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MEDEA 
nach Hans Henny Jahnn
Regie: Robert Borgmann 
Premiere: 12. April 2019 
Schauspiel Köln 

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Zum Inhalt: Es ist sicherlich eine der radikalsten Bearbeitungen des Medea-Stoffes, die Hans Henny Jahnn 1926 vorlegt. Die Magierin und Nichte des Sonnengottes Helios, mit Jason aus Kolchis geflohen, hilft ihm nicht nur beim Diebstahl des goldenen Vlieses, sondern schenkt Jason durch einen Zauber ewige Jugend. Als Ausgestoßene lebt sie in Korinth, ihr Körper verfällt, während ihr Geliebter in zeitloser Schönheit gefangen ist. Jason, der Held ohne Auftrag, verliert sich in erotischen Abenteuern, gequält von einem unersättlichen Begehren. Auch in ihren Kindern, die bei Jahnn erstmals eine eigene Stimme haben, erwachen die Triebe, und es ist nicht der Vater, der Kreons Tochter anfangs begehrt, sondern sein älterer Sohn. Es ist eine Welt voller Triebe und Aggressionen, Inzest und Begehren, eine Geschichte von Entwurzelung, Ausgrenzung und metaphysischer Sehnsucht.

Nach IWANOW inszeniert Robert Borgmann Jahnns sprachmächtige Überschreibung eines antiken Stoffes, eine antike Tragödie, in der sich das Drama des modernen Menschen in seiner Zerrissenheit widerspiegelt. 

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DIE RÄUBER 
von Friedrich Schiller
Regie: Ersan Mondtag
Premiere: 15. März 2019 
Schauspiel Köln 

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Zum Inhalt: Schillers großes Freiheitsdrama, das die Zeitgenossen durch seine Wucht, Gewalttaten und destruktiven Leidenschaften verstörte, stellt die auch heute noch brisante Frage, wann unbedingter Freiheitswille und Idealismus pervertiert werden und in Terror und Zerstörung umschlagen. 

Zwei unterschiedliche Brüder stellt Schiller einander gegenüber  ̶  und damit zwei radikale Lebensprinzipien. Franz Moor, ein Rationalist und nihilistischer Menschenfeind, will den eigenen Vater und so die gesamte christliche Weltordnung vernichten. Sein Bruder Karl kämpft anfangs für humanistische Ideale, verliert dabei jedes Maß und wird schuldig am Tod Unschuldiger. Während Franz zu Hause auf infame Weise gegen Bruder und Vater intrigiert, geht Karl in die Wälder, um eine Räuberbande zu gründen. Beide revoltieren auf ihre Weise gegen die gesellschaftliche Ordnung. Nach Jahren des Räuberdaseins kehrt Karl nach Hause zurück. Er erkennt die Ränke seines Bruders und schwört Rache. Die Zerstörung der Familie ist nicht mehr aufzuhalten. Franz, der seinen Vater ins Grab gebracht hat, wird von Alpträumen und Schuldgefühlen geplagt und als er durch das Auftauchen seines Bruders Karl sein Leben bedroht sieht, nimmt er sich das Leben. Durch einen Treueid an die Räuberbande gebunden gibt es auch für Karl keinen Weg zurück.

Weiterlesen: Die Räuber

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KINDER DER NACHT
nach Jean Cocteau
Regie: Melanie Kretschmann 
Premiere: 26. Januar 2019 
Schauspiel Köln 

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Zum Inhalt: Ein Schneeball trifft Paul hart auf der Brust, fortan ist er ans Bett gefesselt. Das Zimmer in der Wohnung der verstorbenen Mutter, das er sich mit seiner Schwester Elisabeth teilt, wird nun zum Zentrum seines Lebens. Hier kreist das Geschwisterpaar in einem bourgeoisen Kosmos – sie lieben und streiten, verführen und verfluchen sich. Sind sich selbst genug und doch immer auf der Suche. Vergessen von der Gesellschaft treiben ihre jugendlichen Träumereien sie immer tiefer in eine dunkle Parallelwelt, in der eigene Gesetze herrschen. Ihr einziger Besucher ist Pauls Freund Gérard. Bis auch Agathe in ihr Leben tritt und das Geflecht aus Sehn- und Eifersucht sich auf tragische Weise verdichtet.

