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IVANOV
von Tschechow
 
Regie: Karin Beier 
Premiere: 18. Januar 2020 
Deutsches Schauspielhaus Hamburg 

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Zum Inhalt: „Was ist los mit mir?“, fragt Ivanov seinen Nachbarn Pavel Lebedev. Ivanov versteht sich selbst nicht mehr. Früher hat er sich sozial engagiert, ließ Schulen bauen, setzte sich für politische Reformen ein. Mittlerweile ist ihm das alles egal, das ganze Leben ist ihm egal, selbst die hohen Schulden, die sein Gut belasten, rütteln ihn nicht wach. Einst hat er seine Frau Anna geliebt, die wegen dieser Liebe von ihrer jüdischen Familie verstoßen und enterbt wurde. Jetzt liebt er sie nicht mehr, kann sie nicht mehr lieben, obwohl er weiß, dass sie bald an Tuberkulose sterben wird. Genervt von den bedrückenden Verhältnissen zu Hause treibt es ihn abends aufs Nachbargut der Lebedevs. Zwischen deren Tochter Saša und ihm bahnt sich eine Liebelei an, doch sobald Ivanov mit ihr zusammen ist, möchte er allein sein, treibt es ihn wieder fort. Ivanov quält eine ziellose Energie, eine seelische Leere. Das provoziert seine Umwelt, die er gleichermaßen fasziniert und abstößt, wobei sich hinter dieser Fixierung auf ihn verbirgt, was diese Gesellschaft selbst aushöhlt, unterminiert: Ivanovs psychische Labilität spiegelt die Kälte, die Aggression, den Egoismus und die Kopflosigkeit einer Welt, die Zukunftsängste plagen, die spürt, dass ein grundlegender Wandel notwendig wäre, sich aber überfordert fühlt, die die Orientierung verliert und so in der Hoffnungslosigkeit landet.

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ANATOMIE EINES SUIZIDS
von Alice Birch
 
Regie: Katie Mitchell 
Premiere: 17. Oktober 2019 
Deutsches Schauspielhaus Hamburg 

Eingeladen zum 57. Berliner Theatertreffen (2020) 

Zum Inhalt: Clara liebt das Leben nicht. Es kostet sie die größte Mühe, einfach nur zu existieren, doch niemand hat Verständnis für ihre dunkle Verzweiflung. Ist sie nicht schön? Geht es ihr nicht gut? Hat sie nicht alles, worum die meisten sie beneiden? Woher also kommt die Depression? Als sie eine Tochter zur Welt bringt, verspricht sie dieser, so lange am Leben zu bleiben, wie es ihr irgend möglich ist. Doch die Krankheit lässt sie nicht los.
Jahre später. Anna gelingt es kaum besser, sich in der Welt zurechtzufinden. Sie sucht Zuflucht in Drogen und exzessiven Lebensformen, bis auch sie einer Tochter das Leben schenkt. Doch ihre Schwermut bleibt und führt sie bald in die gleiche Katastrophe wie die Mutter. Wieder einige Jahre später. Bonnie, inzwischen erwachsen, wehrt sich entschieden und mit aller Kraft gegen dieses scheinbar unausweichliche Erbe. Sie trifft eine radikale Entscheidung, die dem wiederkehrenden Schicksal ein Ende bereiten soll.

Weiterlesen: Anatomie eines Suizids

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DIE NIBELUNGEN 
allerdings mit anderem Text und auch anderer Melodie
 
Regie: Barbara Bürk und Clemens Sienknecht
Premiere: 28. September 2019 
Deutsches Schauspielhaus Hamburg 

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Zum Inhalt: Nach »Effi Briest« und »Anna Karenina« präsentiert Rock-Antenne Walhalla jetzt den brandneuen Hit der Walküren: Das Nibelungenlied!
„In Worms bi dem Rhine wohnten dri Könige mit ihr Kraft. In Dienste von ihr Landen vil stolze Riterschaft. Mit stoltzlichen Ehren all ihres Lebens Zeit, bis jämmerlich sie starben von zweier edeln Frovwen Streit.“
Erleben Sie die berühmte Familiensaga um Kriemhild, Brunhild, Gunter, Gernot, Giselher, Ute, Hagen, Etzel, den starken Siegfried und den rattenscharfen Spielmann Volker von Alzey. Tauchen Sie ein in ein Jahrtausendwerk, an dem sich die größten Geister scheiden: „Ein elendes Zeug, nicht einen Schuss Pulver werth.“ (Friedrich der Große) / „Ein köstliches Werk!“ (Goethe) / „Abstrus-peinliche Betrugskomödie dank der törichten Schwatzhaftigkeit ihrer Protagonisten.“ (Marcel Reich-Ranicki)
Extreme Emotionen, große Heldentaten und Ströme von Blut sind garantiert, wenn Barbara Bürk und Clemens Sienknecht mit der nächsten Folge ihrer erfolgreichen Radioshow auf Sendung gehen.

