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Bewertung und Kritik zu

DER MIETER
von Arnulf Herrmann
Regie: Johannes Erath
Premiere: 12. November 2017
Oper Frankfurt

Zum Inhalt: Es herrscht Wohnungsnot. Georg ist deshalb froh, ein Zimmer gefunden zuhaben. Die Vormieterin hatte sich aus dem Fenster gestürzt. Schon bald nach Georgs Einzug beginnen die anderen Hausbewohner in sein Leben und seine Gewohnheiten einzugreifen. Anfangs sind es nur Beschwerden über angebliche Lärmbelästigungen. Dann soll sich Georg daran beteiligen, andere Mieter aus dem Haus zu vertreiben. All dies geschieht vor dem Hintergrund eines zunehmenden Klimas der Angst, Einschüchterung und — was am schwersten wiegt — der allmählichen Selbstbeschränkung sowie des vorauseilenden Gehorsams durch Georg selbst, nur um sein Zimmer nicht zu verlieren. Sein (Lebens-)Raum zieht sich buchstäblich zusammen. Letztlich bleibt aber unklar, ob die Bedrohung real ist, oder ob sie sich nur in seinem Kopf — gleich einer fortschreitenden Paranoia — einnistet. So treibt Georg auf den vollkommenen Verlust seiner Identität zu. Er entwickelt allmählich die Vorstellung, dass er dazu gezwungen wird, das gleiche Schicksal wie seine Vormieterin zu erleiden. Noch mehr: dass er mit der Person seiner Vormieterin verschmelzen soll. Dadurch verliert er nicht nur seine eigene Identität, sondern wird vom Mann zur Frau — und nimmt sich das Leben.

Musikalische Leitung: Kazushi Ōno
Regie: Johannes Erath

Bühnenbild: Kaspar Glarner
Kostüme: Katharina Tasch
Licht: Joachim Klein
Video: Bibi Abel
Sounddesign: Josh Jürgen Martin
Chor: Walter Zeh
Dramaturgie: Zsolt Horpácsy


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4.0/5 Insgesamt 1 Bewertungen (1 mit Rezension)
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In den Tod getrieben
  · 03.12.17
''Ein Waschbecken, ein Spiegel, drum herum eine altmodische Tapete, daneben eine Tür: Schon in Roman Polanskis Psychothriller Der Mieter von 1976 mit dem Regisseur als Hauptdarsteller nach dem Roman Le Locataire chimérique von Roland Topor aus dem Jahr 1964 war das ein szenisches Leitmotiv. (...)

Arnulf Herrmann lässt den Text oftmals skandieren, findet für die zudringliche Hausgemeinschaft, angeführt von Frau Bach (Hanna Schwarz) und Herrn Zenk (Alfred Reiter) und oft erweitert zu einem ganzen Chor, eindringliche Steigerungen und große Kontraste zwischen oftmals gleichzeitig Tief Raunendem und irrlichternd hohen Tönen. So sicher sie foranschreiten will, sooft verliert diese Musik immer wieder den Boden unter den Füßen, wie der introvertierte Georg selbst auch, der sich immer mehr und schließlich tödlich abhanden kommt und Kazushi Ôno reizt das alles am Pult des Frankfurter Opern- und Museumsorchesters großartig aus.'' schreibt Klaus Kalchschmid am 3. Dezember 2017 auf KULTURA-EXTRA
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