Bewertung und Kritik zu

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WUT 
von Elfriede Jelinek
Regie: Ersan Mondtag 
Premiere: 25. September 2020 
Schauspiel Köln 

Zum Inhalt: Was ist der Mensch in Extremsituationen? Hamstert, plündert oder teilt er? Denkt er zunächst an sich allein oder steckt mehr im Menschen, als wir denken?
Krisen wie jetzt, ausgelöst durch den Corona-Virus, sind der Crash-Test. Der niederländische Historiker Rutger Bregman zum Beispiel ist ein Philanthrop. Er ist überzeugt, der Mensch sei im Grunde gut, solidarisch und kooperativ und dafür findet er viele Belege. Das lässt hoffen! Auch der amerikanische Kulturphilosoph und Vordenker der Occupy-Bewegung Charles Eisenstein hofft angesichts der Corona-Krise, dass wir »die Regenten dessen werden, was uns regiert hat«.

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SCHWARZWASSER
von Elfriede Jelinek
Regie: Stefan Bachmann 
Premiere: 12. September 2020 
Schauspiel Köln 

Zum Inhalt: Eine spanische Insel, ein österreichischer Politiker, eine russische Oligarchennichte: eine toxische Kombination. Denn vor laufender, heimlich installierter Kamera verspricht der Mann der Frau die Herrschaft über die nationale Medien-Landschaft, um die eigene Macht zu stärken. Die heimische Natur verkauft er ihr in seinem dionysischen Rausch gleich mit: Flüsse und Seen könne man gewinnbringend privatisieren, Berge und Täler für den lukrativen Straßenbau nutzen. Als der Plan publik wird, zerreißt es den Politiker samt Regierung.

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DIE HERMANNSSCHLACHT
von Heinrich von Kleist
Regie: Oliver Frljić 
Premiere: 5. September 2020 
Schauspiel Köln 

Zum Inhalt: Ein Volk tief in sich zerstritten: Der Cherusker Fürst Hermann hat alle Mühe, sein Heer beieinander zuhalten, als die römischen Legionen unter Feldherr Varus einmarschieren. Hermann soll gestürzt werden und bäumt sich mit allen Waffen dagegen auf, um seine Macht zu erhalten. Mit zwielichtigen Mitteln und Scheinbündnissen spielt er die Kriegsparteien gegeneinander aus und einigt das eigene Volk im gemeinsamen Hass gegenüber den Fremden. Am Ende ist der Herrscher von Germanien ein Verräter an Moral und Integrität – der Herrscher, den das Volk verdient?

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DER ZAUBERER VON OZ - THERE'S NO PLACE LIKE HOME 
nach L. Frank Baum
Regie: Tom Müller 
Premiere: 12. Juni 2020 
Theater der Keller, Köln

Zum Inhalt: Irgendwo über dem Regenbogen soll das Land Oz sein, in dem alle Träume wirklich wahr werden. Trotzdem will Dorothy nach Hause, nach Kansas zurück. Warum? Ist Zuhause auch da, wo man sich fremd fühlt? Ist es „Heimat“ auch für den, dem alles weggenommen wurde? Wenn die Geschichte explodiert, erweist sich das Land der Träume als Land voller Alpträume. Und Judy Garland sitzt in der Falle. Aber the show must go on: weitersingen bis zum bitteren Ende!

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DAS EXXPERIMENT
Skizzen einer neuen Gemeinschaft 
Choreographie: Bibiana Jimenez 
Premiere: 30. Mai 2020 
Theater der Keller, Köln

Zum Inhalt: In den 1920er Jahren nahm die „Neue Frau“ kämpferisch und selbstbestimmt ihr Leben in die Hand. Sie verkörperte nicht nur den Unabhängigkeitsgedanken der Frauenbewegung, sondern galt als Idealbild einer ganzen Generation von Frauen. Die 1920er waren auch die Zeit der avantgardistischen Künstlergruppe „Kölner Progressive“. Dabei war eine der zentralen weiblichen Figuren die Künstlerin Marta Hegemann (1894-1970): Frauenfiguren und Tänzerinnen waren ihr Lieblingssujet. Sie schuf mit ihren Bildern eine wohltuende Gegenwelt, die anachronistischen Genderstereotypen trotzte. Mit Einzug der Nationalsozialismus war Hegemanns Malerinnen-Karriere beendet. Ihre Kunst wurde als „entartet“ bezeichnet und aus den Museen verbannt.
Wohin verändert sich die Welt? - Auch vor 100 Jahren, nach dem 1. Weltkrieg, stand man vor dieser Frage. Künstler suchten Antworten. Marta Hegemann war eine von ihnen. Die Malerin gehörte zu den "Kölner Progressiven", die die Vision einer sozial gerechten Gesellschaft entwickelten. Bibiana Jimenez' neues Tanzstück ist inspiriert von Hegemanns Leben, ihrer Isolation als Künstlerin in einer Männergesellschaft, ihrer Darstellung von Frauen, die aus einer etablierten Welt ausbrechen. Zwei Frauen tanzen isoliert voneinander und skizzieren neue Formen der Gemeinschaft. Damals wie heute (jetzt durch Corona bestärkt) war Kunst ein Drahtseilakt, ein Überlebenskampf. Bibiana Jimenez hat eine 'coronataugliche' Version des Stücks erarbeitet.

