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Sommersonnenwende

Bewertung und Kritik zu

SOMMERSONNENWENDE – Schauspiel Stuttgart

Premiere: 6. Juni 2026
Von: Roland Schimmelpfennig
Sparte: Schauspiel

Künstlerisches Team

Inszenierung: Daniela Löffner
Bühne: Claudia Kalinski
Kostüme: Katja Strohschneider
Komposition: Matthias Erhard
Licht: Ralf Strobel
Dramaturgie: Benjamin Große

Ensemble

  • Katharina Hauter
  • Rainer Galke
  • Marco Massafra
  • Christiane Roßbach

Über die Inszenierung

„Sommersonnenwende“ ist ein Stück über Wahrnehmung, Projektion und die feinen Risse in zwischenmenschlichen Beziehungen. Roland Schimmelpfennig verwebt Alltägliches mit subtilen Verschiebungen, die das Gewohnte ins Unheimliche kippen lassen. Die Inszenierung von Daniela Löffner legt den Fokus auf die Atmosphäre zwischen Nähe und Fremdheit.

Claudia Kalinskis Bühne schafft einen Raum, der zwischen Realismus und symbolischer Überhöhung changiert. Katja Strohschneiders Kostüme betonen die feinen sozialen und emotionalen Unterschiede der Figuren. Die Komposition von Matthias Erhard und das Lichtdesign von Ralf Strobel verstärken die Stimmungen des Abends und setzen präzise Akzente.

Besondere Aspekte dieser Produktion

  • eine atmosphärisch dichte, psychologisch präzise Inszenierung
  • ein Ensemble, das mit feinen Nuancen und großer Präsenz spielt
  • eine Bühne, die Realität und Irritation ineinanderfließen lässt
  • eine musikalische Ebene, die Stimmungen subtil verstärkt
  • eine Inszenierung, die Schimmelpfennigs Text klar, konzentriert und spannungsvoll entfaltet

Die Produktion zeigt, wie aus alltäglichen Situationen existenzielle Fragen entstehen – leise, eindringlich und atmosphärisch dicht.

1 Kritik

5 von 5 Sterne
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Schimmelpfennig antikenfrei
2 Stunden her.
Kritik

''Die Konflikte spitzen sich wie in früheren Stücken zum Thema zu. „Das Problem sind nicht die Verwandten“, heißt es da, „das Problem sind die Kinder der Verwandten“. Als Zwischenspiel stolpert das Ensemble in Zeitlupe grotesk über die Bühne, während sich die Scheinwerfer senken.

Diese zeitgenössische Kontrafaktur des Sommernachtstraums drohte zum Boulevardstück abzusinken, wären da nicht die fabelhaften Schauspieler: Katharina Hauter, die Burkhard C. Kosminski aus Mannheim mitgebracht hat, Christiane Rossbach und Marco Massafra, die von Anfang an zu seinem Stuttgarter Team gehörten, und Rainer Galke, den er vom Burgtheater geholt hat, wo man mittlerweile wohl bereut, dass man ihn mit wenig attraktiven Rollen vergrault hat.

Regie führt Daniela Löffner, die hier bereits einen eindrucksvollen John Gabriel Borkmann inszeniert hat. Und einmal mehr besticht sie durch präzise Details anstelle oberflächlicher Effekte. Entstanden ist ein nicht alltäglicher Theaterabend, der es dem Publikum erlaubt, auf hohem Niveau zu lachen und hinreichend Anregung zum Nach-Denken zu erhalten, ohne Tiefsinn zu suchen, wo es ihn nicht gibt. Der versteckt sich in einem Seitenthema, das eher an König Lear denken lässt als an den Sommernachtstraum: das Thema des Erbens, des ohne eigene Leistung erworbenen Eigentums, das die Ideologie von der heilen Familie Lügen straft. Das ist zwar keine neue Erkenntnis, aber angesichts der realen Verhältnisse darf das Theater daran erinnern.'' schreibt Thomas Rothschild am 7. Juni 2026 auf KULTURA-EXTRA

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