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STALKER – PICKNICK AM WEGESRAND
nach Andrei Tarkowski & Arkadi und Boris Strugatzki
 
Regie: David Czesienski (Prinzip Gonzo) 
Premiere: 8. September 2019 
Deutsches Schauspielhaus Hamburg 

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Zum Inhalt: Nach einem – zunächst unbemerkten – Besuch Außerirdischer treten in verschiedenen Gebieten rund um den Erdball seltsame Phänomene auf. Physikalische und logische Gesetzmäßigkeiten verlieren ihre Gültigkeit, Menschen kommen auf absonderliche Weise zu Tode. Die Regierungen evakuieren die Überlebenden und richten militärisch abgeriegelte Zonen ein. Wer einzudringen versucht, wird erschossen. Doch im Inneren der Zonen, so heißt es, gibt es dem Menschen unbekannte Schätze: Relikte mit mächtigen Eigenschaften, Orte, an denen verborgenste Wünsche erfüllt werden. Der „Stalker“ Red schleust gegen Bezahlung Glückssucher durch den Sperrgürtel. Ihre wahren Gründe für diese lebensgefährliche Reise bleiben im Dunkeln und sind nicht immer die, die sie vorgeben. Doch die Zone verlässt niemand, wie er sie betreten hat, und unsere innigsten Wünsche sind oft so geheim, dass wir sie selbst nicht kennen. Mit »Stalker« erschuf Andrei Tarkowski ein filmisches Meisterwerk. Vorlage ist der Roman »Picknick am Wegesrand« der Brüder Strugatzki, die auch das Drehbuch verfassten. David Czesienski (Theaterkollektiv Prinzip Gonzo) wird auf Grundlage dieser Science-Fiction-Klassiker Suchende in die Zone des Maler-Saals entsenden, um endlich Lösungen für die großen Probleme unserer Zeit zu Tage zu fördern.

Weiterlesen: Stalker – Picknick am Wegesrand

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SEROTONIN
von Michel Houellebecq
 
Regie: Falk Richter
Premiere: 6. September 2019 
Deutsches Schauspielhaus Hamburg 

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Zum Inhalt: Verehrung und Hass schlagen Michel Houellebecqs neuem Roman gleich heftig entgegen. „Rattengift“, wütet ein Kritiker, „prophetisch“, preisen andere. Offenbar scheint der Weltbestseller »Serotonin« den Nerv der Zeit empfindlich zu treffen: Ein alternder, weißer, heterosexueller Mann, der Agraringenieur Florent, zieht letzte Konsequenzen. Er lässt sein kaputtes Leben als Paar hinter sich, inszeniert sein Verschwinden – ohne anderes Lebenskonzept. Durch ein neues Medikament, das die Ausschüttung von Serotonin stimuliert und so vor dem Abgleiten in bodenlose Depression bewahrt, begibt er sich auf eine letzte Reise in seinem SUV-Diesel – allerdings zur Impotenz verurteilt, einer Nebenwirkung. Er durchfährt das ländliche Frankreich und die Bahnen seiner Erinnerung an drei Frauen, mit denen er sein Leben hätte teilen können – und er trifft Aymeric wieder, seinen alt-adeligen Studienfreund, der zum Anführer eines modernen Bauernaufstandes wird, zugleich ein Aufstand verlassener Männer, den Verlierern der EU-Agrarpolitik und des gesellschaftlichen Wandels. Mut zur Lächerlichkeit zeichnet Houellebecqs Helden aus, seine Lebensbeschreibung jedoch ist ein Buch über Liebe und die quälende Frage nach einer letzten Möglichkeit von Glück – ohne Sarkasmus – und ein wütendes politisches Pamphlet.

