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DER BESUCH DER ALTEN DAME
von Friedrich Dürrenmatt
Regie: Burkhard C. Kosminski 
Premiere: 26. September 2020 
Schauspiel Stuttgart

Zum Inhalt: Welchen Preis hat Gerechtigkeit? Nach zwanzig Jahren kehrt die Milliardärin Claire Zachanassian nach Güllingen zurück. Die Kleinstadt ist hoch verschuldet, verarmt und steht kurz vor dem Ruin. Zachanassian verspricht der Gemeinde neuen Wohlstand. Allerdings ist ihre finanzielle Hilfe an eine Bedingung geknüpft: Die Bewohner von Güllingen bekommen das Geld nur, wenn sie Alfred Ill, Zachanassians früheren Geliebten und Vater ihres Kindes, töten. Dieser hatte damals die Vaterschaft geleugnet, zwei falsche Zeugen bestochen, sie zur Hure degradiert und aus Güllingen verjagt. Jetzt will sie nur eins: Gerechtigkeit. Viel Zeit ist seitdem vergangen. Das gefallene Mädchen inzwischen die reichste Frau der Welt nimmt nicht nur Rache an Ill, sondern sie offenbart auch die Verführbarkeit, Gier und Korruption der Bewohner von Güllingen. Sie alle machen sich schuldig und werden zu Tätern, Mitläufern und Kollaborateuren. Dürrenmatts Parabel hat nichts von ihrer Aktualität verloren. Der Spezialist für schlimmstmögliche Wendungen kostet auch diese aus: die totale und willkürliche Herrschaft des Kapitals über ethische Normen. Dürrenmatt deckt die Mechanismen und Machtverhältnisse einer Gesellschaft zwischen Schuld und Verantwortung, Gemeinwohl und Moral schonungslos auf.

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DIE LAGE 
von Thomas Melle
Regie: Tina Lanik 
Premiere: 18. September 2020 
Schauspiel Stuttgart

Zum Inhalt: Die Wohnungsbesichtigung als Castingshow: attraktiv, erfolgreich, mit dickem Bankkonto und einem vorzeigbaren Partner versehen – so sieht er aus, der Mieter oder die Mieterin mit Chancen. Um ein WG-Zimmer, eine Dreizimmer-Altbauwohnung in einem aufstrebenden Viertel oder gar ein Loft über den Wolken zu ergattern, muss Intimes offengelegt werden. Die Bewerber*innen haben nicht nur Akustikproben sexueller Betätigungen, sondern auch ein Zertifikat eines Schlaflabors zur Bestimmung des Schnarch-Lautstärkepegels abzugeben.

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RESPONSE I
von Stiens / Adorisio / Novitzky
Premiere:  25. Juli 2020
Stuttgarter Ballett

Petals
Choreographie: Louis Stiens
Musik von Domenico Scarlatti und François Couperin

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HAUS DER ANTIKÖRPER
Tanz- und Konzertfilm
Regie: Marie Bues 
Premiere: 6. Juni 2020 
Theater Rampe Stuttgart

Zum Inhalt: Was, wenn ein Virus nicht nur der schwere Befall eines Organismus wäre? Wenn er die Gesellschaft nicht in den Kollaps, sondern aus ihm herausführte? Was, wenn dieser freundliche Besuch die Reanimation als Gastgeschenk mitbrächte und seine Ansteckung wie eine lang ersehnte Berührung wäre? Wenn das Virus süß schmeckte? Die Bewohner*innen des HAUS DER ANTIKÖRPER deuten die Pandemie um und mutieren dank des Virus in resistente Antikörper. Sie lassen sich erleichtert ein, wenn es krankmachende Normen und Gewohnheiten zersetzt. Dieses Virus bringt dem Organismus weder Krankheit noch Tod, sondern – ganz im Gegenteil – Heilung. Diese Pandemie verhängt eine Quarantäne über die Gesellschaft, die vorangegangene Zeiten des Stillstands und der Isolation überwindet, und den Start in eine schöne neue Welt bedeutet. Ein Double Feature aus zwei Filmen erzählt vom Einbruch des Virus in alle Räume und Organe des HAUS DER ANTIKÖRPER.

