PHORKYAS in «Faust - Teil 2»

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    3. Akt - Vor dem Palaste des Menelas zu Sparta. 

    Phorkyas, Helena und der Chor. 

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    PHORKYAS: 
    Alt ist das Wort, doch bleibet wahr und hoch der Sinn:
    Daß Scham und Schönheit nie zusammen, Hand in Hand
    Den Weg verfolgen auf des Menschen Lebenspfad.
    Tief eingewurzelt wohnet in beiden alter Haß,
    Und wenn sie auf dem Wege sich auch irgendwo
    Begegnen, jede sogleich der Gegnerin den Rücken kehrt.
    Dann eilet jede wieder heftiger, weiter fort,
    Die Scham betrübt, die Schönheit aber frech gesinnt,
    Bis sie zuletzt des Orkus hohle Nacht umfängt,
    Wenn nicht das Alter sie vorher vernichtet hat.
    Euch find ich nun, ihr Frechen, aus der Fremde her,
    Mit Übermut ergossen, gleich der Kraniche
    Laut-heiser klingendem Zug, der über unser Haupt,
    Wie eine Wolke ziehend, krächzendes Getön
    Herabschickt, das den stillen Wandrer über sich
    Zu blicken lockt; doch ziehn sie ihren Weg dahin,
    Er geht den seinen; also wird's mit uns geschehn.
    Wer seid denn ihr? daß ihr des Königs hohes Haus
    Mit der Mänaden wildem Getümmel umtönen dürft?
    Wer seid ihr? daß ihr seiner ernsten Schaffnerin
    Entgegenheulet, wie dem Mond der Hunde Schar?
    Wähnt ihr, daß ich nicht wisse, welch Geschlecht ihr seid,
    Du kriegerzeugte, schlachterzogne junge Brut?
    Du männerlustige, verführt verführende,
    Entnervende des Kriegers und des Bürgers Kraft?
    Seh ich zuhauf euch, scheint mir ein Zikadenschwarm
    Herabzustürzen auf des Feldes grüne Saat.
    Verzehrerinnen fremden Fleißes! Naschende
    Vernichterinnen aufgekeimten Wohlstands ihr,
    Eroberte, verkauft', vertauschte Ware du.

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