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PROBLEME PROBLEME PROBLEME
von René Pollesch
 
Regie: René Pollesch
Premiere: 6. April 2019 
Deutsches Schauspielhaus Hamburg 

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Zum Inhalt: Wisst ihr, neulich ging mir Folgendes durch den Kopf: Ich dachte plötzlich: Ich hab verloren. Ich hab verloren. Aus heiterem Himmel. Ich wusste erst gar nicht, was. Ich wusste zuerst auch gar nicht, was darauf angelegt sein könnte, zu gewinnen oder zu verlieren. Aber dann, ebenso aus heiterem Himmel, dachte ich: Ja. Im Grunde ist das Leben ein Prozess des Niedergangs, das hatte ich übersehen. Ich dachte kurz, es geht aufwärts, aber es geht nun mal abwärts. Das ist eigentlich von vornherein klar, aber man macht sich so seine Illusionen. Aber die sind ja auch im Niedergang begriffen. Im Grunde sind die Illusionen im Niedergang begriffen. Verlorene Illusionen. Das Leben und die Illusionen, eigentlich alles. Alles geht den Bach runter. Und die Naturgesetze machen anscheinend auch, was sie wollen. Die Quantenphysik bricht sie einfach oder vergisst sie einfach. Und da dachte man doch mal, naja, die Naturgesetze, die gelten. Naja, man dachte, mit denen geht es aufwärts, oder sie bleiben einfach das, was sie sind. Aber im Grunde sind die Naturgesetze im Niedergang begriffen. Durch die Quantenmechanik. Das Leben, die Illusionen und die Naturgesetze sind im Grunde ein einziger Prozess des Niedergangs.

Weiterlesen: Probleme Probleme Probleme

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DIE STADT DER BLINDEN
nach dem Roman von José Saramago
 
Regie: Kay Voges 
Premiere: 16. März 2019 
Deutsches Schauspielhaus Hamburg 

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Zum Inhalt: An einer belebten Straßenkreuzung wartet ein Mann darauf, dass die Ampel auf Grün schaltet – und erblindet. Ein hilfsbereiter Passant bringt den Erblindeten nach Hause, wenig später kann auch er nicht mehr sehen. Eine rätselhafte Epidemie scheint ausgebrochen, immer mehr Menschen der Stadt werden von einem Augenblick auf den anderen blind. Um weitere Ansteckungen zu vermeiden, weiß sich die Regierung keinen anderen Rat, als die Betroffenen in einer verlassenen Irrenanstalt zu internieren. Orientierungslos, sich selbst überlassen, unfähig ihr Schicksal zu begreifen, versuchen die Blinden ihr Leben in dieser neuen Umgebung zu organisieren. Doch je mehr Menschen eintreffen, desto unerträglicher, chaotischer, gewalttätiger wird die Situation. In seinem Roman »Die Stadt der Blinden« zeichnet der große portugiesische Erzähler José Saramago – 1998 mit dem Literatur-Nobelpreis geehrt – nicht nur das realistische Bild einer plötzlichen Katastrophe, er enthüllt gleichzeitig das philosophische Universum einer allgemeinen Blindheit, in dem menschliches Handeln als gewalttätige und lächerliche Groteske erscheint.

Weiterlesen: Die Stadt der Blinden

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DIE ÜBRIGGEBLIEBENEN
nach Thomas Bernhard
 
Regie: Karin Henkel 
Premiere: 16. Februar 2019 
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Zum Inhalt: Es ist später Nachmittag an einem siebten Oktober: Im Elternhaus von Vera, Clara und Rudolf Höller wird ein Geburtstagsfest vorbereitet. Die drei Geschwister sind hier gemeinsam alt geworden, können sich nicht aus den Fängen ihrer Vergangenheit befreien und präsentieren ihr dauerndes Spiel von Macht und Unterwerfung, Umklammerung und Demütigung. Ebenfalls noch im Haus der verstorbenen Eltern wohnend bereiten zwei Schwestern ein Festessen für ihren aus einer psychiatrischen Klinik heimkehrenden Bruder vor. Auch hier deutlich spürbar: das verkrampfte Miteinander und gehässige Gegeneinander, das Anreden gegen die Bürden der Kindheit und der angstvolle Blick in die Zukunft.

Weiterlesen: Die Übriggebliebenen

 

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