Submit to FacebookSubmit to Google PlusSubmit to TwitterSubmit to LinkedIn

Bewertung und Kritik zu

ÖDIPUS UND ANTIGONE  
nach Sophokles
Regie: Ersan Mondtag
Premiere: 18. Februar 2017 
Maxim Gorki Theater, Berlin

Der Fall scheint denkbar einfach: Ein Bruder verteidigt die Heimatstadt gegen den Angriff des anderen. Beide fallen. Der Verteidiger bekommt ein Ehrenbegräbnis mit Salut, der andere bleibt im Dreck vor der Stadt liegen. Doch die Vorgeschichte dieser Familie ist äußerst komplex und geprägt von Pädophilie, Inzest, Mord, Kindesverschleppung, Vertreibung und Selbsttötung. Die Überlebenden versteigen sich im Streit um die Totenpflege in den Untergang ihres Hauses und der Stadt.
Schicksal, würde man sagen, und sich nicht weiter um die selbstgemachten Probleme einer Herrscherdynastie kümmern wenn es nicht das antike Theater und seine Autor*innen gegeben hätte, die aus der Königssaga einen Konflikt gefiltert haben, der bis heute hartnäckig Gesellschaft und ihre Grundlagen hinterfragt.

Regie: Ersan Mondtag
Bühne: Julian Wolf Eicke, Thomas Bo Nilsson
Kostüme: Josa Marx
Musik: Benita Haacke

Trailer „Ödipus und Antigone“ - Maxim Gorki Theater


 
Meinung der Presse zu „Ödipus und Antigone“ - Maxim Gorki Theater


FAZ
★★☆☆☆

rbb
★★☆☆☆

nachtkritik
★★★★☆


Der Tagesspiegel
★★★☆☆

Zitty
★★★☆☆

tip
★★☆☆☆

Wie fandest du das Stück?
- ein Klick auf die Sterne -
Schreibe eine Kritik
2.7/5 Insgesamt 9 Bewertungen (3 mit Rezension)
2 von 2 Personen fanden die Kritik hilfreich
Ödipus und Antigone
  · 06.03.17
Die Zombie-Figuren spulen die beiden Sophokles-Dramen „Ödipus“ und „Antigone“ routiniert ab, das Ganze erinnert entfernt an den Stil, mit dem Harald Schmidt Klassiker der Weltliteratur im Schnelldurchlauf mit seinen Playmobil-Figuren durchspielte.
Kurz vor Schluss bekommt der Abend noch etwas mehr Leben eingehaucht, als die bibbernden und schlotternden Figuren hysterisch vor sich hinkreischen und sich von der abwesenden Antigone bedroht fühlen, die während des gesamten Stücks ein Phantom bleibt. Gleich danach gehen die Schauspielerinnen und Schauspieler zur Tagesordnung über. Der Abend endet damit, dass Benny Claesens nach Hause telefonieren muss und auf Flämisch mit seiner Mutter spricht.
Ersan Mondtags erste Arbeit auf einer der großen Berliner Bühnen zeigt gute Ansätze, ist leider kein großer Wurf, aber auf jeden Fall ein interessanter Farbtupfer in der Theater-Landschaft, die diesen Shooting-Star schon zum zweiten Mal in Folge (mit Inszenierungen aus Kassel und Bern) zum Theatertreffen einlud. Weiterlesen
WAR DIE KRITIK HILFREICH FÜR DICH?
1 von 1 Personen fanden die Kritik hilfreich
Schwerer Fall von Antikenveralberung
  · 19.02.17
''Der Witz von Mondtags Inszenierung ist, dass die gegen das Gebot des neuen Königs verstoßende Ödipus-Tochter gar nicht auftritt, sondern im imaginären Draußen das Volk aufstachelt. Antigone als RAF-Role-Model kennen wir schon. Heute kennt man sich allerdings nicht mehr so richtig aus, was Recht und Unrecht ist. Und so ist auch hier der Interpretation keine Grenze gesetzt. Der zitternde König Kreon schickt alle nacheinander raus in den Kampf, bis nur noch Benny Claessens übrig ist. Es knattert das MG, dann folgt ein wenig Tamm-Tamm mit Sarg und Orchestermusik. Der Chor raunt aus dem Off, und Benny Claessens singt dazu „Ungeheuer ist viel. Doch nichts ungeheuerer als der Mensch.“ Dann ruft er seine Mutti an, und das Elend hat ein Ende.'' schreibt Stefan Bock am 19. Februar 2017 auf KULTURA-EXTRA
WAR DIE KRITIK HILFREICH FÜR DICH?
0 von 1 Personen fanden die Kritik hilfreich
Antigone is coming!
  · 08.03.18
Nachwuchskünstler Ersan Mondtag verarbeitet am Maxim Gorki Theater in seiner Inszenierung >>Ödipus und Antigone<< griechische Tragödien zu einem amüsanten thebanischen Familiendrama.
In jeder Familie gibt es Konflikte, Auseinandersetzungen und immer liegt irgendwo eine Leiche im Keller; so ergeht es auch der griechischen Herrscherfamilie in Theben. Ihre komplexe Familiengeschichte ist geprägt von Mord, Inzest, Suizid und der Schwierigkeit Recht und Gerechtigkeit zu differenzieren. Regisseur Mondtag beginnt die Tragikomödie mit einem Streit zwischen den Schauspielern Yousef Sweid und Orit Nahmias. Beide möchten Eteokles spielen, weil dieser als erster Anrecht auf dem Thron hat und ehrenvoll begraben wird. Nachdem Orit Nahmias erklärt hat, dass diese Rolle ihr aufgrund ihrer israelischen Herkunft besonders gut passt, muss der Palästinenser Yousef Sweid sich mit der Rolle des Polyneikes zufrieden geben. Im Geschwisterzwist gefangen, sprechen Eteokles und Polyneikes über den Nahostkonklikt, das Geschlecht, über den neuen US-Präsidenten und den (kommenden) Faschismus, bevor sie in die Antike verschwinden. Dort angekommen, begegnet der Zuschauer Greisen. Verstaubte Charaktere mit runzeligen Gesichtern, grauen Haaren und einer altersbedingten Bewegungsschwäche. Think pink! Ist das Motto der mythologischen Alten, die mit viel Humor, Zynismus und Sarkasmus über die Dramen von König Ödipus, Antigone und Sieben gegen Theben  die Revolte von Ödipus Tochter, Antigone erzählen. Weiterlesen!
WAR DIE KRITIK HILFREICH FÜR DICH?
Um eine Kritik zu schreiben musst du dich anmelden:

DAS KÖNNTE DICH AUCH INTERESSIEREN


eventim Reservix Ticketing System

 AUF DER BÜHNE © 2019                            
                 Stage Musicals                                   
Toggle Bar