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Bewertung und Kritik zu

IN MY ROOM
von Falk Richter & Ensemble
Premiere: 15. Januar 2020 
Maxim Gorki Theater, Berlin

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Zum Inhalt: Ist die Krise der Gegenwart eine Krise der Männlichkeit? Die Zeit ist reif für neue Entwürfe. Doch obwohl alles in Bewegung ist, kündigt sich ein konservativer gesellschaftlicher Rollback an. Der Mann* scheint in den alten Mustern festzustecken, ein Gefangener im System der männlichen Vorherrschaft. Was bedeutet es, im Jahr 2020 ein Mann* zu sein?

Falk Richters Rechercheprojekt In My Room entspinnt aus dem intimen Raum eines Sohns und Autors ein vielschichtiges Geflecht aus Erinnerungen, Bildern und Stimmen und verwebt biografische Erfahrungen mit gesellschaftlichen Erzählungen. Es sind Momentaufnahmen von Söhnen, die sich an ihre Väter, an Familienrituale, Alltagsgeschichten und gesellschaftliche Entwicklungen erinnern. In My Room ist ein autofiktionaler Selbstversuch, in die unergründete Blackbox, die Väter hinterlassen haben, einzutauchen auf der Suche nach den Spuren der Väter im eigenen Leben.

Regie und Text: Falk Richter
Bühne: Wolfgang Menardi
Kostüme: Andy Besuch
Musik: Nils Ostendorf
Video: Sébastien Dupouey
Choreografie: Denis »kooné« Kuhnert
Dramaturgie: Jens Hillje, Daniel Richter, Christopher-fares Köhler
Licht: Marco Vitale
Ton: Hannes Zieger

TRAILER


 
Meinung der Presse zu „In My Room“ - Maxim Gorki Theater


rbb
★★★☆☆

nachtkritik
★★★★★

Tagesspiegel
★★★★☆


Die Welt
★★★★★

Zitty
★★★★★

tip
★★★★★

DurchschnittsnoteSchreibe eine Kritik
1 von 1 Personen fanden die Kritik hilfreich
Der Abend verzettelt sich in Anekdoten und Assoziationen
  · 16.01.20
''Zur Debatte über heutige Männlichkeitsbilder kann der Abend somit wenig beitragen. Je länger er andauert, umso mehr verzettelt er sich in Anekdoten, Assoziationen, Gefühligkeiten. Vieles erinnert an Falk Richters Vorgängerstücke am Gorki: Polemische Reden werden ins Publikum gebrüllt, man bemitleidet sich, man feiert sich – und reiht eine Szene an die nächste.

Einmal wird das Männlichkeitsbild des Vaters verhandelt, dann die Beziehung zum Vater, später dessen Sterben. Aus dem Nichts plötzlich eine Dialogszene über Sex in schwulen Beziehungen: "Kuscheln ist nicht die Lösung! Kuscheln ist die Endlösung jeder Beziehung!" wütet Knut Berger, sprachlich nicht sonderlich geschmackssicher, über das abflauende Verlangen seines Partners. Zwischendurch wieder Alexander Gauland, die Neue Rechte und ihr Geschlechterverständnis. Auf der Bühne dazu viel Bilderflimmern und eine lustige Collage aus Filmen mit John Wayne – dem "Lonesome Cowboy", Held aller rauen Machos schlechthin.   

Intellektuell ist das alles andere als befriedigend. Warum es für diesen wirren Szenenreigen gleich drei Dramaturgen braucht, wie der Programmzettel aufführt, wird auf ewig ein Rätsel bleiben. Wer nichts gegen Sentimentalität einzuwenden hat, kann sich aber bei schöner Musik zumindest einen unterhaltsamen Abend machen, der (auch Töchter!) die Beziehung zum eigenen Vater reflektieren lässt.'' schreibt Barbara Behrendt auf rbbKultur
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1 von 1 Personen fanden die Kritik hilfreich
Vater-Sohn-Musical-Revue
  · 15.01.20
''In my Room'' könnte man als Musical-Revue beschreiben: Die Schauspieler werfen sich in Metal, Punk und Rock-Soli, Dassler hat auch einen kurzen Dragqueen-Auftritt im Fummel. Das Vater-Sohn-Thema wird mal in ernsthaften Erinnerungssequenzen, mal in einer von Claessens angeleiteten schamanistischen Familienaufstellungs-Parodie bearbeitet, bei der das „Kriegstrauma“, das zwischen Vater und Sohn steht, symbolisch ausgetrieben wird.

