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Bewertung und Kritik zu

PERSONA
von Ingmar Bergman
Regie: Anna Bergmann
Berlin-Premiere: 30. November 2018 
Deutsches Theater Berlin 

Eingeladen zum 56. Berliner Theatertreffen (2019) 

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Zum Inhalt: 1965 lag der schwedische Regisseur Ingmar Bergman mit Lungenentzündung im Krankenhaus. Im Krankenzimmer entwarf er das Drehbuch für seinen experimentellen Spielfilm Persona. Später sagte er, Teile des Films entsprächen einem "Gedicht über seine persönliche Situation". "Ausgebrannt, wie tot", habe er sich gefühlt, gedacht, er könne nie wieder etwas erschaffen. Im Drehbuch wird der Krankenschwester Alma die Pflege für die gefeierte Filmschauspielerin Elisabeth Vogler übertragen. Diese hatte nach einer Vorstellung von Elektra aufgehört zu sprechen. In einem Haus am Meer verbringen die zwei ungleichen Frauen einen vorerst unbeschwerten Sommer. Alma spricht. Elisabeth hört zu. Als Alma einen Brief findet, in dem sich Elisabeth über sie lustig macht, kippt die Situation. Tatsächlich geht es in Persona um mehr als nur Depression oder Erschöpfung. Vielmehr gründet der Kern des Stoffes auf einer tiefgehenden Skepsis an der Konstruktion der Identität des Menschen. Beide Frauen im Stück stellen diese Fragen gleichermaßen und verschmelzen darin miteinander. In Anna Bergmanns Inszenierung spiegelt sich dieser Gedanke auf besondere Art: Die zwei Darstellerinnen werden im Laufe der Koproduktion Malmö – Berlin die Rollen tauschen: spricht zuerst die eine, übernimmt die andere ihre Rolle, wenn Land und Theater gewechselt werden.

Mit Corinna Harfouch, Karin Lithman, Franziska Machens, Elias Arens

Regie: Anna Bergmann
Bühne: Jo Schramm
Kostüme: Lane Schäfer
Musik: Hannes Gwisdek
Licht: Sven Erik Andersson
Video: Sebastian Pircher
Dramaturgie: Sonja Anders, Felicia Ohly

TRAILER


 
Meinung der Presse zu 

„Persona“

Deutsches Theater Berlin


Tagesspiegel
★★☆☆☆

Die Welt
★★☆☆☆


Zitty
★★☆☆☆

tip
★★☆☆☆

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1 von 1 Personen fanden die Kritik hilfreich
Rätselhafte, sperrie Filmadaption
  · 20.12.18
"Und wieder wäre es ein Missverständnis, zu denken, man wisse, um was es in Persona geht“, schrieb Susan Sontag 1967 über Ingmar Bergmans Experimentalfilm. Er ist sperriger und unzugänglicher als seine meisten anderen Werke. Seinen Rang in der Filmgeschichte verdankt „Persona“ seiner Rätselhaftigkeit und den ikonisch gewordenen Sequenzen, in denen die Gesichter der beiden Hauptdarstellerinnen Bibi Andersson (Schwester Alma) und Liv Ullmann (Elisabet Vogler) zu verschmelzen scheinen.

Bergmans „Persona“ ist nicht nur traumspielartiges Drama über zwei Frauen, deren Konturen sich auflösen, sondern vor allem auch eine Meditation über das Kino. Schon im Prolog mit den schnell geschnittenen, nur scheinbar willkürlichen Bildern, die ein Projektor abspult, wird dies überdeutlich. Das Spiel mit Lichteffekten bis zu einem kompletten Filmriss durchzieht den gesamten Film.

Wie will man diese filmische Reflexion auf die Bühne bringen? Die Rätselhaftigkeit und Sperrigkeit des Films prägen auch diesen Theaterabend.

Interessant ist, welche Akzente Bergmann anders setzt als ihr schwedischer Fast-Namensvetter Bergman: die Homoerotik zwischen Alma und Elisabet wird in der Theateraufführung wesentlich plakativer ausgespielt als es Bergman im Jahr 1966 wagen konnte. Jo Schramm baute für die beiden Spielerinnen eine Grotte, in der sich die aus Schweden-Krimis bekannte Karin Lithman (als verstummte, erst kurz vor Schluss ein paar Sätze ausspuckende Elisabet Vogler) und Corinna Harfouch (als Schwester Alma) bei einer Wasserschlacht wälzen.

