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Bewertung und Kritik zu

DIE RÄUBER
von Friedrich Schiller
Regie: Nicolas Stemann
Premiere 15. August 2008 (Salzburger Festspiele) 
Hamburg-Premiere: 11. Oktober 2008 
Thalia Theater Hamburg 

Zum Inhalt: Karl und Franz sind Brüder. Franz, der jüngere, hasst Karl. Er neidet ihm das Erbe, das dem Erstgeborenen zusteht, neidet ihm die Liebe des Vaters, die alles verzeiht. Auch, dass Karl in seinem Studienort über die Strenge schlägt, er die Menschen für ihre Schwächen und Verfehlungen verachtet. Franz, der alles entbehrt, will Herr sein. Das „Böse“ zu wollen heißt sich Karls Welt gewaltsam anzueignen. Und es gelingt ihm, das Band zwischen dem Vater und Karl zu zerschneiden. Der alte Moor droht darüber zu sterben – Karl wird zum Räuber. Anders als Franz aber erstrebt Karl jetzt das „Gute“: Mit aller Kraft will er diejenigen bekämpfen, die ihn willkürlich, voller Kälte schutzlos gemacht haben. Ohne dass er es von vornherein weiß: sein Feind ist Franz, seine Verheißung, das „Franzische“ aus der Welt zu vertreiben.

Mit: Christoph Bantzer, Maren Eggert, Philipp Hochmair, Daniel Hoevels, Felix Knopp, Katharina Matz, Peter Maertens, Alexander Simon.

Inszenierung: Nicolas Stemann
Bühne: Stefan Mayer
Köstüme: Esther Biallas
Video: Claudia Lehmann
Musik: Thomas Kürstner, Sebastian Vogel.

TRAILER


DurchschnittsnoteSchreibe eine Kritik
1 von 1 Personen fanden die Kritik hilfreich
Postdramatische Chor-Comedy
  · 23.05.20
Nicolas Stemanns Die Räuber beginnen stark: vier junge Männer ( Philipp Hochmair, Daniel Hoevels, Felix Knopp, Alexander Simon) sprechen Schiller-Verse im Chor. Die Rollen verschwimmen, mal sind alle Vater Moor, mal sind sie Franz, mal Karl.

Vor allem diesem bemerkenswerten Auftakt ist es zu verdanken, dass die Inszenierung 2009 zum Berliner Theatertreffen eingeladen wurde.

Stemann und sein Dramaturg Benjamin von Blomberg, die mittlerweile das Schauspielhaus Zürich als Intendanten übernommen haben, kitzeln die komischen Aspekte aus Schillers stürmisch-frühreifem Jugendwerk heraus.

Je länger der Abend jedoch dauert, desto zäher und konventioneller plätschert der Abend dahin. Langsam fokussieren sich auch klare Rollenzuschreibungen heraus: Maren Eggert tritt als Amalia auf, Christoph Bantzer übernimmt die Rolle des Vaters.

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