Assoziativ und stark mäandernd schwankt der „In my Room“-Abend zwischen berührenden Szenen, Comedy und Slapstick. Bevor es auf die Zielgerade geht, verhandeln Berger und Dassler die Sex- und Beziehungsprobleme eines schwulen Paares, die Berger als Steilvorlage für eine Abrechnung mit der AfD nutzt: ihr Hass auf Fremde sei – frei nach den „Ärzten“ – ein stummer Schrei nach Liebe und Resultat ihres verkorksten Sexlebens.

Relativ unvermittelt schlägt der Abend nach deutlich mehr als zwei Stunden den Bogen zurück zum Ausgangspunkt. Benny Claessens steigert sich im Hintergrund in verzweifelte Appelle und Erinnerungssplitter an seinen sterbenden Vater hinein, während sich im Vordergrund ein Pfleger um den auf drei Spieler aufgeteilten, dahinsiechenden Vater kümmert. Das Herz steht still, alles zerfällt, „keine Antwort“: so düster endet diese Erkundung einer komplizierten Vater-Sohn-Beziehung.

„In my Room“ ist ein Abend, der oft ausfranst und sich zu verzetteln droht, sich dabei aber immer darum bemüht, seine ernsten Themen mit viel Komik anzugehen und das wohl bisher persönlichste Theater-Projekt von Falk Richter ist.

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Wie der Vater so der Sohn?
  · 17.01.20
''Bei einer Familienaufstellung zwischen Vater und Sohn mit Benny Claessens als federgekröntem Guru steht zwischen beiden das personifizierte „Kriegstrauma“, während der „Schatten der Gaulands“ davon faselt, dass ja alles nicht so schlimm war. Hier teilt der politische Autor Richter wie schon in Fear an der Schaubühne gegen die Verharmlosung von Krieg und Gewalt durch die AfD aus. Von heutiger toxischer Männlichkeit berichtet Jonas Dassler in einer Parodie zum Männerbild von Rapper Felix Blume alias Kollegha in seinem Buch DAS IST ALPHA: Die 10 Boss-Gebote. Nach einem Dialog zwischen Knut Berger und Jonas Dassler über die Abnahme des körperlichen Begehrens eines schwulen Paars setzt Berger zum großen Wutmonolog über „erfüllende sexuelle Beziehungen“ an und empfiehlt den Neonazis in Sachsen und Thüringen einfach mal gut zu ficken, oder sich durchficken zu lassen. Auch das eher eine Art rudimentäres Männlichkeitsgehabe.

Zur Befreiung setzen die Schauspieler zwischen den Szenen immer wieder in schillernder Kostümierung zu Livesongs an, die mit Gitarre, Bass, Schlagzeug und Klavier mal rockig, punkig oder auch mit viel Gefühl performt werden. Überhaupt hat Falk Richter den Abend emotional stark aufgeladen. Eine sehr persönliche Abrechnung mit den Vätern, die hin und wieder auch nach zwischenmenschlicher Empathie und der Überwindung toxischen Denkens fragt. Richter lässt seinen sterbenden Vater im Krankenhaus von der Rückkehr der bösen kleinen Clownsfratzen in den Talkshows und die Konservativen als Steigbügelhalter der Nazis sprechen. Das ist aktuell wieder in der Diskussion. Weiter als bis zu einem letzten Bedauern geht dieser Vater-Sohn-Abend aber nicht.'' schreibt Stefan Bock am 17. Januar 2020 auf KULTURA-EXTRA
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