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Haus der Berliner Festspiele
www.berlinerfestspiele.de
Schaperstraße 24 - 10719 Berlin
Telefon: 030 254 89-0

SPIELPLAN & KARTEN

Tanzende Idioten

mit Texten von Denis Johnson und Originalzitaten der NASA-Apollo-Missionen zum Mond

Uraufführung

Regie: Thorsten Lensing

Premiere: 15. Januar 2026, Haus der Berliner Festspiele, Performing Arts Season

Vor-Premiere: 7. Januar 2026, Theater im Pumpenhaus, Münster

Zum Stück: 

In „Tanzende Idioten“ spielen Ursina Lardi, Karin Neuhäuser, Sebastian Blomberg, André Jung und der Schlagzeuger Willi Kellers Überlebende auf dem Weg zur nächsten Katastrophe. Was sie ausmacht, ist eine aberwitzige Mischung aus Brutalität und Zärtlichkeit, Anarchie und metaphysischen Instinkten, Daseinsschmerz und Lebenslust.

Goldie tut, was sie am liebsten tut: Sie baut ihr Haus um. Ihre Freude dabei ist ebenso ansteckend wie verstörend, denn Goldie ist schwer krank. Sie möchte das Beste geben mit einem Körper, der sie aufgibt. Sie weiß, dass sie im Sterben liegt, gibt es aber nicht gerne zu und plant eine Zukunft, die sie nicht mehr hat. Ihr Kater Apollo genießt ihre zunehmende Schwäche: Endlich kann er ungestört auf ihr herumliegen und endlos vor sich hin schnarchen. Goldie sagt ihm all das, was man Menschen nicht sagen darf. Fürchterliches Zeug! 
Plötzlich klingelt es und Goldies frisch verliebter Vater steht mit seiner Geliebten vor der Tür. Die beiden sind mit ihrem Wohnmobil auf dem Weg zum Meer und statten Goldie einen spontanen Überraschungsbesuch ab. Vollkommen unerwartet findet sich der vor Glück beinahe platzende Vater am Sterbebett der eigenen Tochter wieder. Er glaubt sich am Anfang, sie weiß sich am Ende.
In Goldies Zimmer flutet noch einmal die ganze Welt hinein, all das, wovon der Abschied schwerfällt: Wälder, Tiere, das Meer. Im zweiten Teil des Abends wird Goldies Sterben erzählt. Der Lebensraum Erde wird verlassen und aus ihrem Zimmer wird innerhalb von Sekunden der Weltraum.

Ausgangspunkt des gesamten Projekts waren zwei Sätze aus einer Erzählung von Denis Johnson. Er beschreibt darin einen Mann, der im Sterben liegt und Umbaupläne zeichnet. Auf ihm liegt seine Katze und schläft. Von dieser Grundsituation ausgehend schrieb Thorsten Lensing den Text zu „Tanzende Idioten“, in dem er auch immer wieder Formulierungen, Fragmente und Dialoge aus anderen Johnson-Werken aufgreift. Über sich und seine Arbeit sagte Johnson: „Ich würde meine Figuren genauso beschreiben wie mich selbst: Wir sind tanzende Idioten.“
Denis Johnson zählt zu den bedeutendsten US-amerikanischen Gegenwartsautor*innen und wird von Kollegen wie Jonathan Franzen, Philip Roth und David Foster Wallace für seine „Gänsehaut erzeugende“, „uneitel direkte“ und „brutal komische“ Prosa hochverehrt.

Regisseur Thorsten Lensing inszeniert seit Mitte der 1990er-Jahre freie Produktionen, zumeist in Koproduktion mit Theatern und Festivals wie dem Schauspielhaus Zürich, den Sophiensælen in Berlin, Kampnagel Hamburg, dem Künstler*innenhaus Mousonturm in Frankfurt, dem Düsseldorfer Schauspielhaus, dem Theater im Pumpenhaus in Münster, dem Grand Théâtre de la Ville de Luxembourg, den Ruhrfestspielen Recklinghausen, dem Schauspiel Stuttgart, den Münchener Kammerspielen und deSingel in Antwerpen. Dabei arbeitet er stets mit einem festen Stamm an herausragenden Schauspieler*innen. Nach Romanbearbeitungen von Fjodor M. Dostojewskis „Die Brüder Karamasow“ (Friedrich-Luft-Preis 2014) und David Foster Wallaces „Unendlicher Spaß“ (2019 eingeladen zum Theatertreffen) leitete die Präsentation von Thorsten Lensings erstem selbst geschriebenen Stück „Verrückt nach Trost“ (2022 Uraufführung bei den Salzburger Festspielen) im Rahmen der Performing Arts Season 2024/25 eine langfristige Zusammenarbeit mit den Berliner Festspielen ein. Diese Kooperation mit dem in Berlin ansässigen, europaweit erfolgreichen Regisseur und Autor erfährt durch die Uraufführung von „Tanzende Idioten“ ihre Fortsetzung.

Mitarbeit Regie: Benjamin Eggers-Domsky, Musik: Willi Kellers, Bühne: Gordian Blumenthal, Ramun Capaul, Kostüme: Anette Guther, Nuria Heyck, Dramaturgie: Dan Kolber, Thierry Mousset, Dramaturgische Mitarbeit: Anne Inken Bickert.

Mit Sebastian Blomberg, André Jung, Ursina Lardi, Karin Neuhäuser.

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Tragikomische Mediation übers Sterben mit skurrilen Tier-Miniaturen
1 Tag her.
Kritik

Der unverkennbare Lensing-Ton zeigt sich schon in der ersten Szene: nachdem die Holzbretter mit lautem Knall und viel Staub zusammenkrachten, kommt Sebastian Blomberg als Kater Apollo auf allen Vieren auf die Bühne. Ein Markenzeichen der Truppe ist es, dass sie regelmäßig in Tier-Rollen schlüpfen. In früheren Arbeiten erschöpfte sich dies oft in stolz ausgestellten Kabinettstückchen, die recht beliebig aneinander gereiht wurden, diesmal fügen sich diese komödiantischen Tier-Imitationen besser in den Abend ein.

Im Zentrum dieser tragikomischen Stückentwicklung, die auf Motiven aus Erzählungen und Romanen basiert, die der US-amerikanische Schriftsteller Denis Johnson in den 1990er Jahren veröffentlichte, steht die Meditation über und die Einübung in das Sterben. Schaubühnen-Star und Regisseurs-Gattin Lardi gehören die stillen und leisen Momente.

Polternd werden diese immer wieder von Karin Neuhäuser, lange Jahre im Ensemble des Hamburger Thalia Theaters, durchbrochen. Sie spielt Vivian, die neue, mittlerweile vierte Frau von Goldies Vater (André Jung). Die beiden rüstigen Rentner sind abenteuerhungrig, wollen die restliche Lebenszeit aktiv genießen und üben mit leidlichem Erfolg das synchrone Paddeln im Kajak. Die sterbende Goldie, die sie an die Schattenseiten des Lebens erinnert, passt so gar nicht in ihre Pläne vom gemeinsamen Rentner-Glück. Neuhäuser mit ihrem schnoddrig-lakonischen Ton ist als einziger Neuzugang der bewährten Stammtruppe eine sehr willkommene Bereicherung, da sie das manchmal zu Versponnen-Ätherische, Selbstreferentielle der Lensing-Crew zuverlässig erdet.

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