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IL TROVATORE
von Giuseppe Verdi
Regie: Dmitri Tcherniakov 
Premiere: 1. März 2020 
Oper Köln 

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Zum Inhalt: Graf Luna nützt rücksichtslos seine politische Machtstellung, um eine Privatfehde gegen Manrico zu führen, wütet in Hass und Eifersucht gegen jeden, der seinen Zielen im Weg steht. Der unter Fremden aufgewachsene Troubadour Manrico ist ein Außenseiter, der sich durch seine Kunst Gehör verschaffen kann. Er bleibt hin- und hergerissen zwischen seiner (vermeintlichen) Mutter Azucena und der Geliebten Leonora, einer jungen Gräfin. Azucena reibt sich zwischen Racheversprechen und Schuldgefühlen sowie ihrer Mutterliebe zu Manrico, den sie als Rächer heranzieht, völlig auf. Leonora liebt Manrico trotz seiner undurchschaubaren Herkunft. Den Grafen Luna, der sie bedrängt, weist sie zurück und ist bereit, für Manrico ihr Leben zu geben.

Giuseppe Verdi liebte die Vielfältigkeit des Sujets, den Kontrastreichtum der Personen und Situationen, die Gutiérrez’ Schauspiel »El trovador« enthielt. »Il trovatore« beschwört exemplarisch Ausnahmesituationen und Konflikte herauf – Verdi führt die Gestalten an die äußersten Grenzpunkte ihrer Existenz: Liebe, Eifersucht, Hass, Rache – aber die Musik mit ihrer bebenden Dynamik erzeugt auch die Bilder von Scheiterhaufen, Parallelwelten der Clans, Zweikampf, Kloster.

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VERHAFTUNG IN GRANADA
von Doğan Akhanlı
Regie: Nuran David Calis 
Premiere: 28. Februar 2020 
Schauspiel Köln 

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Zum Inhalt: August 2017: Die Nachricht schlägt ein wie eine Bombe. Im spanischen Granada wird Doğan Akhanlı verhaftet. Die Türkei hat ihn über Interpol zur Festnahme ausgeschrieben. In VERHAFTUNG IN GRANADA berichtet der Kölner Schriftsteller aber nicht bloß über diesen schicksalsträchtigen Sommer, sondern auch von vorangegangenen, zum Teil langjährigen Inhaftierungen. Die Protokolle sind persönlich, ergreifend und erschütternd und zeichnen sowohl die Geschichte der Linken als auch die eines sich im Wandel befindenden türkischen Staates. Doğan Akhanlı reiht sich mit seinen Erfahrungen in die lange Liste der in der Türkei inhaftierten Journalist*innen, Schriftsteller*innen und Regierungs-Kritiker*innen ein. Der Regisseur Nuran David Calis, in Köln bekannt durch die Keupstraßen-Trilogie, in deren letztem Teil Akhanlı ebenfalls auf der Bühne stand, widmet sich diesem Lebensstoff.

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BOMB 
von Maya Arad Yasur
Regie: Lily Sykes 
Premiere: 8. Februar 2020 
Schauspiel Köln 

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Zum Inhalt: »Da draußen ist Krieg«, heißt es in Maya Arad Yasurs neuestem Stück. Und dieser Krieg könnte überall auf der Welt stattfinden, »denn die Welt ist ein riesiges Stück Arsch mit blutigen Kriegshämorrhoidenanfällen«.
Eine Gruppe Besucher*innen steht auf der Biennale in Venedig – vielleicht auch in Valencia oder in Chile – und betrachtet die Ikarus-Performance einer jungen Künstlerin, die viele Fragen aufwirft. Aus den Fragen entwickeln die Sprecher*innen drei Erzählstränge, verortet zwischen Schlamm, Blut und Terroranschlägen. Da ist Eatherly, ein Kampfpilot, den das Betreten des Flugzeugs in einen Zustand sexueller Erregung versetzt. Er ist der Gott der Maschine, bis er eine Bombe über einer Schule abwerfen soll. Da ist der kleine Junge, der mit der Kamera seines verstorbenen Vaters Fotos vom Kriegsgeschehen macht. Da ist Naomi, deren Vater Panzerfahrer ist. Bevor er in den Dienst zog, waren sie noch im Dolphinarium; jetzt reißt sie sich immerzu die Haare aus.
Welche Verantwortung hat Kunst im Kontext von Krieg? Wer darf ihr Inhalt, wer ihr Absender und wer ihr*e Rezipient*in sein? Diese Fragen greift die in Israel geborene Autorin in BOMB auf und besticht erneut durch ihre polyphone Erzählweise. Aus der Gruppe der Sprecher*innen heraus wird die Geschichte gemeinsam kreiert, sich gegenseitig korrigiert, die Wortfetzen neu zusammengesetzt. Manchmal sind es nur wenige Sekunden oder Minuten, in denen die Figuren miteinander in Berührung kommen, bevor wir wieder in ihre individuellen Schicksale hineingesogen werden. An ausgewählten Punkten lässt sie die drei Erzählstränge zusammenlaufen. Über eine Sache scheint Einigkeit in der Gruppe zu herrschen: »Etwas ist abgefuckt an diesem Krieg, ja. Und niemand ist sich überhaupt sicher, worum dieser ganze Krieg geht.«

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