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Bewertung und Kritik zu

PENTHESILEA  
von Othmar Schoeck
Regie: Carlos Wagner  
Premiere: 15. Oktober 2017 
Theater Bonn - Oper

Zum Inhalt: Penthesilea ist die Königin der Amazonen, sie zieht mit Pfeil und Bogen bewaffnet in den Krieg gegen die Griechen. Dabei geht es nicht nur darum, ihr Land zu verteidigen, sondern auch, sich einen Liebespartner zu erobern, denn laut amazonischem Gesetz dürfen sich die Kriegerinnen nur mit von ihnen besiegten Feinden paaren. Bei Homer nur angedeutet, später im Umfeld der Ilias verschiedentlich ausgeschmückt, wurde uns die Legende überliefert, dass Achilles sich in Penthesilea verliebt hätte, nachdem er sie tödlich verwundet hatte. Achilles muss erleben, dass sein Sieg ihn teuer zu stehen kommt und ihm die Geliebte für immer entreißt. Diese Geschichte inspirierte Künstler aller Zeiten und lebt in verschiedenen Gemälden und Gedichten fort. Bei ihm ist es nicht Achilles, der die Geliebte tötet, sondern umgekehrt Penthesilea, deren fehlgeleitete Liebesenergie in Wahnsinn umschlägt und sie zur Mörderin macht. Schonungslos legt Kleist die Mechanismen bloß, wie aus liebesbedürftigen jungen Menschen durch politische Manipulation mordende Ungeheuer gemacht werden. Unermüdliche Kriegspropaganda, falsche Ehrbegriffe und der Zwang zum Siegen verhindern das Liebesglück und führen mit tödlicher Konsequenz zum tragischen Ende.

Musikalische Leitung: Dirk Kaftan
Inszenierung: Peter Konwitschny

Ausstattung: Johannes Leiacker
Licht: Thomas Roscher
Konzeptionelle Mitarbeit & Dramaturgie: Bettina Bartz
Choreinstudierung: Marco Medved


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Liebeswut im Geschlechterkrieg
  · 21.11.17
''Die Spielfläche ist von Zuschauerreihen umringt. Im Publikum verteilt sitzen einzelne Solisten und Chormitglieder. Wie um einen Boxring oder in einer antiken Arena versammelt, scheinen die Zuschauer mit einbezogen. Von allen Seiten springen plötzlich aufgebrachte Personen hoch, die das Geschehen mit Rufen wie "Ho!" oder auch längere Beiträge kommentieren. Einzige Requisiten auf der Bühne sind zwei Flügel, die von den sichtlich in den Konflikt involvierten Pianisten Meri Tschabaschwili und Lucas Huber Sierra beinahe pausenlos bespielt werden. Wiederholt beanspruchen jedoch die beiden zentralen Figuren die Bühne ganz für sich - samt den regelmäßig verschobenen, teilweise als Berge Ida und Ossa dienenden Flügeln. Gesangspartien erscheinen oft losgelöst vom Orchesterspiel und erhalten so teilweise effektvollen Nachdruck. Christian Miedl gibt mit volltönendem, klangfarbenreichem Bariton einen sehr schmucken Achill, der seine Potenz mit Klimmzügen unterhalb eines der Klaviere beweist. Dshamilja Kaiser agiert als Titelheldin auf der Bühne sichtlich nuancenreich, wenn sie von einem emotionalen Extrem ins nächste wechselt und dabei all ihre heftigen Gefühle in eindringliche, das Rahmengeschehen übertönende Mezzosopranpartien bannt. Neben dem von Marco Medved glänzend arrangierten Chor stechen insbesondere die Estin Aile Asszonyi als Penthesileas Vertraute Prothoe und die Waliserin Ceri Williams als zornige Oberpriesterin der Diana mit eindringlichen Gesangspartien hervor. Ein mit geballter Wucht lange nachhallendes Opernerlebnis.'' schreibt Ansgar Skoda am 20. November 2017 auf KULTURA-EXTRA
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