Jean Cocteau schrieb seinen bekannten Roman LES ENFANTS TERRIBLES 1929, doch ist die Geschichte über die symbiotische und zerstörerische Geschwisterbeziehung gleich einer antiken Tragödie von zeitloser Relevanz. Und nun zum ersten Mal auf der Bühne zu erleben.

Weiterlesen: Kinder der Nacht

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RÜCKKEHR NACH REIMS
nach Didier Eribon
Regie: Thomas Jonigk
Premiere: 18. Januar 2019 
Schauspiel Köln 

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Zum Inhalt: »Das, wovon man losgerissen wurde oder sich losreißen wollte, bleibt ein Bauteil dessen, was man ist.«Die Erzählung beginnt mit einem Ende: Der Tod des Vater führt Didier Eribon zurück in seine alte Heimat, in der er seit dreißig Jahren nicht mehr war. Er besucht seine Mutter, schaut sich mit ihr alte Bilder an und arbeitet die Familiengeschichte auf; eine Geschichte von Besatzung, Krieg, Zerstörung, Arbeiterbewegung und Entfremdung – eine Geschichte Frankreichs.
In Eribons hybrider Erzählung verwischen die Gattungsgrenzen, mal ist sie soziologische Studie, mal emotional-biografische Erzählung eines im homophoben Umfeld aufwachsenden Jungen und mal ist sie reine Poesie.  

Weiterlesen: Rückkehr nach Reims

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SCHNEE WEISS
von Elfriede Jelinek
Regie: Stefan Bachmann 
Premiere: 21. Dezember 2018 
Schauspiel Köln 

Eingeladen zu den Berliner Autorentheatertagen (2019) 

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Die WeberZum Inhalt: »Der österreichische Skisport ist die ›heilige Kuh‹«, sagt die ehemalige Skiläuferin und österreichische Abfahrtsmeisterin Nicola Werdenigg, als sie sich im vergangenen Jahr entschließt, Machtmissbrauch und sexuelle Übergriffe während der 70er Jahre in österreichischen Skiinternaten, in Trainingslagern und auf Wettkämpfen öffentlich zu machen. Sie beschreibt die repressive Atmosphäre einer geschlossenen, frauenverachtenden, streng hierarchischen Gesellschaft – Trainer, Lehrer, Rektoren, die im Namen des Leistungssportes ihre Schützlinge unter Druck setzten und missbrauchten. Mit ihren Enthüllungen erschüttert Werdenigg eine der Grundfesten des nationalen Selbstbewusstseins Österreichs. 
Elfriede Jelinek nimmt diese Offenbarungen zum Anlass ein assoziatives, kulturkritisches und diskursives Textgebirge zu schaffen, in dem sie zugleich Schicht um Schicht unserer europäischen Moral- und Sittengeschichte freilegt. So überlagern sich in ihrem neuen Stück wechselnde Perspektiven und Positionen, historische und moderne Frauen- und Rollenbilder, Fragen nach Gerechtigkeit, nach unserem heutigen moralischen Selbstverständnis, Fragen nach Strafe und Schuld.