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TANZ DER VAMPIRE
Das Musical
Premiere: 21. Oktober 2018  
Theater des Westens, Berlin 

Premiere: 9. April 2020 
Stage Palladium Theater Stuttgart 

Zum Inhalt: Erleben Sie eines der erfolgreichsten deutschsprachigen Musicals zum letzten Mal in Deutschland! Die von Erfolgsautor Michael Kunze geschaffene schaurig-amüsante Geschichte verbindet wie kein anderes Musical den Reiz des Mystischen, Gruseligen und Unerklärlichen mit einem Hauch Erotik.
Freuen Sie sich auf Verwandlung, Spannung und Liebe pur – dazu furiose Tanzszenen und die rockig-gefühlvollen Balladen des weltberühmten Rockkomponisten Jim Steinman. Lassen Sie sich von TANZ DER VAMPIRE mit auf eine grandiose Reise in eine andere Welt nehmen.

Auf der Suche nach Vampiren kommt der kauzige Forscher Professor Abronsius mitten in Transsilvanien dem Ziel seiner Reise gefährlich nahe. Sein junger Assistent Alfred verliebt sich in die Wirtstochter Sarah – doch auch der düstere Graf von Krolock will die Schöne besitzen und lockt sie auf sein Schloss. Humorvoll erzählt und grandios inszeniert, entfaltet sich in diesem großen Musical-Klassiker eine schaurig-schöne Geschichte, die Ihnen garantiert einen wohligen Schauer über den Rücken jagen wird!

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THE CLICKWORKERS
von Dino Pešut und Selma Spahić
Regie: Selma Spahić 
Premiere: 7. März 2020 
Schauspiel Stuttgart

Zum Inhalt: Schöne neue Arbeitswelt: Sechs junge Menschen werden für ein ökologisch wegweisendes Projekt rekrutiert. Geboten wird ein angenehmes Ambiente, ausufernde Arbeitszeiten und ein Gehalt knapp unter dem Mindestlohn. Doch wer will nicht dabei sein, wenn die Zukunft der Arbeit und damit eine Utopie der Gesellschaft entworfen wird?
Der kroatische Autor Dino Pešut und die bosnische Regisseurin Selma Spahić entwickeln in einem neuen Stück ihre Vision einer Moderne, in der das Individuum auf dem Altar der neuen Märkte geopfert wird. Nach Inszenierungen in Warschau und Zagreb kommt das Europa Ensemble zurück nach Stuttgart.
Was treibt uns um in Europa? Welche künstlerischen Antworten geben wir auf die Herausforderungen und Widersprüche unserer Gegenwart? In der Spielzeit 2018/19 gründete das Schauspiel Stuttgart in Zusammenarbeit mit dem Nowy Teatr, Warschau und dem Zagreb Youth Theatre sowie dem Nationaltheater Athen als assoziiertem Partner unter der künstlerischen Leitung des Regisseurs Oliver Frljić ein Europa Ensemble. In Frljićs Projekt Imaginary Europe (UA)begaben wir uns zu Schlüsselmomenten europäischer Geschichte; die französisch-polnische Regisseurin Anna Smolar untersuchte in Erazm / Erasmus (UA) die Relevanz des humanistischen Denkens des Erasmus von Rotterdam; der griechische Theatermacher Anestis Azas porträtierte mit Ödön von Horváths Der ewige Spießer eine zutiefst verunsicherte Generation in Zeiten des Umbruchs. 2020 treten drei weitere Regisseur*innen an, um das europäische Projekt mit eigenwilligen Inszenierungen zu befragen. Selma Spahić gibt mit The Clickworkers (UA) den Startschuss zur zweiten Runde.

