Bewertung und Kritik zu

A DANCER’S DAY / 10000 GESTEN
von Boris Charmatz / Musée de la danse
Choreographie: Boris Charmatz
Premiere: 14. September 2017 (Uraufführung - Tempelhof Flugvorfeld) 
Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz, Berlin

Zum Inhalt: Die Ausweitung des Tanzbegriffes, das Überspielen von Grenzen, das Zelebrieren von Gemeinschaft – dies sind die großen Themen des französischen Tänzers und Choreografen Boris Charmatz. Nach Fous de danse – Ganz Berlin tanzt auf Tempelhof lädt er zu einer neuen Form der organisierten Versammlung. In A Dancer’s Day – Ein Tag im Leben eines Tänzers schneidet Charmatz in den Tag eines Tänzers und legt seine Strukturen und Routinen offen: Aufwärmen, Probe, Performance, Ruhen, Raumerobern, Tanzfläche. Die Besucher folgen den Tänzern innerhalb des weitläufigen Flughafenhangars und können selbst Sequenzen aus der neuen Choreografie 10000 Gesten mit Boris Charmatz proben. Zusammen nimmt man eine Mahlzeit ein, bevor sich eine Gruppe langsam aus der Gemeinschaft herauszuschälen beginnt, um ein neues Bewegungsritual einzuleiten. A Dancer’s Day taucht über sechs Stunden tief in die Architektur eines Tanzstücks ein, dessen lang erwartete Uraufführung den Höhepunkt bildet: 10000 Gesten. Die faszinierende Idee, ein Stück, in dem keine einzige Bewegung wiederholt wird. Ein explosives, vergängliches Alphabet des Tanzes. Das, kaum aufgeführt, sofort wieder verschwindet. 10000 Gesten, ein Stück für 24 Tänzer, feiert die Einzigartigkeit jeder einzelnen Körperbewegung als ein nicht wiederholbares Erlebnis.

Mit: Boris Charmatz, Djino Alolo Sabin, Salka Ardal Rosengren, Or Avishay, Régis Badel, Matthieu Burner, Dimitri Chamblas, Olga Dukhovnaya, Sidonie Dukhovnaya, Sidonie Duret, Bryana Fritz, Kerem Gelebek, Rémy Héritier, Emmanuelle Huynh, Maud le Pladec, Mani Mungai, Jolie Ngemi, Noé Pellencin, Marlène Saldana, Julian Weber, Frank Willens, Nadia Beugré, Jessica Batut, Alina Bilokon, Nuno Bizarro, Alexis Hedouin, Maud le Pladec, Samuel Lefeuvre, Johanna Lemke, Solène Wachter

Choreographie Assistent: Magali Caillet Gajan
Licht Designer: Yves Godin
Ton: Pierre Houtin
Kostüme: Jean-Paul Lespagnard


Bewertung und Theaterkritik Schreibe eine Kritik
3.0/5 Insgesamt 1 Bewertungen (1 mit Rezension)
1 von 1 Personen fanden die Kritik hilfreich
Tanz im Hangar Tempelhof
  · 15.09.17
Das als Highlight des Abends angekündigte „10.000 Gesten“ sollte laut Programmheft eigentlich organisch aus den vorherigen Teilen des insgesamt 6,5stündigen Abends entwickelt werden: „Zusammen nimmt man eine Mahlzeit ein, bevor sich eine Gruppe langsam aus der Gemeinschaft herauszuschälen beginnt.“
Zu einer Aufnahme von Mozarts Requiem in D minor K.626 unter Herbert von Karajans Dirigat toben die Tänzerinnen und Tänzer über die Bühne. Die zarte Musik und die grobschlächtigen Gesten stehen in einem scharfen Kontrast. „Die Sinne schärfen. Sich ins Detail versenken. Das Gesamte vom kleinsten Teil denken. Lauschen. Flüstern. Klein werden. Raus aus dem Totalzusammenhang. Kommt zusammen!“, postete das Social Media-Team der Volksbühne am 1. August. Das krasse Gegenteil davon bekommt das Publikum in „10.000 Gesten“ geboten: hektisches Gebrüll, lautes Röcheln. Kurz vor Schluss tigern die Performer durch die Publikumsreihen und versuchen es aufzumischen. Statt eines präzisen Bewegungsrituals ist diese Performance zu sehr auf Krawall gebürstet. Weiterlesen
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