Kritik
''Auf der Bühne sehen wir schwarze Punktmarkierungen, die an das Brettspiel Mensch-ärgere-dich-nicht erinnern. Die Akteure tragen als Kostüme geometrische Formen in unterschiedlichen Farbgebungen, die in Maß und Breite ein Machtgefälle andeuten. Fogra (Lotte Schubert) tritt als dunkelblaues raumfüllendes, unten kreisrundes Dreieck mit ausladendem Faltenwurf auf. Ihre Eltern, Klamanope (Katharina Linder) und Teigalech (Uwe Zerwer), tragen unförmige Helme und Rumpfkörper in Hellgrün resp. Gelb. Sie sehen dabei aus wie die Dame oder der König im Schachspiel. Dingens (Christoph Bornmüller), die Titelfigur, trägt am schwarzen Körper einen großen, unförmigen, beliebig formbaren Kringel oder Henkel.
Die Akteure bewegen sich, scheinbar inneren Zwängen folgend, wie aufgestellte Spielfiguren auf einer Spielfläche (Bühne & Kostüme: Ursula Gaisböck & Sophia Profanter). Sie erscheinen so in der schwarzen Komödie, wie der Name der Hauptfigur andeutet, verdinglicht. Dingens wird während der Aufführung zunehmend von den anderen Figuren erniedrigt, unterdrückt und ausgegrenzt. Mögliche Verbündete wenden sich schlussendlich gegen ihn. Während der Aufführung fallen plötzlich vereinzelt große oder viele kleine Kugeln vom Bühnenhimmel.
Hanoch Levin war in seiner Heimat Israel umstritten, da er auch Israel selbst mitunter entgegen dem gesellschaftlichen Konsens kritisch beleuchtete. Es lässt sich im übertragenen Sinn auch hier eine politische Botschaft mitlesen, wenn wir an aktuelle Zuspitzungen des Israel-Palästina-Konfliktes denken.
Dingens veranschaulicht mit harten Botschaften, wie mögliche Unterdrückungsmechanismen in einer unmenschlichen, gefühlskalten und unempathischen Gemeinschaft ineinandergreifen. Die kühne und poppige Inszenierung, die eine gesellschaftskritische Botschaft enthält, hinterlässt einen tiefen Eindruck.'' schreibt Ansgar Skoda am 10. Januar 2026 auf KULTURA-EXTRA