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Tancredi

Bewertung und Kritik zu

TANCREDI – Staatenhaus der Oper Köln

Premiere: 22. Juni 2026
von: Gioachino Rossini

Künstlerisches Team

Musikalische Leitung: George Petrou
Inszenierung: Jan Philipp Gloger
Co-Regie: Lars Marcel Braun
Bühne: Ben Baur
Kostüme: Justina Klimczyk
Lichtdesign: Martin Gebhardt
Kampfchoreografie: Ran Arthur Braun
Chorleitung: Rustam Samedov
Dramaturgie: Florian Amort, Claus Spahn

Besetzung

Tancredi: Adriana Bastidas-Gamboa
Amenaide: Giuliana Gianfaldoni
Argirio: Dmitry Ivanchey
Orbazzano: Gabriele Sagona
Isaura: Johanna Thomsen
Roggiero: Wesley Harrison

Ensemble

Yon Costes, Oliver Exner, Martino Fara, Théo Foucher, Frederic Matona, Quentin Mesguich, Antoni Niechcial, Wojciech Nowak, Romain Painset (von ShowTalentNetwork)

Chor & Orchester

Herrenchor der Oper Köln, Gürzenich-Orchester Köln

Über die Inszenierung

Jan Philipp Glogers Inszenierung von Rossinis „Tancredi“ verbindet historische Opernästhetik mit klaren, modernen Bildern. Die Bühne von Ben Baur schafft architektonische Räume, die zwischen politischer Macht, persönlichem Konflikt und emotionaler Intensität wechseln. Justina Klimczyks Kostüme spielen mit Kontrasten zwischen Tradition und zeitgenössischer Silhouette.

Martin Gebhardts Lichtdesign setzt präzise Stimmungen und betont die dramatischen Wendungen der Handlung. Die Kampfchoreografie von Ran Arthur Braun bringt physische Spannung und klare Bewegungsdramaturgie in die Szenen.

Unter der musikalischen Leitung von George Petrou entfaltet das Gürzenich-Orchester Köln Rossinis Partitur mit Brillanz, rhythmischer Präzision und feiner Klangkultur. Der Herrenchor der Oper Köln unter Rustam Samedov sorgt für kraftvolle, klare Ensembleszenen.

Besondere Aspekte dieser Produktion

– eine klare, moderne Regie
– starke musikalische Interpretation
– präzise Kampfchoreografie
– atmosphärische Bühnen- und Lichtgestaltung
– ein Ensemble mit hoher vokaler und darstellerischer Präsenz

Diese Kölner Produktion zeigt Rossinis „Tancredi“ als kraftvollen, emotional vielschichtigen Opernabend.

1 Kritik

3.0 von 5 Sterne
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Piffpaff auf der Drehbühne
11 Stunden her.
Kritik

''Nach der Pause ist der Abend dann deutlich ernsthafter, sowohl musikalisch als auch inszenatorisch. Am überzeugendsten die Szene, in der Isaura (Johanna Thomsen) in einer Mischung aus Tragik und dem Versuch Normalität zu behaupten, den Küchentisch abräumt, während Amenaide auf ihren Tod wartet. Überhaupt sind es durchweg die Frauen, die den Abend mit ihren Gesangsleistungen erheblich aufwerten: Giuliana Gianfaldoni verfügt über ein beeindruckendes Pianissimo in höchsten Höhen, Andriana Bastidas-Gamboa verleiht Tancredi in den gar nicht so zahlreichen Momenten, in denen die Titelfigur auf der Bühne ist, überzeugende Präsenz und Johanna Thomsen zeigt still und dennoch standhaft Mitmenschlichkeit als Amenaides Vertraute Isaura.

Souverän und im wahrsten Sinne des Wortes hemdsärmelig leitet Dirigent George Petrou die Aufführung und entlockt der Partitur zusammen mit dem Gürzenich Orchester manche schöne und berührende Passage – trotz Rossinis gelegentlich anstrengender Neigung zur Wiederholung. Musikalisch vermag dabei vor allem der zweite Akt von Tancredi zu überzeugen, aber insgesamt bietet der Abend wenig, was in Erinnerung bleiben wird. Dass das Geschehen sich unabwendbar auf der Drehbühne entwickelt, die sich leider nicht gerade leise dreht (Bühne: Ben Baur), hätte ein Ansatz sein können, eine zwingende Handlung zu erzählen. Ebenso, dass die Polizei am Ende die Behausung der Gangster stürmt. Aber so bleiben am Ende mehr Fragen als Antworten. Das ist alles in allem etwas viel Aufwand für wenig Ertrag.'' schreibt Karoline Bendig am 5. Juli 2026 auf KULTURA-EXTRA

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