Düsseldorfer Schauspielhaus



Bewertung und Kritik zu

Macbeth

Bewertung und Kritik zu

MACBETH 
von William Shakespeare
Regie: Evgeny Titov 
Premiere: 19. November 2021   
Düsseldorfer Schauspielhaus 

Zum Inhalt: Angestachelt von den ebenso vielversprechenden wie rätselhaften Prophezeiungen dreier Hexen und geleitet von den Einflüsterungen seiner Lady ebnet sich der ehrgeizige Krieger Macbeth den Weg zum Thron. Dabei ist er durchaus bereit, über Leichen zu gehen: Grausam ermordet er den Schottenkönig Duncan im Schlaf. Doch der Traum von der Macht währt nur kurz. Von Schuldgefühlen und Wahnvorstellungen gepeinigt verfängt sich Macbeth in einem Netz aus Intrigen und Verrat. Noch schrecklichere Morde folgen, aber kein noch so großes Verbrechen vermag den selbsternannten König vor dem Abgrund der eigenen Seele zu retten.

»Macbeth«, eine der letzten großen Tragödien Shakespeares, ist vielleicht sein dunkelstes Stück: Der Glaube des Individuums an die eigene Handlungsmacht, an Wirklichkeit und Wahrheit ist hier zutiefst erschüttert. Finstere Kräfte wirken in jedem einzelnen Menschen, wiederholen sich in der Historie, finden sich in den gesellschaftlichen Strukturen genauso wie in Bildern, Fantasien und Erzählungen.

The Shadow Whose Prey the Hunter Becomes

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THE SHADOW WHOSE PREY THE HUNTER BECOMES 
Australien / Schauspiel
Regie: Bruce Gladwin 
Premiere: 4. Juli 2021 (Festival Theater der Welt) 
Düsseldorfer Schauspielhaus 

Zum Inhalt: Das Ensemble des Back to Back Theatre ist Australiens einzige professionelle Theatergruppe mit Schauspieler*innen, die als »intelligence disabled people« angesehen werden. Mit ihren virtuosen Inszenierungen macht die Truppe nicht nur auf die besonderen Fähigkeiten »Intelligenzgeminderter« aufmerksam, sondern untersucht auch das komplizierte Beziehungsgeflecht mit sogenannten »normalen« Menschen. Ihre neueste Inszenierung The Shadow Whose Prey the Hunter Becomes (Der Schatten, dessen Beute der Jäger wird) spannt einen Bogen vom harmlosen Fragespiel zum Kampf um das nackte Überleben, in dem kein heikles Thema ausgespart wird. Verhandelt werden Massentierhaltung, Sklavenarbeit, Menschenrechte und die sozialen Auswirkungen der Automatisierung – bis das Spiel plötzlich durch die Wortmeldung einer künstlichen Intelligenz eine jähe Wendung nimmt. Ein Bildschirm beginnt mit den Schauspieler*innen zu interagieren. So kommt eine neue Figur ins Spiel, die sich deutlich von allen anderen abhebt und zugleich mehr und mehr die Sympathien gewinnt.

Malen

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MALEN 
Chile / Tanz
Regie: Ricardo Curaqueo Curiche 
Premiere: 3. Juli 2021 (Festival Theater der Welt) 
Düsseldorfer Schauspielhaus 

Zum Inhalt: In der Choreografie Malen stehen 17 Mapuche-Frauen im Alter von zwölf bis siebzig Jahren auf der Bühne. Das Volk der Mapuche hat jahrhundertelang mehrere Kolonialisierungsprozesse durchlebt, die einen eklatanten Mangel an sozialen Rechten erzeugt und die Autonomie der Mapuche-Volksnation starken Einschränkunhgen ausgesetzt haben. In Malen werden die Traditionen und Überlieferungen der Mapuche mit Stolz präsentiert und somit an die nachfolgenden Generationen weitergegeben. Die Frauen auf der Bühne fordern ihr Recht auf freien Ausdruck der Mapuche-Kultur ein. Sie nutzen Tanz, Bewegung und ihre Körper, um das über Generationen hinweg überlieferte Wissen ihrer Ahnen erlebbar zu machen und ihm Ausdruck zu verleihen. Sie zeigen uns, was es bedeutet, Mapuche zu sein. Sie fragen sich, was es bedeutet, eine Frau zu sein, zu altern und geben Einblicke in ihren Alltag als Studentin, Schauspielerin, Tänzerin, Weberin oder Lehrerin.

GRM Brainfuck

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GRM Brainfuck 
von Sibylle Berg
Regie: Sebastian Nübling 
Premiere: 2. Juli 2021 (Festival Theater der Welt) 
Düsseldorfer Schauspielhaus 

Zum Inhalt: GRM Brainfuck ist ein Blick zurück im Zorn aus einer nicht allzu fernen Zukunft auf eine sehr nahe, unmittelbare Zukunft und handelt doch von nichts anderem als unserer Gegenwart. Es ist eine furiose Generalabrechnung, die so düster wie vital ausfällt. Wie unter einem Brennglas wird hier sichtbar gemacht, was die gesammelten Miseren und Fehlentwicklungen unserer Zeit ausmacht: soziale Ungleichheit, menschenverachtende neoliberale Praxis der Durchökonomisierung aller Lebensbereiche, Rassismus, flächendeckende digitale Überwachung, Entsolidarisierung als Prinzip, Marginalisierung ganzer Bevölkerungsgruppen.

