Schaubühne am Lehniner Platz
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Bluets

Bewertung und Kritik zu

BLUETS – Schaubühne am Lehniner Platz

Premiere der neuen Berliner Version: 15. April 2026, Saal A
Premiere der Original-Version: 17. Mai 2024, Royal Court Theatre London
Von: Maggie Nelson
Fassung: Margaret Perry
Aus dem Englischen von: Jan Wilm
Regie: Katie Mitchell

Über die Inszenierung

Katie Mitchell überführt Maggie Nelsons poetisch-philosophischen Text in eine präzise theatrale Form, die zwischen Essay, Erinnerung und emotionaler Verdichtung oszilliert. „Bluets“ wird zu einem vielschichtigen Erfahrungsraum, in dem Farbe, Verlust, Begehren und Wahrnehmung ineinandergreifen. Die Inszenierung arbeitet mit Mitchells typischer Detailgenauigkeit: filmische Mittel, Live-Kamera, fragmentierte Perspektiven und rhythmische Textarbeit erzeugen eine intime, zugleich analytische Atmosphäre.

Die Berliner Version erweitert die Londoner Uraufführung um eine spezifische räumliche und ästhetische Setzung: Der Saal A wird zu einem Labor der Wahrnehmung, in dem Bewegung, Licht und Sprache präzise ineinandergreifen. Die Inszenierung betont die körperliche Dimension des Denkens und die sinnliche Qualität von Nelsons Text, ohne dessen essayistische Offenheit zu verlieren. Der Abend entwickelt eine fragile, zugleich hochkonzentrierte Spannung zwischen persönlicher Verletzlichkeit und intellektueller Klarheit.

Ensemble

  • Eva Meckbach
  • Renato Schuch
  • Alina Vimbai Strähler

Besondere Aspekte dieser Inszenierung

  • eine präzise, filmisch gedachte Regiehandschrift, die Text, Körper und Bild verzahnt
  • eine ästhetische Übersetzung von Nelsons poetischem Denken in räumliche und visuelle Strukturen
  • eine Inszenierung, die Wahrnehmung, Erinnerung und emotionale Intensität miteinander verbindet
  • ein Spielraum, der Intimität, analytische Schärfe und sinnliche Präsenz vereint
  • eine Weiterentwicklung der Londoner Uraufführung für den spezifischen Kontext der Schaubühne

Die Produktion untersucht, wie Farbe, Verlust und Begehren zu Denkbewegungen werden und welche theatrale Kraft aus der Verbindung von poetischer Reflexion und präziser Bildsprache entsteht.

1 Kritik

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Fingerübung nach bewährtem Muster
3 Stunden her.
Kritik

Auf dem Screen über den Köpfen der Schauspieler*innen werden vorproduzierte Aufnahmen der hässlichsten und blau-grausten Seiten von Berlin eingespielt. Die berühmten Zeilen „Guten Morgen Berlin, du kannst so hässlich sein. So dreckig und grau. Du kannst so schön schrecklich sein. Deine Nächte fressen mich auf“ würden sich perfekt in diese Inszenierung einfügen.

Sehr plakativ haben Katie Mitchell und ihr Team um Alex Eales (Bühne) und Grant Gee (Video-Design) die melancholische, verzweifelte Sinnsuche der namenlosen Erzählerin bebildert. Das Ungewöhnliche an der Inszenierung ist seine Form als live vor den Augen des Publikums produzierter Hybrid aus Video und Hörspiel. Das Schauspiel-Trio ist ständig in Aktion. Von der Einfühlung in die Figur könnten sie aber nicht weiter entfernt sein, sie sind einer strengstens durchgetakteten Choreographie kleiner Handgriffe unterworfen. Kaum einmal darf eine oder einer den Satz zuende sprechen, in der Regel gehört der nächste Halbsatz schon den Nachbarn. Wie „Multifunktionsroboter“ wirkten die Schauspieler*innen auf Uli Seidler (Berliner Zeitung).

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