schmerzhaft schon zum Ende des dritten Aktes zeigt, als Otello vor den Augen aller aus der Rolle fällt und Desdemona demütigt. „Kein Ehedrama – ein Femizid“ schreibt das Programmheft dazu. Diese Lesart ist beklemmend umgesetzt und verleiht dem bekannten Stück eine neue, aktuelle Note, ohne zwanghaft zu aktualisieren.

Dalibor Jenis gibt einen entschlossenen, finsteren Jago, Kai Kluges Cassio ist impulsiv und naiv, eine gefährliche Mischung, Susanne Blattert ist als Emilia die tragische Figur, bringt sie doch Desdemonas Halstuch ins Spiel und damit das scheinbar eindeutige Indiz für deren Untreue. Nahtlos reihen sich auch die anderen Solistinnen und Solisten in exzellente Gesamtleistung ein: Tae Hwan Yun als Roderigo, Martin Tzonev als Lodovico, Christopher Jähnig als Montano und Seogjun Jang als Herold.

Dieser Bonner Otello ist ein Glücksfall - unaufdringlich und dennoch überzeugend in der Inszenierung, unübertroffen im Klang und in der Darstellung. Stimmig nicht zuletzt deshalb, weil der Eindruck entsteht, jede und jeder Einzelne weiß genau, was zu tun ist. Zwei Termine stehen in dieser Spielzeit noch auf dem Programm. Es lohnt sich, Fußball kann man im Anschluss immer noch schauen.'' schreibt Karoline Bendig am 24. Juni 2026 auf KULTURA-EXTRA

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