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Bewertung und Kritik zu

EINES LANGEN TAGES REISE IN DIE NACHT
von Eugene O'Neill
Regie: Luk Perceval 
Premiere: 15. November 2019 
Schauspiel Köln 

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Zum Inhalt: Auf den ersten Blick ist das mit dem Pulitzerpreis ausgezeichnete Drama über den Verfall einer Familie ein Abgesang auf den amerikanischen Traum. Am Ende eines Tages, wenn die Nacht längst angebrochen ist, Alkohol und Morphium die Gemüter ergriffen haben, der Rausch einem quälenden Kater weicht, sitzen vier versehrte Menschen traurig versunken im Salon: Der Vater ein ehemaliger Schauspieler, nun Grundstücksspekulant, die Mutter morphiumsüchtig, der ältere Sohn ein gescheiterter Schauspieler, der jüngere schwindsüchtig. Eine bessere Welt, ein erfülltes Leben scheint aussichtslos und kann nur im Rausch herbeifantasiert werden. Doch das Leben selbst straft diesen Eindruck Lügen. Auch Eugene O’Neills eigene Zukunftsprognose sah nicht gut aus. Er ist aufgewachsen in ähnlich prekären Verhältnissen wie seine Protagonist*innen, als junger Mensch erkrankte er an Tuberkulose, als er vom College flog, reiste er ziellos durch die Welt, bis er obdachlos erst am Strand von Buenos Aires und schließlich am Hafen von Liverpool lebte. Dass er mit dem Nobelpreis und viermal mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichnetwerden würde, schien undenkbar.

An einem einzigen heißen Sommertag offenbaren sich die Abgründe der Familie Tyrone. Verschlungen in gegenseitigen Schuldzuweisungen,Verachtung und gleichzeitiger Zuneigung füreinander, scheint nur Edmund, der jüngere Sohn, die Chance auf eine Zukunft zu haben. Er kann erste kleine Erfolge mit seinen Gedichten und Texten verzeichnen. Die Literatur und Kunst als Zukunftstraum, der zumindest für O‘Neill selbst Wirklichkeit wurde.

Regie: Luk Perceval
Bühne: Philip Bußmann
Kostüme: Katharina Beth
Licht-Design: Mark van Denesse
Dramaturgie: Lea Goebel und Beate Heine


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0 von 0 Personen fanden die Kritik hilfreich
Die Familie als nicht tot zu kriegendes Dramenfutter par excellence
  · 16.11.19
''Apropos Ophelia - der O'Neill-Stücktext schließt mit der sog. Wahnsinnsszene aus dem Shakespeare-Hamlet, die vom älteren und auch etwas gesünderen der beiden Sohn-Versager (= Jamie, der mit Seán McDonagh ideal besetzt wurde) quasi kopfüber und daher nicht minder wahnsinnsszenenhaft herabgebrüllt war, derart suggestiv, dass es mir fast den Atem raubte und ich sodurch abgelenkt nicht gleich den Parallel- und Abschiedsauftritt Astrid Meyerfeldts (= die Mary Tyrone spielte) mitbekam. Die drogensüchtige und von den Drogen abhängig gebliebene Gattin & Mutter ging also ins Wasser, weil sie sich aus dem unglücklichen Familiensumpf, in dem sie festgesteckt war, so und so hätte nie mehr befreien können oder wollen...

Überhaupt gestaltete sich der über drei Stunden währende Theaterabend regelrecht zu einem Hohefest der hohen Schauspielkunst - markant und überzeugend angeführt von André Jung (als geizigem Familienoberhaupt James Tyrone); ebenso beeindruckte Nikolay Sidorenko (als krebskrank geword'nes Endmund-Nesthäkchen); dass dann die beiden Vater-Sohn-Geschichten während ihres großen Kartenspielen-Dialogs sich endlos in die Länge zogen, lag/liegt mehr am Stück und weniger an der Regie - die hätte dieses ellenlange Hin- und Hergequatsche freilich etwas kürzen können. Großartig im Ganzen. Bitte mehr davon.'' schreibt Andre Sokolowski am 16. November 2019 auf KULTURA-EXTRA
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