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SCHUBERTS "WINTERREISE"
von Hans Zender
Regie: Aernout Mik 
Premiere: 1. März 2020 
Staatsoper Stuttgart

Zum Inhalt: „Fremd bin ich eingezogen.“ Ja. Aber wer ist „Ich“? Ein einsamer Wanderer vor fast 200 Jahren, der einer romantischen Vorstellung von Liebe nachhängt? Oder ist „Ich“ gar kein Subjekt, sondern eine Masse? Bewegen wir uns kollektiv fremd in der eigenen Gesellschaft? Ist Fremdheit ein Gefühl, ein Status, ein Zustand? Und wer entscheidet darüber? Aernout Mik, niederländischer Filmkünstler, der an der Schnittstelle zwischen Performance, Installation und Architektur arbeitet, untersucht in seiner Interpretation von Hans Zenders Schuberts „Winterreise“ Situationen einer Massengesellschaft in einem Moment der Krise und des Kollapses sozialer Ordnung. In seinen inszenierten Videoarbeiten löst er Menschen aus ihrem ursprünglichen Zusammenhang und lässt sie mysteriöse, stereotype Handlungen vollziehen.

Das Individuum ist isoliert, zersplittert, verlorengegangen in einer kommunikationslosen Massengesellschaft, deren Regeln und Dynamiken nicht mehr durchschaubar sind. Es ist der Prozess, den auch Zender 1993 in seiner „komponierten Interpretation“ von Schuberts Winterreise beschreibt: Jahrhundertelange Interpretationsgeschichte verändert das Original und löst es auf. Dem Original schreibt Zender daher die Veränderungen direkt ein: Er projiziert die Klavierbegleitung von Schuberts Liedern in ein kleines Orchester, das mit Mitteln der Färbung, Wiederholung, Dehnung oder Beschleunigung die kolossal unterschiedliche Wirkung jedes einzelnen Liedes überzeichnet und überschreibt. So wie Zender durch postmoderne Augen das romantische „Ich“ des einsamen Wanderers auflöst, zersplittert Mik das Individuum mit der Kamera: Er nimmt multiple Perspektiven auf das Original, auf unsere Wirklichkeit ein, und bringt sie uns auf verunsichernde Weise nahe – näher vielleicht als es uns lieb ist.

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BORIS
von Modest Mussorgski / Sergej Newski
Regie: Paul-Georg Dittrich 
Premiere: 2. Februar 2020 
Staatsoper Stuttgart

Zum Inhalt: Das Vergessen mag eine Gnade sein, aber wer sich nicht erinnern kann, ist verloren. Und so erinnert Modest Mussorgski an einen Krisenmoment der russischen Geschichte, ihren glücklosen Protagonisten Boris und das dem Zaren zujubelnde, ihn verfluchende, meist nur ausharrende Volk. Mussorgski zeigt auch, wie Geschichte geschrieben wird: Ein Mönch verfasst eine Chronik und hält dort die Ermordung eines Thronerben in Godunows Auftrag fest. Ganz gleich, ob der Kindermord Fakt ist oder Legende: Den Zaren bringen die Gespenster der Vergangenheit zu Fall. Wer schreibt Geschichte und in wessen Interesse? Und in welchem Verhältnis steht sie zur Wahrheit? Ist Erinnerung Fiktion?

Für Swetlana Alexijewitsch liegt die Wahrheit im vielstimmigen Nebeneinander der Erfahrungen hunderter ungekrönter, anonymer „Held*innen des Alltags“, wie sie sie in ihrem Erinnerungsbuch Secondhand-Zeit dokumentiert. Der Komponist Sergej Newski setzt einige dieser Lebensgeschichten als musikalische Erinnerungssplitter zwischen Mussorgskis historische Tableaus. Sie sind exemplarisch für den Einbruch der Kriege um Macht und Ideale in Enklaven wie Liebe und Familie. Newskis Neukomposition verzahnt sich in BORIS mit Mussorgskis Oper von 1869 zu einer gemeinsamen Erzählung. Der Regisseur Paul-Georg Dittrich entwirft Boris Godunow dabei als düstere Zukunftsvision eines neozaristischen Reichs mit maßgeschneidertem Geschichtsbild aber ohne Gedächtnis. In der kollektiven Amnesie flackern die Erinnerungen aus Secondhand-Zeit immer wieder auf. Wie Untote fahren die vor langer Zeit geträumten Träume und erlebten Enttäuschungen in die Menschen der Zukunft und geben ihnen ein Gefühl für ihr Gestern zurück.

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