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    Münchner Kammerspiele
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    SPIELPLAN

    Hamlet

    Bewertung und Kritik zu

    HAMLET
    von William Shakespeare
    Regie: Christopher Rüping 
    Premiere: 19. Januar 2017 
    Münchner Kammerspiele 

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    Zum Inhalt: Er war erst 17, als er beschloss, der Welt den Rücken zu kehren. Er begann, Bücher zu lesen, was er bis dato nie getan hatte, und zog sich von seinen Freunden zurück, denen er vorwarf, selbstsüchtig und eitel zu sein. Er stellte seine Ernährung um und begann, die Frauen seiner Umgebung zu provozieren – manchmal forderte er sie auch zornig auf, sich aus der Öffentlichkeit zurückzuziehen. Schließlich gab er seinen Eltern und der Gesamtheit der Erwachsenen die Schuld an der Verkommenheit der Welt, die anders nicht mehr zu retten sei als durch vollständige Zerstörung. Und das genau sei sein Auftrag. – So oder so ähnlich könnte Hamlets Geschichte erzählt werden, würde sie sich heute ereignen. Und obwohl diese Geschichte über 400 Jahre alt ist, gibt es Hamlet und seinen Auftrag immer noch. Hamlets Geschichte will erzählt werden. Dieser Text, der laut dem Shakespeare-Forscher Harold Bloom nach der Bibel der meistzitierte Text der abendländischen Literatur ist, drängt sich geradezu auf – „Hamlet“ ist ein Imperativ. Und Hamlet will ein Imperativ sein. Sterbend gibt er den Auftrag, seine Geschichte in die Welt zu tragen, und seit Jahrhunderten nehmen Theater weltweit diesen Auftrag an. „Hamlet“! Hamlet!

    Mit Katja Bürkle, Walter Hess, Nils Kahnwald

    Inszenierung: Christopher Rüping
    Bühne: Ramona Rauchbach
    Kostüme: Anna Maria Schories
    Musik: Christoph Hart
    Licht: Stephan Mariani
    Dramaturgie: Katinka Deecke

    TRAILER

    4.0 von 5 Sterne
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    Gefühlsterroristen mit Vollgas
    5 Jahre her.
    Kritik
    Der Abend hat einige Anlaufschwierigkeiten. Minutenlang kippen Katja Bürkle, Wolfgang Hess und Nils Kahnwald Eimer voller Kunstblut auf den Gitterrost am Boden der Münchner Kammer 2. Die Vorräte, die sie sich von der Bühnenwand holen scheinen, so unerschöpflich, dass selbst Michael Thalheimer neidisch werden könnte, der „Othello“ und „Macbeth“ am Berliner Ensemble schier in Kunstblut ertrinken ließ. Auch danach geht der „Hamlet“ noch sehr zäh weiter. Christopher Rüping und seine drei Spieler*innen haben den Shakespeare-Klassiker zerpflückt, einzelne Sätze aus dem Kontext gerissen und knallen sie am Publikum und den Mitspieler*innen vorbei auf die leere Bühne. Einen solchen Bühnen-Albtraum hat Joachim Meyerhoff wohl im Kopf gehabt, als er kürzlich in seinem Wiener Burgtheater-Abschieds-Interview seufzte: „Viel zu viel Theater sieht nach Pflichterfüllung aus.“ Als der Abend in ödem Konzepttheater zu versanden droht, dreht sich das Blatt völlig. Nils Kahnwald streift sein Ophelia-Kleidchen ab, zieht sich den Hamlet-Hoodie über und pumpt in Sekunden endlich Energie in diese bis dahin leblose Veranstaltung. Er macht Vater und Mutter (gespielt von Walter Hess und Katja Bürkle) zur Schnecke, demütigt sie mit seinen Anweisungen und schikaniert sie mit einer Eiseskälte wie in „Funny Games“. Es ist keine gute Idee, jetzt aufzustehen und zu gehen: Nils Kahnwald verfolgt zwei Zuschauer, die das Weite suchen wollten, mit seinem Scheinwerfer bis zur Tür. Ebenso beeindruckend ist der Auftritt von Katja Bürkle als Gefühlsterroristin. Nun ist sie es, die den Dänenprinz Hamlet mit dem Kapuzenpullover spielt. Sie feuert Kanonaden voller Verachtung auf die bedauernswerte Ophelia (Nils Kahnwald wieder im Kleid) ab. Als narzisstischer Ober-Macho filettiert Bürkles Hamlet die völlig verschüchterte, keinen Ton mehr herausbekommende Ophelia: Sie sei völlig unwürdig und könne neben seiner Großartigkeit nicht bestehen. Verächtlich spuckt Bürkle mit Schaum vorm Mund ein „Geh doch ins Kloster!“ aus. Diese beiden Szenen sind das Herzstück des Abends: Hamlet, der oft als „Zauderer“ interpretiert wird, ist in dieser Lesart ein Amokläufer im Gefühlschaos, der seine Mitmenschen mit irrem Blick fertig macht. Weiterlesen
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