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Bewertung und Kritik zu

ZERSTÖRUNG FÜR ANFÄNGER - RELOADED
von Mey Seifan / Tanween Company
 
Choreografie: Mey Seifan 
Premiere: 9. Januar 2018 
Sophiensaele, Berlin
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KARTEN ONLINE BESTELLENZum Inhalt: Was kann man aktuell noch über ein Land erzählen, in dem der Krieg bereits zu einer Normalität geworden ist, die wir kaum noch wahrnehmen? Seit 2011 sammelt Mey Seifan Protokolle der Nachtträume von Syrer_innen. Aus diesem Archiv speisen sich ihre choreografischen Untersuchungen zu Zusammenbruch, Zerstörung und Vertreibung, die Motive aus den Träumen aufnehmen und so ein alternatives Portrait der Realität in Syrien zeichnen. Albtraumhafte und absurde Bilder fügen sich zusammen zu einem Stück, das der chaotischen Logik eines Traums entspricht.

Mit Omar Karkout, Sonya Levin, Chriska Wagner

Choreografie: Mey Seifan
Co-regie, Dramaturgie Ziad Adwan
Musik Enik, Martine-Nicole Rojina, Marchello Giannandrea, David Hermann
Ehrengast: Amer Matar


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4.0/5 Insgesamt 1 Bewertungen (1 mit Rezension)
1 von 1 Personen fanden die Kritik hilfreich
Traumsequenzen, chaotisch und sprunghaft, skurril und bedrängend
  · 10.01.18
''Darin spielen die vier Performer chaotische Traumsequenzen, sprunghaft und unlogisch. Szenen friedlichen Glücks und großer Hoffnung wandeln sich in Szenen von Gewalt, Verlust und Tod. Wo eben noch Luftballons fröhlich über Kunstnebelwolken hinweg getänzelt sind, liegt nun ein lebloser Körper und das goldene Leichentuch ist zu kurz. Nach dem friedlichen Miteinander wird ein Mann immer wieder brutal an die Wand geworfen, seine Körperumrisse werden mit roter Kreide nachgemalt. Im Liebes-Duett-Tanz sackt die Frau immer wieder kraftlos zusammen, der Mann kann die Vergeblichkeit seiner Versuche nicht einsehen und eine Sensenmann-Figur wird zur alten Greisin, die sich zitternd voranschleppt. Der fließende, freie, sinnliche Tanz der jungen Frau zum fröhlichen Popsong ist nur von kurzer Dauer. Die Performer stecken bei alldem in Gummistiefeln und weißen Plastikanzügen mit Kapuzen, sind fremdartige Erscheinungen, Traumfiguren mit durchsichtigen Masken vor den Gesichtern – über allem glänzt eine nackte Glühbirne, durch alles hindurch zittern Taschenlampenstrahlen.

Mey Saifan hat irritierende, mitunter bedrohliche und beklemmende Traumbilder entworfen, die auch skurril, absurd und sarkastisch sein können. Von der Traum-Idylle zum Albtraum ist es nur ein kleiner Schritt und alles ist unsicher und vergänglich – in dieser Welt ist nichts von Dauer. Eine überzeugende Arbeit, mit einfachen Mitteln und einer Dramaturgie der Nicht-Verlässlichkeit in Szene gesetzt.'' schreibt Frank Schmid auf kulturradio.de
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3.2
Durchschnittsnote aller Stücke
5 2
4 9
3 3
2 6
1 1
Kritiken: 19
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