Oper Köln
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    Schauspiel Köln
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    Bewertung und Kritik zu

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    DIE LAGE 
    von Thomas Melle
    Regie: Kay Link 
    Premiere: 9. Oktober 2021 
    Freies Werkstatt Theater Köln

    Zum Inhalt: Wer heute eine Bleibe sucht, muss sich vieles gefallen lassen. Ob in Köln, Dresden oder Berlin – die Wohnungsbesichtigung gerät zu einer erbarmungslosen Castingshow. Die Konkurrenz ist hart, die Nerven liegen blank, jeder kämpft gegen jeden. Attraktiv, erfolgreich, mit gut gefülltem Bankkonto und einem vorzeigbaren Partner versehen, so sehen sie aus, der Mieter und die Mieterin mit Chancen. Um ein WG-Zimmer, eine Dreizimmer-Altbauwohnung in einem angesagten Viertel oder gar das begehrte Loft über den Wolken zu ergattern, muss selbst Intimes preisgegeben werden. Familien, Alte oder Geringverdienende werden an den Rand gedrängt, weil sie sich die Stadtmitte nicht mehr leisten können.

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    BACHMANN 
    von Thomas Hupfer
    Regie: Achim Conrad und Thomas Hupfer 
    Premiere: 10. Juni 2021 
    Freies Werkstatt Theater Köln

    Zum Inhalt: Nach der Auseinandersetzung mit den Schriftstellern Lenz und Kafka beschäftigt sich der dritte Teil der Trilogie AUF-BRÜCHE des movingtheatre.de mit Ingeborg Bachmann, die mit ihrer Lyrik wie ein Meteor am Männerhimmel des Literaturbetriebs auftauchte. In der sich entwickelnden Mediengesellschaft wusste Bachmann früh mit ihrer Biographie und mit Erwartungshaltungen zu spielen. Ihre Werke, ganz nah am eigenen Erleben, sind durchdrungen von Fragen, die uns heute noch nahegehen: Wie eine eigene Stimme finden? Wie die Balance finden zwischen Erfolg und der Sehnsucht nach einer dauerhaften, erfüllenden Liebe? Wie die eigene psychische Erkrankung literarisch verarbeiten und ent-tabuisieren? Wie das nachwirkende Gedankengut des Faschismus kenntlich machen?

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    REVOLT. SHE SAID. REVOLT AGAIN.
    von Alice Birch
    Regie: Sophie Killer & Thalia Killer
    Premiere: 23. Januar 2020 
    Freies Werkstatt Theater Köln

    Zum Inhalt: Girl meets Boy. Könnte man denken. Aber was passiert, wenn in dieser Begegnung nichts ist wie gelernt? Wenn "Girl" nicht den gesellschaftlichen Erwartungen und Regeln entspricht, sondern vielmehr in ihrer Begegnung mit dem anderen Geschlecht und der sie umgebenden männlich dominierten Welt auf ihrer Individualität und Eigenständigkeit beharrt. Sie lässt sich nicht besitzen, nicht benutzen, nicht domestizieren – will sich nicht fortpflanzen, nicht heiraten und auch ihr Sex gehört ihr. Alice Birchs Stück ist ein feministisches Manifest in vier Akten. Eine Reise durch den Alltag von Frauen, die daran erinnert, wie tief unsere Sprache, unsere Sitten, all unsere grundlegenden Vorstellungen von Arbeit und Privatleben vom Erbe der Gewalt durchdrungen sind.

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    KAFKA 
    von und mit Achim Conrad und Thomas Hupfer
    Premiere: 10. Januar 2019 
    Freies Werkstatt Theater Köln
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    Zum Inhalt: Franz Kafka, so die Ansicht einiger Biographen, hat in seinen Werken den Albtraum der Moderne vorweg genommen: die hinter dem Rücken jedes Einzelnen sich vollziehende Enteignung des Lebens. Das Theaterprojekt von Achim Conrad und Thomas Hupfer führt die Zuschauer auf verschlungenen Wegen durch das Theaterhaus des Freien Werkstatt Theaters und verbindet dabei Texte Kafkas zu Stationen einer Handlung, die die Lebensgeschichte des Autors reflektiert, ohne jedoch seine Biographie entfalten zu wollen. Es zielt vielmehr auf eine Dramatisierung seines Innenlebens, seiner künstlerischen Welt, die ihm Halt gibt und ihn zugleich schmerzhaft von der Außenwelt trennt.

    Den Handlungsrahmen bildet ein Kapitel aus Kafkas Romanfragment „Der Verschollene“ (postum zunächst veröffentlicht als „Amerika“), in dem das „Naturtheater von Oklahoma“ ins Spiel kommt: ein Ort großer Verheißungen, der den Aufbruch in ein neues, selbstbestimmtes Leben verspricht. Auch K. – das Namenskürzel verweist auf den Romanprotagonisten Karl Roßmann wie auf Kafka selbst – begibt sich vor die Tore des Theaters und begehrt Aufnahme, die ihm als einzigem Bewerber gewährt wird. Doch das neue Lebensumfeld funktioniert, wie auch das frühere, nach Gesetzmäßigkeiten, die sich K. nicht erschließen.

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    QUARTETT
    von Heiner Müller
    Regie: Catherine Umbdenstock 
    Premiere: 5. September 2018 
    Freies Werkstatt Theater Köln
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    Zum Inhalt: In Heiner Müllers Bearbeitung des im vorrevolutionären Frankreich erschienen Sittenromans „Gefährliche Liebschaften“ erwartet die Marquise de Merteuil ihren Ex-Liebhaber, den Vicomte de Valmont. Das körperliche Begehren ihrer einstigen Affäre ist längst erloschen. Ihre Lust entlädt sich nun in einem zynischen Machtspiel, in dem Sexualität und Sprache zur Waffe werden. Merteuil und Valmont lassen die Opfer ihrer gemeinsamen Intrigen wieder auferstehen und nehmen deren Rollen ein, machen sich so wechselseitig zu den Spielzeugen ihrer Grausamkeit. Im beständigen Rollenwechsel eskaliert das Spiel der Geschlechter, und immer peinvoller dreht sich die Spirale von Verlangen und Schmerz, Liebe und Gewalt. Immer enthüllt sich aber auch die unerfüllte Sehnsucht, die das durch Verstrickungen und Gewohnheit aneinander gefesselte Paar hegt.

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