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Bewertung und Kritik zu

CARMEN 
von Georges Bizet
Regie: Lindy Hume 
Premiere: 30. November 2018
Oper Leipzig 

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Zum Inhalt: Für Carmen ist das höchste Gut ihre Freiheit. ­Niemals will sie sich den Zwängen der Gesellschaft unter­werfen. Der angepasste Sergeant Don José ist fasziniert von dieser Frau, die sich einfach nimmt, was sie will. Er gibt alles für sie auf, seine Jugendliebe Micaëla, seine Stellung beim Militär und schließt sich sogar einer Schmugglerbande an. Er ist besessen von Carmen, die schon bald das Interesse an ihm verliert und dem ­todesmutigen Stierkämpfer Escamillo verfällt. José ist verzweifelt und will Carmen zurück, um jeden Preis. Mit seiner »Carmen« gelang Georges Bizet 1875 ein wahrer Coup. Das Stück ist bis heute eine der meist­gespielten Opern aller Zeiten. Betörende Melodien und mitreißende Rhythmen treffen auf eine starke Titel­heldin. Diese stellt das Gegenbild zu den passiven, sich aufopfernden Frauenfiguren dar, die die Opernwelt im 19. Jahrhundert kannte. 

Die australische Regisseurin Lindy Hume, die an der Oper Leipzig bereits »Don Pasquale« und »La ­Cenerentola« inszenierte, sieht Carmen nicht als männermordenden Vamp, als der sie oft dargestellt wird, sondern als selbstbestimmte Frau. Sie zieht ­Parallelen zwischen Carmen und Don Giovanni: Beide ­Figuren sind in ihrer Unabhängigkeit ihrer Zeit vor­aus und heißen den Tod als letzte Bekundung ihres unbedingten Freiheitswillens willkommen.

Musikalische Leitung: Matthias Foremny 
Inszenierung: Lindy Hume 
Bühne und Kostüme: Dan Potra 
Choreinstudierung: Thomas Eitler-de-Lint 
Einstudierung Kinderchor: Sophie Bauer 
Dramaturgie: Nele Winter 

TRAILER


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2 von 2 Personen fanden die Kritik hilfreich
Freiheit über alles
  · 01.12.18
''Regisseurin Lyndy Hume inszeniert ihre Carmen als selbstbestimmte Frau, weit weg von anrüchigen Femme fatale-Bildern. Das ist zwar keine umstürzende Neudeutung der Figur, aber auch nicht vollkommen abwegig, wird die Freiheit von ihr doch mehrfach gepriesen. 

Zusammen mit Bühnen- und Kostümbildner Dan Potra reduziert sie die Gestaltung der Spielfläche auf ein Minimum: Zwei verschiebbare Wände, eine flexible Treppenkonstruktion und hin und wieder ein paar Tische und Stühle reichen vollkommen aus, um das Drama wirkungsvoll ins Szene zu setzen. Bei der Schmugglerszene in den Bergen öffnen sich die Wände zum nachtschwarzen Sternenhimmel, ehe sie sich am Ende zur "Falle" verengen und der Tod unausweichlich ist. Die Kostüme gehen zwar in eine eher traditionelle Richtung, wirken jedoch im Zusammenspiel mit dem dezenten Bühnenbild nicht klischeehaft. (...)

Eine revolutionierende Inszenierung ist das nicht, aber trotzdem in jeder Hinsicht plausibel und szenisch bestens gemacht, entsprechend fällt der Applaus fürs Regieteam am Ende eher brav aus. Wallis Giuntas Debüt ist glänzend gelungen und wird von den Zuschauern (neben Publikumsliebling Olena Tokar) kräftig beklatscht und bejubelt.'' schreibt Eva Hauk am 1. Dezember 2018 auf KULTURA-EXTRA
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Das Beste kommt zum Schluß
  · 28.12.18
Wir besuchten die Vorstellung an der Oper Leipzig am 27.12.2018. Inszenierung: enttäuschend. Bühnenbild einfallslos. Dominant: Zwei Mauern, die auf wundersame Weise für alle Szenen den rechten Rahmen bilden. Laserblitze werden ins Publikum gesandt, um ermüdete Zuschauer zu aktivieren. Denn es fällt schwer, unter dem im tristen Beige gekleideten Chor Carmenita auszumachen. Carmen: musikalisch sehr gut, doch fehlt es an Dominanz und Leidenschaft. Micaela dagegen wäre die bessere Carmen. Don Jose singt solide, hat wie alle anderen auch fleißig französisch gelernt, um uns den Originaltext nahezubringen. Der Torrero: Ein Gegenentwurf zum Klischee - denn hier wird uns ein gutgenährter Herr im Pelzmantel vorgeführt. Abartig das Ende: Die Hinrichtung Carmens stilgerecht an der Mauer, auch eine Blutblase darf nicht fehlen. Nun ja, man hätte mehr draus machen können...
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