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Bewertung und Kritik zu

DER FLUCH DER SOUFFLEUSE
Theaterparcours für einen Zuschauer
Regie: Lorenz Seib 
Premiere: 20. Juni 2020 
TamS Theater München

Zum Inhalt: Das Gewitter ist vorüber, der Himmel über Schwabing klart langsam auf und doch ist im Theater alles anders als zuvor:
Der Vorhang öffnet sich, aber von den Schauspielern*innen fehlt jede Spur. Sie haben sich scheinbar im Foyer verlaufen und finden den Weg auf die Bühne nicht. Dieses Theater ist aber auch das reinste Labyrinth. Einmal falsch abgebogen und schon landet man hinter der Trauerweide, die von rosigen Zeiten berichtet. In der Garage werden Wolken gezimmert. Ein Optimist sucht die richtigen Worte im leergefegten Zuschauerraum, aber die Souffleuse ist mit sämtlichen Textbüchern ins Ausland durchgebrannt.
Der Sommer ist da, das Theater kommt von ganz alleine.

mit Irene Rovan, Sophie Wendt, Burchard Dabinnus, Helmut Dauner, Arno Friedrich, Axel Röhrle

Idee: Anette Spola und Lorenz Seib
Regie: Lorenz Seib
Ausstattung: Katharina Schmidt, Claudia Karpfinger, Luis Graninger
Licht: Barbara Westernach
Sound: Max Bauer


DurchschnittsnoteSchreibe eine Kritik
1 von 1 Personen fanden die Kritik hilfreich
"The show must..."
  · 22.06.20
''Aus einem hoffnungsvoll rosa erleuchteten Hof-Fenster steigt ein Mann im rosa Anzug, über ihm wird eine niedliche weiße Watte-Wolke von Dachfirst zu Dachfirst gezogen. Und dann darf ich rein, in den geheiligten Theaterraum. Wie klein er doch ist, fast ganz ohne Stühle. Wieder heißt es Platz nehmen. Wieder eine Schauspielerin, die sich hierher verirrt hat, ganz in rosa, gelb und apricot. Sie fragt "So so, Sie sind Pessimist?" Bin ich gemeint? Nein. Hinter mir antwortet Maria Pescheks Stimme aus dem Off. Ja, sie sieht die Lage „unrosig“.

Und dann werde ich auf die Bühne geleitet. Der Vorhang fällt vor mir. Bevor ich mich als Schauspielerin fühlen kann, geht’s in das Foyer, ehemals ein Brausebad. Tropfen fallen, Dunkelheit. Und dann in den letzten Raum unter eine Gewitter-Wolke aus Hasengitterdraht. Ein rosa Helmut Dauner empfängt uns im Strickjäckchen. Er ist nicht sicher, ob wir wirklich sterben. Vielleicht trifft uns der Fluch der Souffleuse? Aber wir überleben, die Türen öffnen sich ins Freie. Auf die graue Straße.

Hinaus aus der bitter-süßen, poetischen Welt des TamS. Sie ist zauberhaft und leicht. Wie hingetupft mit dem Aquarellpinsel. Die Maske, ach ja, ich hab sie immer noch auf, ganz vergessen...'' schreibt Petra Herrmann am 21. Juni 2020 auf KULTURA-EXTRA
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