Deutsches Theater Berlin
www.deutschestheater.de
Schumannstraße 13a - 10117 Berlin
Telefon: 030 284410
SPIELPLAN & KARTEN


WIR EMPFEHLEN



Die Holländerinnen

Bewertung und Kritik zu

DIE HOLLÄNDERINNEN – Deutsches Theater Berlin

von: Dorothee Elmiger
Premiere: 16. Oktober 2026, Deutsches Theater Berlin

Künstlerisches Team

Regie: Jan Friedrich
Bühne: Louisa Rubin
Kostüme: Vanessa Rust
Musik: Friedrich Byusa Blam
Video: Nico Parisius
Licht: Matthias Vogel
Dramaturgie: Johann Otten

Besetzung

Ensemble: Julia Gräfner, Manuel Harder, Moritz Kienemann, Evamaria Salcher, Andri Schenardi, Carmen Steinert

Über die Inszenierung

Jan Friedrich bringt Dorothee Elmigers Roman als atmosphärisch dichte, assoziative und politisch vibrierende Bühnenfassung auf die große Bühne des Deutschen Theaters. Die Inszenierung arbeitet mit Fragmenten, Überlagerungen und poetischen Bildern, die Elmigers Sprache in eine körperliche und visuelle Theatersprache übersetzen.

Louisa Rubins Bühne schafft einen offenen, zugleich symbolisch aufgeladenen Raum, der zwischen Landschaft, Innenwelt und abstrakter Installation wechselt. Vanessa Rusts Kostüme betonen die Übergänge zwischen Realität und Erzählung und verleihen den Figuren klare visuelle Konturen.

Friedrich Byusa Blams Musik erzeugt eine atmosphärische Klanglandschaft, die zwischen zarter Intimität und rhythmischer Verdichtung oszilliert. Nico Parisius’ Videoarbeiten erweitern die Inszenierung um mediale Spiegelungen, die die Themen Identität, Herkunft und Erinnerung visuell vertiefen.

Matthias Vogels Licht moduliert den Raum zwischen poetischer Offenheit und dramatischer Zuspitzung. Johann Ottens Dramaturgie hält die Balance zwischen Romanvorlage, politischer Analyse und performativer Freiheit.

Das Ensemble trägt den Abend mit präzisem, körperlich präsenten Spiel und schafft eine vielstimmige Erzählung, die Elmigers Text in eine lebendige, emotionale und zugleich analytische Form überführt.

Besondere Aspekte dieser Produktion

– poetisch-fragmentarische Romanadaption
– atmosphärische, symbolische Bühnenästhetik
– starke Ensembleleistung
– präzise Video- und Klanggestaltung
– politisch vibrierende, zeitgenössische Lesart

„Die Holländerinnen“ wird zu einem intensiven, poetischen und gesellschaftlich relevanten Abend, der Elmigers Roman mit großer ästhetischer Klarheit auf die Bühne bringt.

2 Bewertungen

2.0 von 5 Sterne
  • 5 Stern(e)
    0
  • 4 Stern(e)
    0
  • 3 Stern(e)
    0
  • 2 Stern(e)
    2
  • 1 Stern(e)
    0
Werktreue Umsetzung als Zombietheater
7 Tage her.
Kritik

Die Theater stürzen sich traditionell auf den Gewinner-Roman des Deutschen Buchpreises, acht Häuser haben ihn auf den Spielplan genommen, die Uraufführung sicherte sich im September Magdeburg, gestern zog das DT Berlin nach.

