Bewertung und Kritik zu
DIE PRÄSIDENTINNEN – Residenztheater München
Premiere: 12. Juni 2026
Von: Werner Schwab
Sparte: Schauspiel
Künstlerisches Team
Regie: Claudia Bauer
Bühne: Andreas Auerbach
Kostüme: Vanessa Rust
Komposition & Musikalische Leitung: Monika Roscher
Video: Jonas Alsleben
Licht: Gerrit Jurda
Dramaturgie: Constanze Kargl
Ensemble
- Katja Jung
- Myriam Schröder
- Lisa Wagner
Über die Inszenierung
Werner Schwabs „Die Präsidentinnen“ gehört zu den schärfsten, grotesksten und zugleich tieftraurigsten Texten der deutschsprachigen Gegenwartsdramatik. Claudia Bauer, bekannt für ihre kraftvollen, bildstarken und musikalisch aufgeladenen Inszenierungen, legt den Fokus auf die Überzeichnung, die Verzweiflung und die komische Brutalität, die Schwabs Figuren auszeichnen.
Andreas Auerbachs Bühne schafft einen Raum, der zwischen Wohnküche, Abstellkammer und surrealem Innenleben der Figuren oszilliert. Vanessa Rusts Kostüme verstärken die groteske Überhöhung und zugleich die soziale Härte, die Schwabs Text durchzieht. Die Musik von Monika Roscher setzt rhythmische und emotionale Kontrapunkte, während Jonas Alslebens Videoarbeiten die inneren Monologe und Fantasien der Figuren visuell erweitern.
Besondere Aspekte dieser Produktion
- eine kraftvolle, grotesk‑überzeichnete Regiehandschrift
- ein intensives, präzise spielendes Dreierensemble
- eine Bühne, die zwischen Realismus und surrealer Überhöhung wechselt
- eine musikalische Ebene, die Rhythmus und Emotionalität verstärkt
- eine Inszenierung, die Schwabs Sprachgewalt und Abgründigkeit klar herausarbeitet
Die Produktion zeigt, wie Schwabs bitterkomische Figuren zwischen Fantasie, Verzweiflung und Gewalt oszillieren – schonungslos, grotesk und zugleich tief menschlich.

