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Bewertung und Kritik zu

DIE ZOFEN
von Jean Genet
Regie: Ivan Panteleev
Premiere: 2. Dezember 2017 
Deutsches Theater Berlin
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Zum Inhalt: Claire und Solange sind Angestellte der Gnädigen Frau. Ist diese fort, beginnen die Schwestern ein Spiel. In Szene gesetzt werden die Machtstrukturen des Haushalts, in dem sie leben: überhöht, theatralisch, mit großer Lust an Gewalt und Unterwerfung.
Noch sind es Proben, doch das Ziel der Inszenierung scheint festzustehen: der wahrhaftige Mord an ihrer Herrin. Bis die Grenzen zwischen Rolle und Realität, Imagination und Wirklichkeit immer durchlässiger werden. 

Mit Samuel Finzi, Wolfram Koch, Bernd Stempel

Regie: Ivan Panteleev
Bühne / Kostüme: Johannes Schütz
Licht: Robert Grauel
Dramaturgie: Claus Caesar

Trailer „Die Zofen“ - Deutsches Theater Berlin


 
Meinung der Presse zu „Die Zofen“ - Deutsches Theater Berlin


FAZ
★★★★☆

rbb
★★★☆☆

Der Tagesspiegel
★★★★☆

Die Welt
★★★☆☆

Zitty
★★★☆☆

tip
★★★★☆

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3.4/5 Insgesamt 10 Bewertungen (4 mit Rezension)
1 von 1 Personen fanden die Kritik hilfreich
Launiges Existentialisten-Tänzchen
  · 04.12.17
''Weder besonders opulent noch divenhaft gibt sich nun die Inszenierung von Ivan Panteleev, der ganz nach Genets Vorgabe seine Zofen am Deutschen Theater mit drei Männern besetzt hat. Es sind dies Samuel Finzi als Claire, Wolfram Koch als Solange und Bernd Stempel als deren gnädige Frau. Alle drei Garanten für großes Schauspielertheater, was es letzten Endes wohl auch ist, traute man den Reaktionen des Publikums beim Schlussapplaus. Allein der Glaube scheint hier mehr dem Wunsch danach entsprungen. 

Ein reines Spiel im Spiel, nichts wirklich Großes ist das. Und nachdem Koch und Finzi die Perücken abgenommen haben, beginnen sie damit sich in Demütigung und Unterwerfung zu üben. Es ist ein Spiel mit Nuancen, wobei zunächst niemand aus der Rolle fällt. Ein schnippischer Satz von Finzi hier, ein unbeholfener Bückling von Koch da. Ein eingespieltes Team, das mimt, dass es ein eingespieltes Team mimt usw…'' schreibt Stefan Bock am 5. Dezember 2017 auf KULTURA-EXTRA
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Museal, elegant, aber zu brav
  · 02.12.17
Ein Blick in die Nachtkritik-Rundschau zur Wiener Premiere zeigt, dass Luc Bondys „Zofen“ auch einiges vorgeworfen wurde, was für Panteleevs DT-Neuinszenierung erst recht gilt: der nur 100 Minuten kurze Abend variiert sein Tempo kaum, den Figuren fehlt das Abgründige und Doppelbödige. Das Hinterhältige dieser „Biester“, wie Eva Maria Klinger in ihrer Wiener Nachtkritik 2008 schrieb, ist einem braven Wohlfühltheater gewichen. Das Diabolische, das Sandrine Bonnaire und Isabelle Huppert in Chabrols gleichnamiger schwarzer Komödie „Biester“ ausstrahlen, lassen Koch/Finzi leider vermissen. Gerade diese Note ist aber für eine Genet-Inszenierung unabdingbar.

Die überdimensionale Spiegelwand von Johannes Schütz dreht sich gleichförmig, auch der Spielmodus der drei männlichen Akteure in Frauenkleidern kennt kaum Varianten.
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zeternde zofen rühren im lindenblütentee
  · 30.01.18
und dann fielen mir doch die augen zu. aber warum? in „die zofen“ (1947, jean genet) fährt regisseur ivan panteleev eine besetzung auf, für die man blind theaterkarten kauft. samuel finzi als zofe claire und wolfram koch als zofe solange. finzi, der knuff mit ausdrucksstarker stimme. koch, der hochkonzentrierte mit dem lauernden scheelen wahnsinn (koch halt). bernd stempel gibt zwischendurch die gnädige frau, ebenso im madamigen fummel, und das ist herrlich amüsant. finzi und koch sind als zofen mal devot, dann wieder rachsüchtig. rangeln sich freundschaftlich in kultige höhen. doch die ränkespiele zünden nicht. madame nimmt die verleumdungen ihres gatten nur zur kenntnis und sehnt seine entlassung aus dem gefängnis mit bebender (männer)brust aus herbei. die zickigen zofen zetern und rühren im lindenblütentee, lauernd auf madames dahinscheiden ob der dosis gift. aber madame mag nicht trinken. finzi gibt final als zofe erneut die madame im eitlen spiel. aber auch in dieser rolle wirkt kein gift. so belanglos dann doch die 90 minuten hohe kunst von hohen künstlern enden, so belanglos kam auch die regie daher. klassisches dramasuchendes sprechtheater mit dosierter dekoration. das herren-trio sprühte in den steifen rollen, stakste aber energetisch gefangen herum, kein wunder bei den pumps. vielleicht ist auch einfach das dasein einer „zofe“ zu fern der heutigen zeit und damit auch irgendwie belanglos.
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Ein Schauspielerfest!
  · 04.12.17
''Zuerst treten Finzi und Koch in schwarz-weißem Diener-Outfit und Frauen-Perücke auf – und gerade als "reale" Zofen spielen sie am gekünstelten. Wenn sie ihre Perücken abnehmen, als Männer vor uns stehen, sich aber ins teure Geschmeide der Gnädigen Frau werfen, dann dringen sie immer weiter vor zu ihrem Hass, ihrer Eifersucht, ihrer Abhängigkeit voneinander. Das Spiel im Spiel führt also zu mehr Wahrheit als die Realität selbst. Und auch der komödiantische Auftritt von Bernd Stempel gerät nicht zu überzeichnet: Als Herrin mit grauer Perücke sieht er eher wie eine alte Tante aus denn wie die gefürchtete Chefin. Er wirft ebenfalls sein Frauenkostüm von sich, steht in Glatze vor uns – und weil er so halbironisch mit den Zofen umgeht, als wüsste er von deren Mordplänen, kriegt das Ganze noch eine absurdere Drehung. Ein Schauspielerfest!

Im Mittelteil gibt es jedoch Szenen, die durchhängen, die entweder zu kraftlos wirken oder zu schwer – hier verliert Panteleev die Richtung. Er hätte durchaus noch schriller, böser, härter inszenieren können. Aber von den ambivalenten Machtbestrebungen, die in jedem schlummern, erfährt man durchaus etwas.'' schreibt Barbara Behrendt auf kulturradio.de
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Kritiken: 225

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