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SPIELPLAN & KARTEN

Die verlorene Ehre der Katharina Blum

Bewertung und Kritik zu

DIE VERLORENE EHRE DER KATHARINA BLUM
von Heinrich Böll
Regie: Sapir Heller 
Premiere: 14. Februar 2024
Schauspiel Frankfurt 

Zum Inhalt: Die 26-jährige Katharina Blum steht unter Verdacht, Mitwisserin einer umfangreichen Betrugsaffäre zu sein, nachdem sie eine Karnevalsparty mit einem gewissen – und ihr bis dato unbekannten – Ludwig Götten verließ. Nicht nur wird sie daraufhin stundenlang von der Polizei befragt, vor allem startet die ZEITUNG einen wahrhaftigen Shitstorm gegen die junge Hauswirtschafterin. Blum wird öffentlich als Mittäterin und »Flittchen« diffamiert, Aussagen von ihr nahestehenden Personen werden umformuliert und verfälscht wiedergegeben, die Boulevardredakteure lassen nicht mehr von ihr ab.
»Wie Gewalt entstehen kann und wohin sie führt« lautet der erweiterte Titel dieser 1974 erschienenen Erzählung des Schriftstellers Heinrich Böll. Denn durch die Kampagne gegen Katharina Blum wird diese wirklich zur Täterin und erschießt den dafür verantwortlichen Journalisten.

Mit: Anabel Möbius, Christoph Bornmüller, Stefan Graf, Peter Schröder und Melanie Straub

Regie: Sapir Heller
Bühne und Kostüme: Ursula Gaisböck
Musik: Gustavo Strauß
Video: Lion Bischof
Dramaturgie: Lena Wontorra
Licht: Ellen Jaeger

1 Kritik

3.0 von 5 Sterne
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Es hat Bums gemacht
2 Tage her.
Kritik

''Nachdem der Grundkonflikt von den Akteuren nach vorne hin, lustvoll ausgeschmückt, skizziert wurde, erscheint die Titelheldin auf der Bildfläche. Die 26-jährige Katharina Blum (Anabel Möbius) wird verdächtigt, einem Schwerverbrecher zur Flucht vor der Polizei verholfen zu haben. Sie wird von Hauptkommissar Beizmenne (Christoph Bornmüller) und anderen Polizeimitarbeitern stundenlang vernommen, wobei insbesondere intime Details zur Beziehung zum Täter erfragt werden. Vieldeutige Indizien gelangen an die Presse. Der Journalist Werner Tötges (Stefan Graf) diffamiert Blum bald in Live-Fernsehansprachen für ein Boulevardformat als Mittäterin und „Flittchen“. Seine Berichterstattung erscheint wie ein Shitstorm oder eine Kampagne gegen Blum. Die junge Frau erhält daraufhin Drohbriefe und wird angepöbelt.

Blum arbeitet als Hauswirtschafterin beim Ehepaar Blorna (Melanie Straub, Peter Schröder), das sich zunehmend sorgt. Die junge Frau erlebt die Polizeiarbeit als übergriffig und wehrt sich gegen mögliche Annäherungsversuche. Doch insbesondere an der medialen Berichterstattung, die ihr tatsachenverfälschend und allzu zudringlich erscheint, nimmt sie Anstoß. Während sie um ihre Selbstbestimmung, Freiheit und Würde kämpft, nimmt eine Gewaltspirale ihren Lauf.

Die Mehrzahl der Akteure spielt mehrere Rollen, sodass nicht immer eindeutig zuordenbar ist, welche Figur gerade spricht. Die auch durch Video-Einblendungen, Konfettiregen, Choreografien und Musikeinspieler recht effektvoll gestaltete Produktion problematisiert eindrücklich den Voyeurismus von Boulevardmedien sowie einfache Parolen, mit denen allgemeine Ängste geschürt werden.'' schreibt Ansgar Skoda am 10. Januar 2026 auf KULTURA-EXTRA

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