Bewertung und Kritik zu
DIE ORESTIE – Schauspiel Köln
Premiere: 7. März 2026, Depot 1
Nach: Aischylos
Künstlerisches Team
Regie: Adena Jacobs
Bühne und Kostüm: Eugyeene Teh
Komposition und Sounddesign: Max Lyandvert
Videoart: Mario Simon und Eugyeene Teh
Choreografie: Melanie Lane
Lightdesign: Jan Steinfatt
Ton: Joschka Tschirley und Oliver Bersin
Dramaturgie: Alexander Kerlin und Aaron Orzech
Ensemble
- Anja Laïs – Klytaimnestra
- Sarah Sandeh – Elektra
- Julia Schubert – Chor
- Thomas Dannemann – Agamemnon
- Claude De Demo – Kassandra
- Steffen Siegmund – Orest
- Louisa Beck – Iphigenie
Erinnyen
- Evelyn Veronika Fortmeier
- Matilda Behrends
- Diana Alves de Oliveira
- Marlene Gerber
- Mara Eileen Grimm
- Anouk Krämer
- Katharina Lorber
- Marret Schlette-Kissling
- Lilly Zintl
- Luise Maya Menges
Über die Inszenierung
Adena Jacobs nähert sich Aischylos’ „Orestie“ als radikal zeitgenössische Neuinterpretation, die Gewalt, Trauma und familiäre Verstrickungen in eine intensive, körperliche Bildsprache übersetzt. Die Inszenierung arbeitet mit starken Kontrasten, rituellen Elementen und einer atmosphärischen Verdichtung, die den antiken Stoff in die Gegenwart holt.
Eugyeene Tehs Bühne und Kostüme schaffen eine hybride Welt zwischen Mythos und modernen Fragmenten. Max Lyandverts Komposition und Sounddesign verleihen dem Abend eine pulsierende, oft unheimliche Klanglandschaft. Die Videoarbeiten von Mario Simon und Teh erweitern die Bühne zu einem psychologischen Raum, in dem innere Konflikte sichtbar werden.
Besondere Aspekte dieser Inszenierung
- eine radikale, zeitgenössische Lesart des antiken Stoffes
- eine starke visuelle und körperliche Bildsprache
- ein intensives Zusammenspiel von Bühne, Video und Klang
- ein Ensemble, das mit großer emotionaler und physischer Präsenz agiert
- eine Inszenierung, die Gewalt, Schuld und Vergeltung neu verhandelt
Die Produktion zeigt, wie die „Orestie“ als archaisches Drama über Macht, Gerechtigkeit und familiäre Zerstörungskraft auch heute noch eine enorme Wirkung entfalten kann.

