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Der fliegende Holländer (2026)

Bewertung und Kritik zu

DER FLIEGENDE HOLLÄNDER – Deutsche Oper Berlin

von: Richard Wagner
Premiere: 24. Oktober 2026, Deutsche Oper Berlin

Künstlerisches Team

Musikalische Leitung: Giedrė Šlekytė
Regie:Milo Rau
Künstlerische Mitarbeit: Giacomo Bisordi
Bühnenbild: Anton Lukas
Kostüme: Silvie Naunheim
Licht: Jürgen Kolb
Video: Moritz von Dungern
Choreinstudierung: Marco Medved
Dramaturgie: Nathalie Rozanes, Johanna Danhauser

Besetzung

Daland: Tareq Nazmi
Senta: Aušrinė Stundytė
Erik: Attilio Glaser
Mary: Kai Rüütel-Pajula
Steuermann Dalands: Omar Mancini
Der Holländer: Tomasz Konieczny
Erzähler*innen: Sarah von Schwarze, Shlomi Moto Wagner

Chor & Orchester

Chor der Deutschen Oper Berlin
Orchester der Deutschen Oper Berlin

Über die Inszenierung

Mit „Der fliegende Holländer“ kehrt eines der zentralen Werke Richard Wagners auf die Bühne zurück. Die Oper erzählt von einem verfluchten Seefahrer, der dazu verdammt ist, rastlos über die Meere zu ziehen und nur durch die treue Liebe eines anderen Menschen Erlösung finden kann.

Milo Rau nähert sich dem Stoff aus einer zeitgenössischen Perspektive und richtet den Blick auf Fragen von Heimatlosigkeit, Isolation und dem Wunsch nach Zugehörigkeit. Die Oper wird dabei nicht nur als romantische Legende erzählt, sondern als Reflexion über Entwurzelung, Hoffnung und die Suche nach menschlicher Verbindung.

Anton Lukas gestaltet einen Bühnenraum, der zwischen realistischer Erzählung und symbolischer Bildwelt changiert. Silvie Naunheims Kostüme verbinden gegenwärtige und zeitlose Elemente und verorten die Figuren in einem Spannungsfeld zwischen Mythos und Realität.

Unter der musikalischen Leitung von Giedrė Šlekytė entfaltet sich Wagners Partitur mit ihrer dramatischen Kraft und ihren atmosphärischen Klanglandschaften. Der Chor der Deutschen Oper Berlin übernimmt dabei eine zentrale Rolle und verleiht den großen Ensembleszenen besondere Wirkung.

Moritz von Dungerns Videoarbeiten erweitern die Bühne um zusätzliche visuelle Ebenen, während Jürgen Kolbs Lichtdesign und Marco Medveds Choreinstudierung die erzählerische und emotionale Dynamik der Inszenierung unterstützen.

Mit Tomasz Konieczny in der Titelrolle und Aušrinė Stundytė als Senta steht ein Ensemble auf der Bühne, das die existenziellen Konflikte des Werkes mit großer Intensität gestaltet.

Besondere Aspekte dieser Produktion

– Neuinszenierung durch Milo Rau
– zeitgenössische Perspektive auf Wagners Opernklassiker
– starke Verbindung von Musiktheater und gesellschaftlicher Reflexion
– Einsatz von Video als erzählerisches Mittel
– hochkarätige internationale Besetzung

„Der fliegende Holländer“ erscheint an der Deutschen Oper Berlin als eindringliche Auseinandersetzung mit Schuld, Sehnsucht und Erlösung und zeigt die anhaltende Aktualität von Wagners romantischer Oper.

1 Kritik

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Doppelte Sinneswahrnehmung
3 Stunden her.
Kritik

''Mein mehr oder weniger gespaltener Blick fokussierte sich eindeutig auf Raus Film- und Textangebote im Bühnenhintergrund und vernachlässigte so all das, was vor dem stattfand; ich bin also nachgerade nicht in der Lage objektiv einzuschätzen, ob seine Personenführungen oder das, was er mit den Darstellenden (auf der Bühne) anstellte, passend gewesen wäre oder nicht - im Großen und Ganzen funktionierte die Stückverlagerung an die isaraelische Mittelmeerküste mit der Silhouette Tel Avivs, und auch Raus Zeichnung des Holländers (als ewig schuldbeladenen und in Israel eine gewisse Reue suchenden Ex-Waffen-SS-Typen) sowie die figürlichen Interpretationen von Daland (als anführender hebräischer Erstbesiedler Palästinas), Senta (als ihren "heimatlichen" Kompass verloren habende israelische Aktivistin), Mary (als eine überdimensionale Degel Jisrael schwingende rechtsnationale Hard-Core-Israelin) oder Erik (als leiblicher Nachkomme der von den Israelis vertriebenen Palästinenser) schienen im vorhandenen Kontext stimmig zu sein.

Musikalisch stachen v.a. Attilio Glaser (als Erik) und Kai Rüütel-Pajula (als Mary) gesangsdarstellerisch hevor. Hingegen Tomasz Konieczny (als Holländer) und Aušrinė Stundytė (als Senta) weniger lupenrein und noch weniger "schön", stattdessen aber umso intensiver also ausdrucksstärker sangen. Tareq Nazmi überzeugte als ein rein darstellerisch mit allen Wassern gewaschener Daland, und Omar Mancini war als Steuermann zu sehen und zu hören.'' schreibt Andre Sokolowski am 1. November 2026 auf KULTURA-EXTRA

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