Andere Motive wie die Fotografie des Kindes, an das sich Elisabet erinnert, treten auf der Bühne stärker in den Hintergrund. Bergmann hat darauf verzichtet, diese Rolle zu besetzen, und besetzte neben den beiden zentralen Spielerinnen nur Franziska Machens (als strenge Ärztin) und Andreas Grötzinger (als Elisabets Mann) für zwei Kurzauftritte.

Der gravierendste Unterschied: Bergmann macht gar nicht erst den Versuch, die berühmten Szenen, in denen sich die Gesichter der beiden Schauspielerinnen auf der Leinwand übereinander schieben, für die Bühne zu kopieren.

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Hoch symbolisch und bedeutungsschwer
  · 03.12.18
''Die Regisseurin stellt all das hoch symbolisch und bedeutungsschwer in den Raum. Alles, was sich im Film zwischen den Zeilen bewegt, rätselhaft bleibt, wird hier ausgestellt. Die Frauen malen sich Masken auf, ringen miteinander im Wasser, beißen sich, küssen sich, spiegeln sich im Bühnenbild – ästhetisch wirkt der Identitäts- und Rollenkampf überdeutlich.

Ebenso wie die Schlusssequenz. Da beginnt Elisabet plötzlich zu sprechen, sagt: „Verdammte Scheiße, wo sind meine Schuhe?“, und setzt sich einfach ins Publikum. Mag sein, dass Anna Bergmann, die am Theater in Karlsruhe die Schauspielsparte leitet, dort mit einer Frauenquote von hundert Prozent angetreten ist und sich oft an großen Frauenfiguren abarbeitet, hier auch ein feministisches Zeichen setzen und die stumme Frau eine neue, selbstbestimmte Entscheidung treffen lassen wollte. Daraus ist allerdings ein Ausrufezeichen gesetzt, das nicht zum philosophischen Spiel passen will.

Ansonsten bleibt der Abend oft unterkühlt, schematisch, fern. Die Figuren und ihre Identitätsprobleme gehen einen wenig an, sie haben kein Fleisch und Blut, sondern bleiben ein Kopfkonstrukt, das kaum berührt. Ganz anders als Ingmar Bergmans Film-Klassiker, der einen auch heute, 52 Jahre später, emotional sehr wohl aufwühlen kann.'' schreibt Barbara Behrendt auf kulturradio.de
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Persona von Ingmar Bergman
  · 03.12.18
''Anna Bergmann lässt nicht nur den Filmplot ablaufen, zudem dann auch noch der Besuch von Elisabeths Mann (Andreas Grötzinger) gehört, der Alma für seine Frau Elisabeth hält und sogar mit ihr schläft. Die Regisseurin, die seit dieser Spielzeit als Schauspieldirektorin am Badischen Staatstheater Karlsruhe die 100%-Frauenquote ausgerufen hat, möchte auch etwas über weibliche Rollenbilder und Konkurrenz bzw. Solidarität erzählen. Dazu eignet sich Persona natürlich besonders gut. Beide Frauen stecken in ihren sozialen Rollen fixiert auf Männer fest. Schauspielerin Elisabeth fehlt zur Komplettierung ihres Frauseins noch die Mutterrolle und Alma, die mit ihrem Mann ein normales bürgerliches Leben anstrebt, und nun durch die Begegnung mit Elisabeth immer mehr mit der fremden Identität verschmilzt. Die von Elisabeth gesungenen Songzeilen von The Velvet Underground & Nico „I'll Be Your Mirror, reflect what you are” verdeutlichen das nur umso mehr. 

Das Trauma Elisabeths, die wie man in einer Erzählung Almas erfährt, ihren Sohn nicht lieben und in der Mutterrolle aufgehen kann, wird hier nur kurz gestreift. Die Befreiung aus einer inneren Isolation, die die Muschel auch darstellt, und die Suche nach der eigenen, neuen Rolle in der Gesellschaft stehen da mehr im Mittelpunkt. Zumindest bricht Elisabeth am Ende ihr Schweigen, steigt fluchend aus der Rolle aus und setzt sich ins Publikum, um von dort aus Alma weiter zu beobachten, die nun mit sich allein auf der Bühne bleibt. Ein offenes und abruptes Ende. Wie bei Ingmar Bergman bleibt da Raum für Interpretation. Vor allem darstellerisch vermag das Regiekonzept aber schon zu überzeugen.'' schreibt Stefan Bock am 3. Dezember 2018 auf KULTURA-EXTRA
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