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Bewertung und Kritik zu

AM KÄLTEPOL – ERZÄHLUNGEN AUS DEM GULAG
von Warlam Schalamow
Timofej Kuljabin 
Premiere: 3. März 2018
Residenztheater München
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Der BalkonZum Inhalt: Die sibirische Kolyma ist eine riesige Region Russlands, weit weg von Moskau, eine lebensfeindliche, von Permafrost durchdrungene "Insel" am Ende der Welt. Dort, "am Kältepol", überlebt der Dichter Warlam Schalamow zwischen Steinbrüchen, Goldminen und Lagerbaracken, dem Tode meist näher als dem Leben, bei Schwerstarbeit, Schnee und Hunger. Insgesamt fast 18 Jahre ist er Inhaftierter eines weitverzweigten Lagersystems zur Zeit des Stalinismus, das unter dem Namen "Gulag" zu trauriger Berühmtheit gelangt. Nach seiner Entlassung notiert er, über ein beeindruckendes Gedächtnis verfügend, mit maßloser Schaffenswut, die "Erzählungen aus Kolyma": Zeugnis vom Lager, das zur Chiffre des 20. Jahrhunderts werden sollte, und literarisches Ringen um die Fassbarkeit des undenkbaren und doch erdachten und gelebten Grauens. Schalamows Erzählungen zeugen von der Normalität des Monströsen, von der unumkehrbaren Deformation der Psyche und der Lakonik kurz aufblitzenden Glücks, von der Gleichgültigkeit des Todes, der nicht schlimmer sein kann als das, was man hier Leben nennt. Mit einer Sprache, die jegliches Ornament abstreift und nach dem Wesentlichen und Wahrhaftigen sucht, ergründet Schalamow unerbittlich den dünnen Firnis von Zivilisation und Kultur, ja die Essenz des Menschlichen. Gegen die Verführung des Vergessens schafft er ein immenses Werk, dunkles Kompendium eines menschlichen Infernos, im Zentrum die Frage: "An welcher letzten Grenze kommt das Menschliche abhanden? Wie davon erzählen?"

Mit: Nora Buzalka, Sibylle Canonica, Pauline Fusban, Anna Graenzer, Hanna Scheibe, Charlotte Schwab

Regie: Timofej Kuljabin
Bühne: Oleg Golovko
Kostüme: Galya Solodovnikova
Licht: Georgij Belaga
Dramaturgie: Olga Fedianinia und Angela Obst
Live-Kamera: David Müller


 
Meinung der Presse zu „Am Kältepol – Erzählungen aus dem Gulag“

Residenztheater München


Oberbayerischen Volksblatt
Sich schämen, ein Mensch zu sein

Deutschlandfunk
Wucht der kalten Sprache

nachtkritik
Das Un(be)greifbare der Geschichte


Münchner Abendzeitung
"Am Kältepol" nach Warlam Schalamow

taz
Mama, mir geht es gut!


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3.8/5 Insgesamt 5 Bewertungen (0 mit Rezension)
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3.1
Durchschnittsnote aller Stücke
5 3
4 8
3 18
2 5
1 2
Kritiken: 20
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