Wie bringt man einen solch sperrigen, auf Insider zielenden Text wie "Die Holländerinnen" auf die große Bühne? Einige naheliegende Optionen gäbe es: der Theatermacher, der die Expedition anführt, ist ein exzentrischer, phrasendreschender Blender. Ihn könnte man als schenkelklopfende Karikatur im Zentrum des Abends verankern und mit Moritz Kienemann, Schauspieler des Jahres 2025, hat man auch einen Akteur mit dem nötigen Ego und den Rampensau-Qualitäten im Ensemble. Das wäre allerdings ein billiger Ausweg, deshalb ersparte sich ihn Friedrich dem Publikum und sich selbst. Ganz explizit spielt Elmigers Roman auf die toxische Beziehung von Werner Herzog und Klaus Kinski bei ihren „Aguirre, der Zorn Gottes“-Dreharbeiten an. Auch dieser Motivstrang würde Schauspielfutter liefern, Herzog und Kinski sind in ihrer ausgeprägten Individualität beliebte Parodie-Opfer auf Kleinkunstbühnen. Und natürlich könnte man aus dem Zirpen, Brüllen und Rauschen der Tierwelt und den Farben der Dschungelflora einen bildgewaltigen, soghaften Trip machen. Die Videokamera lag bereit und kommt oft zum Einsatz, aber auch gegen diesen Weg entschied sich Friedrich.

Er zieht ein anderes Konzept durch: Kompomisslos bleibt er am Text. Stur in indirekter Rede wird er vorne an der Rampe ins Publikum deklamiert oder auf der Hinterbühne in die Live-Videokamera gesprochen. „Zombietheater“ ist eines der Schlagworte des Theatermachers im Buch. Theater, so lässt der Impresario wissen, sei „immer ein Zombietheater, das von den Untoten handle“. Das verkündet auch Kienemann in einer Schlüsselrolle vor der Pause und genau dieses leblose Zombietheater liefert auch Friedrich in seinem Debüt am DT Berlin.

Weiterlesen

Show more
0 von 0 Person(en) gefiel diese Kritik
Erzählerisch sperrig
7 Tage her.
Kritik

''Regisseur Jan Friedrich setzt in seiner Bühnenfassung auf ein Team von 6 SchauspielerInnen. Größtenteils wird auf eine direkte Rollenzuweisung verzichtet. Nur Moritz Kienemann scheint als Theatermacher gesetzt. Zu Beginn sitzt er noch mit Hut im Publikum und souffliert Carmen Steinert, die sich anschickt, als Schriftstellerin an einem Rednerpult die Vorgeschichte zu erzählen. Beim Anruf des Theatermachers an die Schriftstellerin zückt Kienemann ein Handy. Das Klingeln, eigentlich ein No-Go im Theater, ist hier Bestandteil der Inszenierung, wie das gegenwärtige Handy selbst, mit dem sich die DarstellerInnen beständig ins eigene Gesicht leuchten. Dazu bemüht der Regisseur alles an Videotechnik (Nico Parisius) und Livekamera, was irgendwie zu greifen war. Als gelte es hier einen Film zu drehen. Auf zwei Leinwänden in der Bühnenrückwand werden die Bilder in Großaufnahme projiziert.

Die Bühne von Louisa Robin ist zunächst ein mit Holz vertäfelter Kasten, der wie ein Tonstudio oder ein Auditorium mit Fenstern im Hintergrund wirkt. Er lässt sich in der Mitte aufteilen, um die Hinterbühne zu öffnen. Es gibt dort auch eine Tafel mit Stühlen, an dem das Team Platz nimmt. Nach und nach greifen die anderen DartsellerInnen (Julia Gräfner, Manuel Harder, Evamaria Salcher und Andri Schenardi) in das Erzählen auf der Bühne ein. Es entwickelt sich so eine Form des kollektiven Erzählens, das den gesamten über dreistündigen Abend vorherrschen wird. Ansonsten versucht Regisseur Friedrich das Erzählte entsprechend zu bebildern, wie man es leider von vielen Romanadaptionen kennt.'' schreibt Stefan Bock am 17. Oktober 2026 auf KULTURA-EXTRA

Show more
0 von 0 Person(en) gefiel diese Kritik

PDF-Datei: 29,95 € 23,95 €


UNSERE BÜCHER ALS PDF-DATEI


AUSWAHL

Weitere Formate auf Amazon & Play:
Taschenbuch / Kindle: 39,95 €
Google eBook: 29,95 €


Nach Zahlungseingang erhalten Sie die PDF-Datei innerhalb von 24 Stunden per E-Mail.



WIR EMPFEHLEN