Submit to FacebookSubmit to Google PlusSubmit to TwitterSubmit to LinkedIn

Bewertung und Kritik zu

MOSES UND ARON
von Arnold Schönberg
Regie: Calixto Bieito 
Premiere: 29. September 2018 
Semperoper Dresden
Buch jetzt bestellen

Zum Inhalt: Moses wird vom biblischen Gott damit beauftragt, das Volk Israel von falschen Göttern und aus der ägyptischen Knechtschaft zu befreien. Da Moses sich dem Auftrag zuerst verweigert, stellt ihm Gott seinen Bruder Aron zur Seite. Und so kämpfen die ungleichen Brüder in der Wüste um die Vermittlung des Nichtvermittelbaren und die Befreiung des Volkes aus Unmündigkeit und politischer Knechtschaft. Aron mit sichtbaren Wundern und wohlgesetzter Rede, mit Tanz, Ekstase und dem Goldenen Kalb; während Moses um Ausdruck und Reinheit seiner religiösen Vision ringt, um verzweifelt zu schließen: »O Wort, du Wort, das mir fehlt!« Mit diesem Satz endet die Oper, die Arnold Schönberg mit seinem Tode 1951 nach über zwanzig Jahren der Beschäftigung unvollendet hinterließ. »Moses und Aron« ist ein im besten Sinne herausforderndes Schlüsselwerk des Musiktheaters, ein stilistisch enorm vielschichtiges Werk mit Sprechgesang, gewaltigen Chören und faszinierenden Klangbildern aus polyphonen Stimmführungen, abwechslungsreicher Instrumentation und abgestufter Dynamik.

Mit: Sir John Tomlinson (Moses), Lance Ryan (Aron), Tahnee Niboro (Ein junges Mädchen), Christa Mayer (Eine Kranke) u.v.a. 

Musikalische Leitung: Alan Gilbert 
Inszenierung: Calixto Bieito 
Bühnenbild: Rebecca Ringst 
Kostüme. Ingo Krügler 
Chor: Jörn Hinnerk Andresen 
Licht: Michael Bauer 
Video: Sarah Derendinger 
Dramaturgie: Johann Casimir Eule 


Wie fandest du das Stück?
- ein Klick auf die Sterne -
Schreibe eine Kritik
0 von 1 Personen fanden die Kritik hilfreich
Erstaunlich sparsam inszeniert
  · 04.10.18
''Regisseur Calixto Bieito geht die Sache dann erstaunlich unspektakulär an. Das fast schon Aufregendste und zugleich doch auch sehr Karge ist das Bühnenbild von Rebecca Ringst. Eine nach drei Seiten geschlossene Betonwüste. Die hintere Wand ist eine absenkbare Schräge, auf der zunächst ganz oben abgewandt Aron sitzt, während Moses an der Bühnenrampe die Stimmen aus dem Dornbusch empfängt. Die SängerInnen stehen dabei in den Seitenlogen und im Rang. Der Bass-Sprechgesang des Mosesdarsteller Sir John Tomlinson ist klar und gut verständlich. Sein „Mund“ Aron, der Tenor Lance Ryan, lässt stimmlich ebenfalls nichts zu wünschen übrig. Ein ausdrucksstarkes Duo, das sich bestens ergänzt. Tomlinson, hemdsärmelig mit Wallehaar, als verzweifelt suchender Sender und Ryan, ein Macher im Anzug, als geschickter Empfänger und Interpret von Moses‘ Gedanken. 

Dass Aron die von Moses als „unerbittliches Gedankengesetz“ des Wahren angemahnte Gedankenreinheit zu Gunsten leicht verständlicher Bilder verfälscht, ist die Krux fast jeden Politikers. Insoweit könnten beide auch eine Figur sein. Dazu könnte man hier gut und gerne noch über Dogmatismus und Ideologie phrasieren. Schönberg ging es seinerzeit um ganz anderes. Ein Ringen mit der eigenen Religionsauffassung. Die Einheit von politischem und religiösem Judentum. Das auserwählte Volk auf der Flucht vor seinen Feinden. In Zeiten von Pegida und AfD muss sicher auch über Populismus geredet werden. Aron der große Verführer der Massen. Aber auch das greift sicher zu kurz. Calixto Bieito verfolgt ein relativ offenes Regiekonzept, das einen nicht mit allzu naheliegenden Interpretationsansätzen bevormunden will. Der Tanz ums Goldene Kalb ist hier eine Video-Show aus der Computer- und Cyber-Hexenküche mit zwei nackten Androiden-Wesen und einem Homunkulus, den das Volk anbetet und als kleinen Schockeffekt frisst. Später geraten alle mit Virtuell-Reality-3-D-Brillen in Ekstase. „Be God Yourself“, oder im Cyberspace ist sich jeder selbst genug. 

So eine Moses und Aron-Inszenierung steht und fällt natürlich auch mit dem Chor, der hier in den vielen Massenszenen zahlreich und großartig mit dem Sächsischen Staatsopernchor Dresden, dem Sinfoniechor Dresden - Extrachor der Semperoper Dresden dem Kinderchor der Sächsischen Staatsoper Dresden und dem Vocalconsort Berlin vertreten ist. Musikalisch ist Schönberg immer eine Offenbarung, wenn man sich ganz auf die Musik einlässt. Die Sächsische Staatskapelle Dresden unter der Leitung von Alan Gilbert leistet ihr Übriges zum Gelingen dieses Opernabends.'' schreibt Stefan Bock am 4. Oktober 2018 auf KULTURA-EXTRA
War die Kritik hilfreich
Um eine Kritik zu schreiben musst du dich anmelden:
DAS KÖNNTE DICH AUCH INTERESSIEREN


eventim Reservix Ticketing System

TICKETS BEI EVENTIM KAUFEN

ANZEIGE



ANZEIGE

 AUF DER BÜHNE © 2019                            
                              
X

Right Click

No right click