L’Assemblée Montréal

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L’ASSEMBLÉE MONTRÉAL 
Kanada / Schauspiel
Regie: Chris Abraham 
Premiere: 1. Juli 2021 (Festival Theater der Welt) 
Düsseldorfer Schauspielhaus 

Zum Inhalt: In L’Assemblée Montréal führen vier Frauen eine offene und sehr persönliche Auseinandersetzung über Feminismus, den islamischen Einfluss auf die kanadische Kultur und die nationale Identität von Quebec. Riham, eine in Ägypten geborene muslimische Einwanderin, die den Hijab trägt, setzt sich für ihren rechtmäßigen Platz in der multikulturellen Gesellschaft Montreals ein. Die Nationalistin Josée verteidigt das Recht der weißen Mehrheit, die tradierten katholischen Werte zuerst zu schützen. Isabelle, die Tochter französischer Einwander*innen, plädiert für ein kosmopolitisches Montreal, während Yara, libanesischer Abstammung, den Rassismus und Elitismus der anderen entlarvt. Diese Theaterproduktion von Porte Parole ist zum Festival Theater der Welt in einer Aufzeichnung von Télé-Québec als Fernsehproduktion zu erleben.

Kunst

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KUNST 
von Ene-Liis Semper & Tiit Ojasoo
Premiere: 20. April 2021 (Theater Luzern) 
Deutschland-Premiere: 29. Juni 2021 (Festival Theater der Welt) 
Düsseldorfer Schauspielhaus 

Zum Inhalt: Bekannt wurde das estnische Künstlerpaar Ene-Liis Semper und Tiit Ojasoo mit seinem Tallinner Theater NO99 und jener Inszenierung, deren Titel einer Performance von Joseph Beuys entlehnt war: Wie man dem toten Hasen die Bilder erklärt. 2020 hat die Pandemie das öffentliche Leben weltweit zum Erliegen gebracht, Kulturinstitutionen wurden auf unbestimmte Zeit geschlossen. Der geistige Nährboden einer Gesellschaft war ausgeschaltet, die Kunst als nicht systemrelevant eingestuft. 2021 ist es höchste Zeit, sich erneut gemeinschaftlich mit dem Nutzen und der Nutzlosigkeit von Kunst auseinanderzusetzen und ihren Stellenwert neu zu bestimmen.
Mit Kunst wirft das estnische Regieduo essenzielle Fragen auf: Was leistet die Kunst? Ist ihr Wert allein nach den Regeln des (Kunst-)Marktes zu ermessen? In einem klassischen White Cube wird in dieser vielschichtigen Performance die Welt der Kunst aus ästhetischer, politischer und ökonomischer Sicht in Augenschein genommen, dabei werden Theorie, Praxis und Rezeptionsgeschichte zu einem neuen Narrativ verschmolzen. Kunst ist ein sehr persönliches Statement der beiden Theatermacher, das zur tiefgreifenden Auseinandersetzung mit der Kraft der Kunst einlädt und zugleich die Frage nach der Haltung jeder und jedes Einzelnen stellt.

The Planet – A Lament

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THE PLANET – A LAMENT 
Indonesien / Oper
Regie: Garin Nugroho 
Deutschland-Premiere: 26. Juni 2021 (Festival Theater der Welt) 
Düsseldorfer Schauspielhaus - Gustaf-Gründgens-Platz

Zum Inhalt: Im Zentrum der Inszenierung The Planet – A Lament des renom- mierten indonesischen Dramatikers, Theater- und Filmregisseurs Garin Nugroho steht ein 14-stimmiger Chor, der einen eindringlichen Liederzyklus singt. Die Komposition basiert auf Elementen der melanesischen Musiktradition und begründet ein neues, eigenes Musiktheatergenre. Sie fußt auf den langjährigen Forschungen der papuanischen Komponistin und Solistin Septina Rosalina Layan und ist choreografisch an eine auf der Insel Timor existierende Pfingstprozession angelehnt. In Düsseldorf wird sie als Open Air auf dem Gustaf-Gründgens-Platz zu erleben sein.

Pistes

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PISTES 
von Penda Diouf
Regie: Aristide Tarnagda 
Deutschland-Premiere: 26. Juni 2021 (Festival Theater der Welt) 
Düsseldorfer Schauspielhaus 

Zum Inhalt: Heimgekehrt ist Penda Diouf mit Pistes, einem poetischen Reisebericht. Pistes beschreibt eine Fahrt ins Herz der Erinnerung. Ein Roadmovie, das nicht nur von roten Sanddünen und vom Licht in der Wüste erzählt. Auf der Suche nach ihren eigenen Erinnerungen ist Penda Diouf auf einen vergessenen Völkermord gestoßen, der als der erste des 20. Jahrhunderts gilt: das ab 1904 von der deutschen Kolonialarmee verübte Massaker an den Herero und Nama im sogenannten Deutsch-Südwestafrika. Ihr Stück ist eine Hommage auf die Opfer des Völkermords und auf seine Held*innen. Als seismografischer Report offenbart es auch die Situation der nachgeborenen Generation, die sich damit abfinden muss, dass Recht und Gerechtigkeit niemals wiederherstellbar sind. In der Regie von Aristide Tarnagda aus Burkina Faso präsentiert die junge aus dem Tschad stammende Schauspielerin Nanyadji Ka-gara diesen bewegenden Text für Theater der Welt 2021 erstmals in Deutschland.


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