Weiterlesen: Schnee Weiss

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EIN GRÜNER JUNGE
nach dem Roman von Fjodor Dostojewskij
Regie: Frank Castorf 
Premiere: 1. November 2018 
Schauspiel Köln 

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Die WeberZum Inhalt: Arkadij Dolgorukij ist der uneheliche Sohn eines adeligen Gutsbesitzers und einer Gesindemagd. Um seine gesellschaftliche Isolation, den Makel seiner »niederen Geburt« zu überwinden und die Achtung seines Vaters zu erringen, hat er sich einer Idee verschrieben: Er will reich werden »wie ein Rothschild« – um sein Vermögen am Ende zu verschenken. Denn Geld ist nur Mittel zum Zweck, es bedeutet Autonomie, bedeutet Freiheit. Also reist er nach St. Petersburg und macht sich auf die Suche nach seinem Vater – der sich als zwielichtiger Charakter erweist. In seiner Orientierungslosigkeit kommt Arkadij mit Anhängern der Revolution in Berührung, mit Spielern und Verschwendern, mit Selbstmördern und Fürsten – vor allem aber mit seiner Familie, die in einen aufwendigen Prozess verstrickt ist. Es ist ein explosives Spannungsfeld aus Intrigen und geheimen Plänen, unglücklichen Beziehungen und verräterischen Briefen, in das der 19-Jährige hineingerät. EIN GRÜNER JUNGE ist ein Entwicklungsroman und eine komplexe Vater-Sohn-Geschichte, vor allem aber ist es eine hochmoderne Studie einer tiefgreifenden Verunsicherung – es gibt keine Gewissheiten mehr, auf Informationen und Beziehungen ist nicht länger Verlass. 

Weiterlesen: Ein grüner Junge

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DRAUSSEN VOR DER TÜR
von Wolfgang Borchert
Regie: Charlotte Sprenger 
Premiere: 26. Oktober 2018 
Schauspiel Köln 

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Die WeberZum Inhalt: Beckmann kehrt zurück, Krieg, Gefangenschaft und Tod in den Knochen. Seine Frau hat einen Liebhaber, seine Eltern haben sich das Leben genommen. Beckmann ist hungrig und müde. Die Elbe will ihn noch nicht sterben lassen, und so wandert er durch seine alte Heimatstadt. Die Menschen um ihn herum haben die Vergangenheit schon hinter sich gelassen, doch Beckmann lassen die Erinnerungen nicht los. Er trifft auf einen Oberst, der ihm im Krieg zu viel abverlangt hatte, auf ein Mädchen, das ihn lebendig halten will, auf den Anderen, den jeder kennt und schließlich auf Gott und seinen guten Bekannten, den Tod. Traumwandelnd sucht Beckmann nach einem Sinn im Leben, nach Antworten und nach einem Grund, weiterzuleben.

Weiterlesen: Draußen vor der Tür

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TYLL 
nach dem Roman von Daniel Kehlmann
Regie: Stefan Bachmann 
Premiere: 15. September 2018 
Schauspiel Köln 

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Die WeberZum Inhalt: Tyll Ulenspiegel ist eine unsterbliche Figur, ein Narr und Gaukler, ein Schalk und Provokateur, der die Fantasie seit Jahrhunderten beflügelt. In seinem neuesten Roman hat Erfolgsautor Daniel Kehlmann diesen Sagenhelden auferstehen lassen, in einer Welt, die aus den Fugen ist. Der Dreißigjährige Krieg ist ausgebrochen, Europa wird von Seuchen und Gewalt überzogen, ganze Landstriche sind verwüstet, überall Armut, Hunger, religiöser Fanatismus. Durch dieses apokalyptische Panorama streift Tyll Ulenspiegel, Müllerssohn, Seiltanzvirtuose und dämonischer Schalk. Er trifft auf Könige und Königinnen, Mönche und Bauern, auf sprechende Esel, Schriftsteller und Drachenforscher, auf Gaukler und Gelehrte. So entsteht das Bild einer Epoche, die vielstimmige Geschichte eines Krieges, der im kollektiven Bewusstsein bis heute als große Menschheitskatastrophe verankert ist. 

Weiterlesen: Tyll


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3.6
Durchschnittsnote aller Stücke
5 6
4 14
3 12
2 4
1 0
Kritiken: 32

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